Ein am­bi­tio­nier­tes Come­back

VfB Stuttgart: Ho­he In­ves­ti­tio­nen in ei­ne bes­se­re sport­li­che Zu­kunft

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Klot­zen statt kle­ckern – das scheint mo­men­tan das Mot­to beim schwä­bi­schen Bun­des­li­ga-Rück­keh­rer VfB Stuttgart zu sein. Knapp 17 Mil­lio­nen Eu­ro hat der Auf­stei­ger schon in neu­es Per­so­nal in­ves­tiert, wei­te­re 15 Mil­lio­nen Eu­ro sol­len an­geb­lich vom Prä­si­di­um des Clubs für wei­te­re Ver­stär­kun­gen ge­neh­migt sein. Ein Be­trag, der si­cher auch den Ein­stieg des neu­en Sport­vor­stan­des Micha­el Reschke un­ter­stüt­zen soll. Der wur­de über­ra­schend schnell von sei­nem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber Bay­ern München frei­ge­ge­ben, dort war Reschke als Tech­ni­scher Di­rek­tor in ers­ter Li­nie für die Trans­fers des Re­kord­meis­ters mit­ver­ant­wort­lich. Doch dem An­ge­bot des VfB Stuttgart konn­te er of­fen­bar nicht wi­der­ste­hen: „Es gibt im Le­ben Chan­cen, die man ein­fach er­grei­fen und Her­aus­for­de­run­gen, de­nen man sich stel­len muss“, sag­te Reschke in ei­ner Mit­tei­lung des Auf­stei­gers.

Auf Reschke war­tet je­de Men­ge Ar­beit

Beim VfB Stuttgart lös­te er Jan Schin­del­mei­ser ab, der bei den Schwa­ben wohl schon län­ger in der Kri­tik stand. Erst An­fang Ju­li 2016 hat­te der ehe­ma­li­ge Ge­schäfts­füh­rer von 1899 Hof­fen­heim (bis 2010) sei­nen Job beim Bun­des­li­ga-Ab­stei­ger an­ge­tre­ten, un­ter­zeich­ne­te ei­nen Drei­jah­res­ver­trag. Doch sei­ne Per­so­nal­po­li­tik nach dem Auf­stieg pass­te wohl nicht zu den ehr­gei­zi­gen Plä­nen, die VfB-Prä­si­dent Wolf­gang Dietrich hegt. Der spricht in In­ter­views ger­ne auch mal über die Cham­pi­ons Le­ague. In der „Sport Bild“et­wa mein­te der VfB-Boss mit Blick in die Zu­kunft: „Mein Traum ist, dass wir uns dann im obe­ren Drit­tel der Ta­bel­le eta­bliert ha­ben und bes­ten­falls nur zwei Ver­ei­ne grö­ßer sind als wir.“Doch der Weg zur Num­mer drei im deut­schen Fuß­ball ist weit. Und mit den zu­letzt von Schin­del­mei­ser ge­tä­tig­ten Ver­pflich­tun­gen so schnell auch nicht er­reich­bar. Mit Tor­wart Ron-Ro­bert Zie­ler wur­de zwar ein Füh­rungs­spie­ler für knapp vier Mil­lio­nen Eu­ro von Leices­ter Ci­ty ge­holt, doch an­sons­ten gab Schin­del­mei­ser viel Geld für Ta­len­te aus. Der 22jäh­ri­ge Kon­go­le­se Cha­drac Ako­lo wur­de für Mil­lio­nen Eu­ro vom FC Si­on ge­kauft; der 19-jäh­ri­ge Bel­gi­er Orel Man­ga­la spiel­te zu­letzt nur in der Re­ser­ve des RSC An­der­lecht, kos­te­te trotz­dem 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro. Auch der Bra­si­lia­ner Ail­ton (22 Jah­re, vor­her Esto­ril Praia, ei­ne Mil­lio­nen Eu­ro Ab­lö­se) und der von Bo­rus­sia Dort­mund aus­ge­lie­he­ne Dze­nis Bur­nic (19 Jah­re alt) ge­hö­ren nicht in die Ka­te­go­rie Leis­tungs­trä­ger. Die­se Rol­le dürf­te auch der ex­trem ver­let­zungs­an­fäl­li­ge Hol­ger Bad­stu­ber (vor­her Bay­ern München und Schal­ke 04) in der In­nen­ver­tei­di­gung zu­nächst nicht aus­fül­len. We­gen sei­ner ab­lö­se- frei­en Ver­pflich­tung soll es an­geb­lich zum end­gül­ti­gen Bruch zwi­schen Schin­del­mei­ser und den VfB-Ver­ant­wort­li­chen ge­kom­men sein. Und die Tat­sa­che, dass Schin­del­mei­ser vier Mil­lio­nen Eu­ro für den 20-jäh­ri­gen Mit­tel­stür­mer Ana­st­a­si­os Do­nis an Ju­ven­tus Tu­rin über­wies, ob­wohl man auf die­ser Po­si­ti­on mit Si­mon Te­rod­de und Da­ni­el Ginc­zek über­durch­schnitt­lich gut be­setzt ist, kam in der Ver­eins­spit­ze wohl auch nicht gut an. Reschke soll nun mit „fri­schen“Mil­lio­nen so schnell wie mög­lich er­fah­re­ne Pro­fis ver­pflich­ten, um Coach Han­nes Wolf ei­nen Ka­sechs der zur Ver­fü­gung stel­len zu kön­nen, mit dem man ei­ne sor­gen­freie Sai­son ab­sol­vie­ren kann, um da­nach Kurs auf die am­bi­tio­nier­ten Zie­le zu neh­men. Da­zu ge­hört für Reschke auch die Su­che nach ad­äqua­tem Er­satz für Stamm­spie­ler Alex­an­dru Ma­xim, der für drei Mil­lio­nen Eu­ro zum Li­ga­kon­kur­ren­ten FSV Mainz 05 ging. Wie gut Reschke im Trans­fer­markt ver­netzt zu sein scheint, ist of­fen­sicht­lich. Mit dem ehe­ma­li­gen KSC-Ju­gend­spie­ler Den­nis Ao­go (vor­her Schal­ke 04) an­gel­te er sich so­gar gleich ei­ne ab­lö­se­freie „So­fort­hil­fe“für den VfB.

Ver­stär­kung mit Stamm­platz­ga­ran­tie: Ron-Ro­bert Zie­ler kommt von Leices­ter Ci­ty zum VfB Stuttgart. Der deut­sche Na­tio­nal­spie­ler dürf­te wohl den Aus­tra­li­er Mitch Lan­gerak aus der ers­ten Elf ver­drän­gen. Zie­ler konn­te sich in Leices­ter nicht durch­set­zen und ver­sucht in der Bun­des­li­ga ei­nen Neu­an­fang. Foto: avs

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