Versengold mit „Fun­ken­flug“

Die Band aus Bre­men ist ein hei­ßer Ge­heim­tipp der deut­schen Mu­sik­sze­ne

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Ado

Seit der sie­ben­köp­fi­gen Band Versengold 2015 der Ein­stieg auf Platz 22 der deut­schen Al­bum­charts ge­lang, hat sich viel ge­tan: Mit ih­rem un­ver­wech­sel­ba­ren, tem­pe­ra­ment­vol­len und trei­ben­den Folks­ound wer­den sie zu Recht als ei­ner der hei­ßes­ten Ge­heim­tipps der deut­schen Mu­sik­sze­ne wahr­ge­nom­men. Hand­ge­macht, ehr­lich und vir­tu­os an Gi­tar­re, Vio­li­ne, Ny­ckel­har­pa, Bou­zou­ki, Bass und Drums bringt die For­ma­ti­on aus Bre­men ihr Pu­bli­kum zum Sin­gen und Tan­zen. Mit dem neu­en Al­bum „Fun­ken­flug“, knüp­fen sie an ih­ren Er­fol­ge an und ge­ben gleich­zei­tig ih­ren Ein­stand bei RCA Deutsch­land. Mit „Fun­ken­flug“zeigt die Band un­ver­kenn­bar den An­spruch, sich fest im deutsch­spra­chi­gen Mu­sik­ge­sche­hen zu eta­blie­ren. In den re­nom­mier­ten Prin­ci­pal Studios in Sen­den wur­den in Zu­sam­men­ar­beit mit Pro­du­zent Jörg Um­breit der be­währt er­di­ge, akus­ti­sche Folks­ound und die fein­sin­ni­gen Tex­te er­gänzt durch hym­ni­sche Chö­re, trei­ben­de Rhyth­men und ein­gän­gi­ge Re­frains. Die ers­te Sing­le „Haut mir kein’ St­ein“stimmt erst­mals et­was ru­hi­ge­re Tö­ne an und die sanft ge­schla­ge­nen Ak­kor­de der ers­ten Tak­te las­sen be­reits er­ah­nen, dass es hier et­was nach­denk­li­cher zu­geht. Text­dich­ter Mal­te Hoyer nimmt sich hier Raum für ei­ne per­sön­li­che Bot­schaft an sei­ne Freun­de und Fans, in der er sei­ne ganz ei­ge­ne Vor­stel­lung von Ab­schied und Trau­er nach dem Tod zur Spra­che bringt. Durch das trau­ma­ti­sche Er­leb­nis ei­nes schwe­ren Au­to­un­falls im Jahr 2014 ge­win­nen die The­men Tod und Ver­gäng­lich­keit für den Sän­ger und Tex­ter an Be­deu­tung, was sich in den ak­tu­el­le­ren Songs von Versengold wi­der­spie­gelt und hier be­son­ders zur Gel­tung kommt. „Haut mir kein’ St­ein“bleibt den­noch ein Stück mit ei­ner po­si­ti­ven Bot­schaft, die Schön­heit und die ein­fa­chen Vor­zü­ge des Le­bens so lan­ge wie mög­lich zu ge­nie­ßen: „Al­so lebt die Zeit die ihr noch habt, ich gön­ne sie euch al­len / Wischt die Trä­nen weg, und tut mir den Ge­fal­len“. Et­was zu­ge­spitzt des­halb auch der Wunsch: „Legt kein’ Kranz wo­hin ich starb / son­dern baut mir dort ein Schank­haus / und tanzt auf mei­nem Gr­ab“. Der zu­neh­mend trei­ben­de Rhyth­mus und die Har­mo­nik in Dur un­ter­strei­chen den po­si­ti­ven Ge­dan­ken des Tex­tes und stei­gern sich in ein hym­nen­ar­ti­ges Fi­na­le, das die un­ver­ein­bar schei­nen­den Ge­füh­le von Freu­de und Trau­er in­ein­an­der ver­eint. Mit Ex­pe­ri­men­tier­freu­de und krea­ti­ver Of­fen­heit ist ein viel­schich­ti­ges Al­bum ent­stan­den, das von der nach­denk­li­chen Bal­la­de bis zum Par­ty­kra­cher beim Hö­rer kei­ne Wün­sche of­fen­lässt.

Mit ih­rem un­ver­wech­sel­ba­ren, tem­pe­ra­ment­vol­len und trei­ben­den Folks­ound sind die sie­ben Bre­mer von Versengold aus der deut­schen Mu­sik­land­schaft nicht mehr weg­zu­den­ken. Fo­to: An­di Geipel

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