Ba­der wird WM-Fünf­te

Fünf­te in Budapest: Klip­pen­sprin­ge­rin An­na Ba­der ver­passt bei ih­rer drit­ten WM ei­ne Me­dail­le

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Tho­mas Li­pin­ski

Klip­pen­sprin­ge­rin An­na Ba­der (33) aus Mut­lan­gen hat bei der Schwimm-WM in Un­garns Haupt­stadt Budapest den fünf­ten Platz be­legt. Die Bron­ze­me­dail­len­ge­win­ne­rin der Welt­meis­ter­schaft 2013 hat­te erst En­de April nach an­dert­halb­jäh­ri­ger Ba­by­pau­se wie­der mit dem Sprin­gen an­ge­fan­gen und da­her auch nicht mit ei­ner Me­dail­le ge­rech­net.

Nach ih­rer spek­ta­ku­lä­ren Flug­show strahl­te An­na Ba­der mit den Me­dail­len­ge­win­ne­rin­nen um die Wet­te. Bei ih­rer drit­ten Welt­meis­ter­schaft hat­te die Klip­pen­sprin­ge­rin das Po­dest zwar ver­passt, doch das stör­te die 33-Jäh­ri­ge über­haupt nicht. „Je­de Mut­ter kennt das, jetzt kommt das Kind an ers­ter Stel­le, da ver­än­dert sich al­les“, sag­te sie nach ih­rem fünf­ten Platz nach vier Sprün­gen aus 20 Me­tern an der Do­nau. Vor zehn Mo­na­ten ist Töch­ter­chen Roks­a­na ge­bo­ren, an­dert­halb Jahre hat die Ex­trem­sport­le­rin aus Mut­lan­gen Pau­se ge­macht. Bei der Rück­kehr in ih­ren ge­fähr­li­chen Sport mi­ni­mier­te sie das Ri­si­ko. „Mir hat der SchwieBat­thya­ny-Platz rig­keits­grad ge­fehlt, um aufs Po­di­um zu kom­men“, sag­te An­na Ba­der, der mit 283,40 Punk­ten 20 Zäh­ler zu Bron­ze fehl­ten, „aber ich bin sehr zu­frie­den, dass ich mit­hal­ten konn­te – knapp hin­ter der Welt­spit­ze.“Für die atem­be­rau­ben­den Sprün­ge der neu­en Welt­meis­te­rin Rhi­an­n­an If­fland aus Aus­tra­li­en, die meh­re­re Tau­send Zu­schau­er auf den Tri­bü­nen und am Bu­da­pes­ter Do­nau­ufer be­geis­ter­te, fehl­te Ba­der das Trai­ning. „Es ist manch­mal sehr chao­tisch, man ist Sprin­ger, Trai­ner und Mut­ter gleich­zei­tig“, so die WMD­rit­te von 2013, die mit dem pol­ni­schen Klip­pen­sprin­ger Kris Ko­la­nus li­iert ist, „Rok­si ist im­mer da­bei.“Als sie vom Stahl­ge­rüst am aus schwin­del­er­re­gen­der Hö­he mit 90 km/h in die Tie­fe sprang, war ih­re Toch­ter bei Oma und Opa in bes­ten Hän­den. „So konn­te ich mich ganz auf den Wett­kampf kon­zen­trie­ren.“An­ders als bei der WM-Pre­mie­re vor vier Jah­ren im Ha­fen von Barcelona und 2015 in Ka­san in ei­nem Wol­ga-Ne­benf luss stürz­ten sich die zehn Klip­pen­sprin­ge­rin­nen in Budapest in ein run­des Be­cken auf ei­ner Platt­form ne­ben der Do­nau – 15 Me­ter breit und sechs Me­ter tief. Wäh­rend die er­fah­re­ne Ba­der die „ganz tol­le Aus­sicht“mit dem Par­la­ment zur Rech­ten und dem Burg­berg zur Lin­ken ge­nie­ßen konn­te, war für WM-De­bü­tan­tin Iris Schmid­bau­er al­les neu. „Ich war am An­fang to­tal ner­vös“, gab die 22-Jäh­ri­ge zu, die in ih­rem drit­ten FI­NA-Wett­kampf den zehn­ten Platz be­leg­te. Vor vier Jah­ren hat­te Schmid­bau­er Ba­der in Barcelona sprin­gen se­hen. „Krass, ha­ben die Mut“, dach­te sie da­mals. Jetzt ge­hört sie selbst zu dem bun­ten Völk­chen, das von ei­nem spek­ta­ku­lä­ren Wett­kampf zum nächs­ten zieht. „Ich sam­me­le Er­fah­rung“, sag­te Schmid­bau­er. In zwei Jah­ren, bei der WM in Süd­ko­rea, will sie wie­der hoch hin­aus. Ob die elf Jahre äl­te­re Ba­der dann noch springt, weiß sie nicht. Die Sai­son im Welt­cup und in der Red-Bull-Welt­se­rie will sie fort­set­zen, „da­nach schaue ich mal“.

Sprin­ge­rin, Trai­ne­rin und Mut­ter gleich­zei­tig: An­na Ba­der, 33, aus Mut­lan­gen. Fo­to: avs

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