der SONN­TAG bei …

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Wolf­gang We­ber Tho­mas Gei­er | Lei­ter des Mer­ce­des-Benz Werks in Ras­tatt

Kaum zu glau­ben, aber als Kind war sein Lieb­lings­au­to ein Opel Ka­dett. „Ich moch­te vor al­lem das Cou­pé“, sagt Tho­mas Gei­er und lacht. Cou­pés mag er im­mer noch, al­ler­dings ha­ben sei­ne pri­vat und ge­schäft­lich ge­nutz­ten Au­tos heu­te ei­nen Stern auf dem Küh­ler. Was nicht all­zu sehr ver­wun­dert, denn der 55-Jäh­ri­ge, der seit dem 1. Ja­nu­ar Stand­ort­lei­ter des Mer­ce­des-Benz Werks in Ras­tatt ist, schwört schon seit sei­ner Stu­den­ten­zeit auf die Mar­ke Daim­ler. „Mein ers­tes Au­to, das ich mir 1984 als Stu­dent kauf­te, war ein 190er“, er­in­nert er sich. Ein Jahr spä­ter ging er nach dem Stu­di­um di­rekt zu Mer­ce­des nach Un­ter­türk­heim, wo er zu­nächst als In­ge­nieur in der LKW-Ge­trie­be­ent­wick­lung ar­bei­te­te. Spä­ter ge­hör­te er zur Kern­mann­schaft, die das Ras­tat­ter Werk plan­te und 1992 er­öff­ne­te. „Nach 25 Jah­ren bin ich jetzt qua­si wie­der nach Hau­se ge­kom­men,“freut sich Gei­er nach Zwi­schen­sta­tio­nen in Sin­del­fin­gen und Un­garn. Au­tos be­stimm­ten und be­stim­men das Le­ben des Man­nes, der bis heu­te sei­ne bei­den Kof­fer mit Match­box-Au­tos aus der Kind­heit auf­be­wahrt hat. „Auch mei­ne Car­re­ra-Renn­bahn gibt’s noch.“Nor­ma­ler­wei­se sind sei­ne ak­tu­el­len Schät­ze aber et­was grö­ßer – und äl­ter. Als ab­so­lu­ter Au­to­lieb­ha­ber fährt er pri­vat ei­nen SL 500 und ei­nen 107er. Au­tos, nach de­nen sich je­der um­dreht, wenn er sie bei­spiels­wei­se auf der Schwarz­wald­hoch­stra­ße oder an­de­ren be­lieb­ten Rou­ten sieht. Fürs ge­müt­li­che Crui­sen bleibt dem viel­be­schäf­ti­gen Stand­ort­lei­ter aber re­la­tiv we­nig Zeit. Neu­lich bei­spiels­wei­se muss­te er sich um ei­nen ho­hen Gast küm­mern. „Es war uns ei­ne be­son­de­re Freu­de, Bun­des­prä­si­dent St­ein­mei­er bei uns be­grü­ßen zu dür­fen“, sagt Gei­er. Das Staats­ober­haupt er­fuhr bei sei­nem Be­such un­ter an­de­rem, dass in Ras­tatt über 6 500 Be­schäf­tig­te aus rund 50 Na­tio­nen die er­folg­rei­chen Kom­pakt­wa­gen-Mo­del­le von Mer­ce­des bau­en. Auch EQ-Mo­del­le der Kom­pakt­klas­se wer­den künf­tig im Ba­di­schen pro­du­ziert. Apro­pos E-Fahr­zeu­ge. „Bis 2025 soll der An­teil an rein-elek­tri­schen Fahr­zeu­gen am Ge­samt­ab­satz von Mer­ce­des-Benz zwi­schen 15 und 25 Pro­zent aus­ma­chen.“Und wann wird der al­ler­letz­te Mer­ce­des mit Ver­bren­nungs­mo­tor vom Band lau­fen? Da lässt er sich kei­ne Jah­res­zahl ent­lo­cken. Wenn sich Gei­er nicht pri­vat oder be­ruf­lich mit Au­tos be­fasst, dann be­tä­tigt er sich ger­ne sport­lich. „Im Win­ter geht die Fa­mi­lie Ski­fah­ren, im Som­mer Wan­dern oder Berg­wan­dern.“Auch beim Nor­dic Wal­king kann man ihn hin und wie­der an­tref­fen, vi­el­leicht so­gar di­rekt vor sei­ner Haus­tür, denn das Haus, das er En­de der 80er Jah­re in Gag­ge­nau ge­baut hat, liegt am Wald­rand. Zum Ab­schluss noch ei­ne Ge­wis­sens­fra­ge an den Mer­ce­des-Mann. Wenn er sich ein Au­to wün­schen dürf­te, das nicht von Mer­ce­des stammt - wel­ches wä­re das wohl? „Al­so da gibt es die­ses ei­ne Au­to, bei dem ich glän­zen­de Au­gen be­kom­me“, sagt er und be­kommt tat­säch­lich glän­zen­de Au­gen. „Der As­ton Mar­tin DB 5, den Ja­mes Bond fuhr. Aber um den zu kau­fen, müss­te ich vor­her im Lot­to ge­win­nen.“

25 Jah­re nach sei­nem ers­ten En­ga­ge­ment bei Mer­ce­des-Benz in Ras­tatt ist Tho­mas Gei­er wie­der in sei­ner Hei­mat an­ge­kom­men. Seit Ja­nu­ar lei­tet er das Werk in Ras­tatt. Fo­to: Mer­ce­des-Benz

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