Blick rich­tet sich nach un­ten

Drin­gend ge­sucht: Gu­te Neu­zu­gän­ge

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Das et­was über­ra­schen­de Aus des SC Frei­burg in der Qua­li­fi­ka­ti­on für die Eu­ro­pa Le­ague ge­gen den slo­we­ni­schen Po­kal­sie­ger NK Dom­za­le ist fast sym­pto­ma­tisch für die holp­ri­ge Vor­be­rei­tung beim Bun­des­li­gis­ten aus dem Breis­gau. Nach ei­nem viel zu knap­pen 1:0 im Hin­spiel schei­ter­te die SC-Pro­fis beim Rück­spiel durch ei­ne 0:2-Nie­der­la­ge. Was auf den ers­ten Blick sehr är­ger­lich er­scheint, muss aber vi­el­leicht gar kein Nach­teil für den Sen­sa­ti­ons­sieb­ten der Vor­sai­son sein, denn schließ­lich hät­te man sich ja erst noch in den nun fol­gen­den Play­offs ge­gen Olym­pi­que Mar­seil­le durch­set­zen müs­sen, um über­haupt in die Grup­pen­pha­se des in­ter­na­tio­na­len Wett­be­werbs zu kom­men. Dort hät­te man min­des­tens sechs Spie­le zu­sätz­lich im Ka­len­der un­ter­brin­gen müs­sen.

Beim SC Frei­burg hat Klas­sen­er­halt Prio­ri­tät

Ei­ne Mehr­be­las­tung, die in der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on zu ei­nem ge­wal­ti­gen Han­di­cap hät­te wer­den kön­nen. Von den drei ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Erst­li­gis­ten hat der SC Frei­burg wohl die schwers­te Sai­son vor sich. Bei 1899 Hof­fen­heim geht der Blick selbst­be­wusst nach oben, der fi­nan­zi­ell gut aus­ge­stat­te­te Auf­stei­ger VfB Stuttgart ist ge­ra­de mun­ter da­bei, sei­nen Ka­der auf­zu­rüs­ten, um den am­bi­tio­nier­ten Zei­len in per­so­nel­le Hin­sicht ge­recht zu wer­den. Und der SC Frei­burg? Der tut sich schwer, ad­äqua­ten Er­satz für die bei­den ehe­ma­li­gen Leis­tungs­trä­ger Ma­xi­mi­li­an Phil­ipp (zu Bo­rus­sia Dort­mund) und Vin­cen­zo Grifo (zu Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach) zu fin­den. Zwar kas­sier­te man für die bei­den Of­fen­si­v­as­se zu­sam­men rund 24 Mil­lio­nen Eu­ro (nach dem Ab­zug von zwei Mil­lio­nen Eu­ro für Phil­ipps Ex-Ver­ein Ener­gie Cott­bus), doch kann zehn Mil­lio­nen da­von hat auch schon wie­der aus­ge­ge­ben. Zu­letzt 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro für Of­fen­siv­mann Mar­co Ter­raz­zi­no (1899 Hof­fen­heim). Die Su­che ist im Gan­ge, doch scheint dem Sport-Club die Zeit da­von­zu­lau­fen. Neu­zu­gang Phil­ipp Li­en­hart (21 Jah­re alt) spiel­te zu­letz­te in der Re­ser­ve von Re­al Ma­drid und hat gu­te Kar­ten auf den Platz in der In­nen­ver­tei­di­gung ne­ben dem tür­ki­schen Shoo­tin­gs­tar Çaglar Söyün­cü. Neu­zu­gang Num­mer zwei, das 20-jäh­ri­ge pol­ni­sche Ta­lent Bar­tosz Ka­pust­ka, da­ge­gen kam ver­letzt nach Frei­burg. Mit ihm muss man wohl noch Ge­duld ha­ben. Doch Zeit ist et­was, was SC-Chef­coach Chris­ti­an Streich mo­men­tan wohl am we­nigs­ten hat. Und auch „Heim­keh­rer“Ter­raz­zi­no war zu­letzt bei 1899 Hof­fen­heim nur sel­ten ers­te Wahl. Er ge­hört seit Frei­tag wie­der zum Ka­der der Frei­bur­ger. Bei rea­lis­ti­scher Ein­schät­zung der sport­li­chen La­ge, wird man sich beim SC Frei­burg wohl auf den Kampf ge­gen den Ab­stieg ein­stel­len müs­sen. Es sei denn, man kann in den letz­ten Ta­gen vor dem Sai­son­start doch noch den ei­nen oder an­de­ren Pro­fi ver­pflich­ten, der als „So­fort­hil­fe“taug­lich ist.

Mar­co Ter­raz­zi­no, der auch schon beim KSC un­ter Ver­trag war, spielt künf­tig wie­der für den SC Frei­burg. Bis Frei­tag war der ge­bür­ti­ge Mann­hei­mer noch Pro­fi bei 1899 Hof­fen­heim. Foto: GES/Gün­gör

Çaglar Söyün­cü scheint in der In­nen­ver­tei­di­gung des SC Frei­burg ge­setzt zu sein. Foto: avs

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