Vet­tel zeigt Stär­ke im Ti­tel­kampf

For­mel 1: Po­le Po­si­ti­on in Un­garn / Ha­mil­ton rutscht weit am Re­kord vor­bei

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Tho­mas Weit­kamp

Se­bas­ti­an Vet­tel hat Stär­ke ge­zeigt. Da­ge­gen ver­pass­te der Ri­va­le des WMSpit­zen­rei­ters im Ti­tel­kampf der For­mel 1, Le­wis Ha­mil­ton, ei­nen gro­ßen Ein­trag in die Ge­schichts­bü­cher ziem­lich deut­lich: Der zu­letzt strau­cheln­de Fer­ra­ri-Pi­lot Vet­tel si­cher­te sich die Po­le Po­si­ti­on für den Gro­ßen Preis von Un­garn und kann heu­te im letz­ten Ren­nen vor der Som­mer­pau­se (14 Uhr/RTL) sei­nen Vor­sprung von der­zeit nur ei­nem Punkt aus­bau­en. Der WM-Zwei­te Ha­mil­ton be­leg­te im Sil­ber­pfeil nur den vier­ten Start­platz und ließ da­mit sei­ne ers­te Chan­ce auf ei­nen der wich­tigs­ten For­mel-1-Re­kor­de un­ge­nutzt: Die nächs­te Po­le Po­si­ti­on des Mer­ce­des-Pi­lo­ten wird die 68. sei­ner Karriere sein, da­mit wür­de er die bis­he­ri­ge Best­mar­ke von Micha­el Schu­ma­cher ein­stel­len. Auf dem Hun­ga­ro­ring war die Scu­de­ria, die seit zwei Mo­na­ten auf ei­nen Sieg war­tet, al­ler­dings kaum zu schla­gen. Ki­mi Räik­kö­nen im zwei­ten Fer­ra­ri wur­de mit rund ein­ein­halb Zehn­tel­se­kun­den Rück­stand Zwei­ter. „Das hat heu­te gro­ßen Spaß ge­macht, die kom­plet­te ers­te Start­rei­he für uns ist un­glaub­lich“, sag­te Vet­tel. Mit den Miss­er­fol­gen der ver­gan­ge­nen Ren­nen woll­te sich der Hep­pen­hei­mer nicht be­fas­sen: „Was zu­letzt falsch ge­lau­fen ist, in­ter­es­siert nicht mehr. Es wur­de viel ge­re­det, aber jetzt sind wir hier, und wir sind gut auf­ge­stellt.“Erst hin­ter den Ro­ten reih­ten sich die Mer­ce­des-Sil­ber­pfei­le ein: Räik­kö­nens fin­ni­scher Lands­mann Valt­te­ri Bot­tas wur­de Drit­ter vor Ha­mil­ton, der durch­ge­hend Pro­ble­me mit sei­nem Bo­li­den hat­te. „Auf Stre­cken wie die­ser liegt wirk­lich noch viel Ar­beit vor uns“, sag­te Bot­tas. Da­bei war Ha­mil­ton trotz des Stre­cken­lay­outs ei­gent­lich als Fa­vo­rit nach Un­garn ge­reist. Mit fünf Er­fol­gen ist er Re­kord­sie­ger auf dem Hun­ga­ro­ring, er zeig­te zu­letzt klar auf­stei­gen­de Form, zu­dem war Mer­ce­des im Qua­li­fy­ing in den ver­gan­ge­nen zwei Mo­na­ten wie­der ei­ne Macht und hat­te auch sei­ne Pro­ble­me in den Ren­nen weit­ge­hend im Griff. Vie­les sprach al­so da­für, dass Mer­ce­des in Un­garn die Wen­de im Ti­tel­kampf ein­lei­ten wird. Doch auf der kur­vi­gen Stre­cke vor den To­ren Bu­da­pests, auf der die Mo­to­ren­power we­ni­ger wich­tig ist als an­ders­wo, zeig­te Fer­ra­ri schon in den frei­en Trai­nings end­lich wie­der die Stär­ken sei­nes Au­tos. Viel schnel­ler als der gro­ße WM-Kon­kur­rent fand die Scu­de­ria das rich­ti­ge Set-up bei mehr als 50 Grad As­phalt­tem­pe­ra­tur. „Die schrau­ben bei die­sen Be­din­gun­gen den Rei­fen drauf und sind di­rekt im Fens­ter. Das ist bei Mer­ce­des nicht so“, sag­te Ni­ki Lau­da, Auf­sichts­rats­chef der Sil­ber­pfei­le, an­er­ken­nend bei RTL. Erst im Qua­li­fy­ing be­kam Ha­mil­ton sei­nen Wa­gen bes­ser in den Griff, im Q2 ge­lang ihm die Best­zeit. Im ent­schei­den­den drit­ten Ab­schnitt klag­te er al­ler­dings wie­der über Vi­bra­tio­nen in sei­nem Au­to und leis­te­te sich auf ei­ner schnel­len Run­de zu­dem ei­nen Aus­ritt. Ni­co Hül­ken­berg ge­lang im Re­nault die siebt­bes­te Zeit, der Em­me­ri­cher wird we­gen ei­nes un­er­laub­ten Ge­trie­be­wech­sels al­ler­dings auf den zwölf­ten Start­platz zu­rück­ver­setzt. „Das Ge­trie­be hät­te das Wo­che­n­en­de nicht durch­ge­hal­ten, des­we­gen muss­ten wir aus­tau­schen. Aus­ge­rech­net hier ist das na­tür­lich ein gro­ßer Nach­teil“, sag­te Hül­ken­berg bei RTL. Pas­cal Wehr­lein (Worn­dorf) star­tet im Sau­ber vom 18. Rang.

Fer­ra­ri-Do­mi­nanz auf dem Hun­ga­ro­ring: For­mel-1-Pi­lot Se­bas­ti­an Vet­tel (links) geht heu­te vom ers­ten Start­platz in den Gro­ßen Preis von Un­garn. Ne­ben dem WM-Spit­zen­rei­ter steht sein Team­kol­le­ge Ki­mi Räik­kö­nen (rechts). Vet­tels gro­ßer WM-Ri­va­le Le­wis Ha­mil­ton (Mer­ce­des) wur­de Vier­ter und ver­pass­te da­mit – vor­läu­fig je­den­falls – die Ein­stel­lung der „ewi­gen“Po­le-Best­mar­ke von Re­kord­welt­meis­ter Micha­el Schu­ma­cher (68). Fo­to: AFP

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