Traum­be­ruf in Uni­form

Eric Weiß ist Ka­pi­tän auf der MS Karls­ru­he, Sven Sch­mitt ar­bei­tet als Steu­er­mann

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Mo­ni­ka John

Zu den schöns­ten Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten in der Fä­cher­stadt zählt ei­ne Schiffs­tour auf dem Rhein. Sich vom Fahr­gast­schiff Karls­ru­he ge­müt­lich auf dem Rhein trei­ben las­sen, mal nach rechts, mal nach links schau­en und die Land­schaft ge­nie­ßen, das hat doch was. Ob bei der Vier-Ha­fenR­und­fahrt, der Fahrt nach Spey­er, If­fez­heim oder Straß­burg – je­de Tour hat ih­re Be­son­der­heit. Da­zu ge­hört auch die zwei­stün­di­ge Süd­rund­fahrt der Ba­den Me­dia Ü30 Tanz­fahrt. Stets dür­fen die Pas­sa­gie­re ge­nie­ßen und sich dar­auf ver­las­sen, dass die Cr­ew ih­nen den Aus­flug so schön wie mög­lich ge­doch stal­tet. „Das ma­chen wir ger­ne“, sa­gen Ka­pi­tän Eric Weiß und Steu­er­mann Sven Sch­mitt wie aus ei­nem Mun­de. Wenn es auf der MS Karls­ru­he heißt „Lei­nen los“, dann sind die Her­ren im wei­ßen Uni­form­hemd in ih­rem Ele­ment. Zü­gig und ef­fek­tiv er­le­di­gen sie ih­re Auf­ga­ben. Für bei­de ist es ei­ne Art Traum­be­ruf. Wo­bei der 32-Jäh­ri­ge Steu­er­mann Sven Sch­mitt die Ka­pi­täns­prü­fung für En­de des Jah­res im Vi­sier hat. Für ihn wie für Eric Weiß ist es die zwei­te Be­rufs­aus­bil­dung. Zu­nächst hat er Che­mo­tech­ni­ker ge­lernt, da­bei sei­ne Vor­lie­be für die Na­tur, Flüs­se und Was­ser ent­deckt und dann die Aus­bil­dung zum Bin­nen­schif­fer dran­ge­hängt. Ähn­lich ging es dem 40-Jäh­ri­gen Eric Weiß. Sein ers­ter Be­ruf ist Was­ser­bau­er. Von da war es auch nicht weit zum Bin­nen­schif­fer. Frei­mü­tig er­zählt er von der Ka­pi­täns­prü­fung, die aus meh­re­ren Ele­men­ten be­steht und recht an­spruchs­voll sei. Vor­aus­set­zung sei zu­dem ge­naue Orts­kennt­nis auf dem Stre­cken­ab­schnitt, für den die Prü­fung ab­ge­legt wird. Da müs­se man sich qua­si blind zu­recht­fin­den. Die MS Karls­ru­he fährt Mann­heim, Worms, Ger­m­ers­heim, Spey­er, If­fez­heim und Straß­burg an. Gibt es tol­le Ge­schich­ten über be­son­de­re Er­leb­nis­se an Bord? „Nein“, bei­de schüt­teln erst mal den Kopf. „Ja, da wird schon mal je­mand see­krank. Auch auf dem Rhein. Wenn bei­spiels­wei­se klei­ne, vor­bei­ra­sen­de Sport­boo­te ho­he Wel­len fa­bri­zie­ren.“Bei Sturm fährt die MS Karls­ru­he nicht aus. Da­für hat sie ei­ne zu gro­ße An­griffs­flä­che für den Wind. „Bei Sturm blei­ben wir in dem Ha­fen, in dem wir gera­de sind. Die Pas­sa­gie­re wer­den dann mit Bus­sen zu­rück­ge­bracht“, be­rich­ten die Schif­fer. Auch bei Ne­bel blei­ben die Lei­nen an Ort und Stel­le, trotz Ra­dar. „Bringt ja nix, da sieht man nix“, ist die Er­klä­rung da­für. Au­ßer­dem: Die Si­cher­heit geht vor. Von der Sai­son­er­öff­nung im März bis zur Weih­nachts­fahrt nach Spey­er am 10. De­zem­ber schip­pert das Fahr­gast­schiff so gut wie täg­lich auf dem Rhein. Stets mit ei­ner drei­köp­fi­gen Cr­ew an Bord. Man kann sich aus­rech­nen, dass im Lau­fe der Zeit ei­ni­ge Über­stun­den an­fal­len. „Die bau­en wir im Win­ter ab“, be­rich­ten die Män­ner. Ur­laubs­zeit ist für sie so­wie­so zu­meist der Win­ter. In der Zeit ste­hen auch Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren am Schiff an. Al­les Din­ge, zu de­nen man in der Sai­son nicht kommt.

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