Es scheint kein Li­mit zu ge­ben

Paris will für Ney­mar 222 Mil­lio­nen Eu­ro / Mbap­pé kos­tet nicht viel we­ni­ger

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Trebing

Schon die Sum­me, die im Zu­sam­men­hang mit ei­nem mög­li­chen Ney­marTrans­fer zu Paris Saint Ger­main (PSG) in den Me­di­en kur­siert, sorgt für Kopf­schüt­teln: 222 Mil­lio­nen Eu­ro will der fran­zö­si­sche Club an­geb­lich für den Bra­si­lia­ner an den FC Barcelona zah­len, falls der Um­wor­be­ne tat­säch­lich das Tri­kot wech­seln soll­te. Das ist in ei­ner Aus­stiegs­klau­sel in Ney­mars Ver­trag so ge­re­gelt. Geld, das PSG ei­gent­lich gar nicht hat – mit Zu­schau­er­ein­nah­men oder TV-Gel­dern ist solch ein Be­trag kaum dar­stell­bar. Al­ler­dings hat Prä­si­dent Nas­ser Al-Khe­lai­fi ei­nen ganz an­de­ren Jo­ker, den er da­für zie­hen könn­te, denn Ei­gen­tü­mer des Clubs ist of­fi­zi­ell ei­ne Fir­ma na­mens „Qa­tar Sports In­vest­ments“(QSI). Und die­se In­ves­to­ren­grup­pe ver­fügt über je­de Men­ge Ka­pi­tal. Mit ei­nem Teil da­von sorgt man da­für, dass der Pa­ri­ser Club ei­nen aus­ge­gli­che­nen Haus­halt hat, um nicht ge­gen das Fi­nan­ci­al Fair Play der Ue­fa zu ver­sto­ßen. Oder ein­fa­cher aus­ge­drückt: Um solch ei­nen ge­wal­ti­gen Trans­fer stem­men zu kön­nen, wird ein­fach das QSI-Spon­so­ring ent­spre­chend an­ge­ho­ben. Of­fen­sicht­lich hat man bei PSG dies al­les in sei­ner Kal­ku­la­ti­on be­dacht. Denn auch die Ver­mitt­lungs­ge­bühr für Ney­mars Va­ter (an­geb­lich 40 Mil­lio­nen Eu­ro) und ein hor­ren­des Ho­no­rar (die Re­de ist von 60 Mil­lio­nen Eu­ro pro Sai­son) kom­men auf die Fran­zo­sen zu. In ähn­li­chen Di­men­sio­nen be­wegt sich in­zwi­schen aber noch ein Fuß­bal­ler ganz an­de­ren Ka­li­bers. Im Ge­gen­satz zu Su­per­star Ney­mar ist Ky­li­an Mbap­pé vom AS Mo­na­co ein ziem­lich un­be­schrie­be­nes Blatt im Pro­fi­fuß­ball. Trotz­dem hat des­sen ak­tu­el­ler Ar­beit­ge­ber sei­nem jun­gen Star ein Preis­schild mit ei­ner be­acht­li­chen Sum­me um­ge­hängt: 190 Mil­lio­nen Eu­ro wol­len die Mo­ne­gas­sen für den 18-Jäh­ri­gen. Doch ab­schre­ckend scheint die­se Sum­me nicht zu sein. Re­al Ma­drid und Man­ches­ter Ci­ty sol­len an­geb­lich be­reit sein, so tief für den Te­enager in die Ta­sche zu grei­fen. Si­cher, dies sind ex­tre­me Bei­spie­le da­für, wie sehr der Trans­fer­markt aus dem Ru­der läuft. Sport­li­che Aspek­te al­lei­ne wür­den sol­che Ab­lö­se­sum­men für Ney­mar oder Mbap­pé nicht recht­fer­ti­gen. Nicht nur der Pro­fi­fuß­ball ist längst zur Wa­re ge­wor­den, auch die Spie­ler selbst wer­den mehr und mehr zu Spe­ku­la­ti­ons­ob­jek­ten im kaum noch nach­voll­zieh­ba­ren Trans­fer-Mo­no­po­ly.

Duo der Su­per­la­ti­ve: Lio­nel Mes­si (links) und Ney­mar im Tri­kot des FC Barcelona. Doch der Bra­si­lia­ner Ney­mar hat ei­ne Aus­stiegs­klau­sel über 222 Mil­lio­nen Eu­ro – und die will Paris SG an­geb­lich be­zah­len. Fo­to: AFP

Jung und teu­er: Für Ky­li­an Mbap­pé will der AS Mo­na­co 190 Mil­lio­nen Eu­ro Ab­lö­se ha­ben. Fo­to: avs

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