Zur wil­des­ten Toch­ter des Rheins

Be­reits die Rö­mer pflanz­ten die ers­ten Re­ben im Ahr­tal / Ziel für Rot­wein­lieb­ha­ber

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub - Kn

Sanf­te Hü­gel, schrof­fe Fels­wän­de, tie­fe Wäl­der und stei­le Wein­ber­ge – kaum ein deut­sches Fe­ri­en­ge­biet ist in sei­ner Land­schaft so ab­wechs­lungs­reich und bie­tet zu­gleich ein der­art brei­tes Spek­trum an Frei­zeit- und Fit­ness­ak­ti­vi­tä­ten wie das Ahr­tal di­rekt vor den To­ren der Rhein­städ­te Bonn und Köln. Von der Son­ne ver­wöhnt, zieht die An­ge­bots­viel­falt glei­cher­ma­ßen Na­tur­lieb­ha­ber, Wein­freun­de, Fein­schme­cker, Ge­sund­heits­be­wuss­te, Kul­tur­in­ter­es­sier­te und Sport­be­geis­ter­te an die Ahr, einst von Ro­man­ti­kern als „wil­des­te Toch­ter des Rheins“ge­prie­sen . Ein­ge­bet­tet in die­se Na­tur­land­schaft und um­ge­ben von den Wein­ber­gen des Ahr­tals, be­fin­det sich Bad Neue­nahr-Ahr­wei­ler, ei­ne Stadt mit zwei Zen­tren, de­ren Am­bi­en­te un­ter­schied­li­cher nicht sein könn­te und die doch ei­ne reiz­vol­le Sym­bio­se aus Neu und Alt bil­den. Ahr­wei­lers Fach­werk­häu­ser wer­den von ei­nem voll­stän­dig er­hal­te­nen mit­tel­al­ter­li­chen Mau­er­ring um­ge­ben, wäh­rend man in Bad Neue­nahr eher dem Flair der Kur­an­la­gen und Ju­gend­stil­häu­ser, dem Charme der ele­gan­ten Sa­lons der Spiel­bank und dem viel­fäl­ti­gen An­ge­bot der mo­derns­ten Fit­ness­an­la­gen er­liegt. Kel­ten, Ger­ma­nen, Rö­mer und Fran­zo­sen, Gra­fen und Erz­bi­schö­fe ga­ben sich in Ahr­wei­ler die Klin­ke in die Hand. Die mit­tel­al­ter­li­che Stadt­mau­er mit Wall­gra­ben, To­ren und Tür­men um­gibt die au­to­freie Alt­stadt mit ih­ren Fach­werk­häu­sern. Be­son­ders se­hens­wert sind das Wolff­sche Haus, ein Fach­werk­ge­bäu­de von 1621 mit ei­nem reich ver­zier­ten Er­ker, und der Blan­karts­hof aus dem Jahr 1680. Der Markt­platz wird ge­prägt vom al­ten Ratz­haus und von St. Lau­ren­ti­us, der ers­ten früh­go­ti­schen Hal­len­kir­che des Rhein­lands. Das Kur­vier­tel des Heil­bads Bad Neue­nahr lädt zum Fla­nie­ren rund um Ba­de­haus und Spiel­bank ein und bie­tet herr­li­che Park­an­la­gen – wie dem zum schöns­ten Park in RheinDie land-Pfalz ge­wähl­ten Kur­park mit sei­nem wun­der­ba­ren al­ten Baum­be­stand. Mit­ten durch den Ort mit sei­nen wei­ßen Pa­tri­zi­erHäu­sern schlän­gelt sich die Ahr. Be­reits die al­ten Rö­mer wa­ren es, die der Heil­kraft der Bad Neue­nah­rer Qu­el­len – al­len vor­an der be­kann­ten Apol­li­na­ris-Quelle – so zu­ge­tan wa­ren, dass sie sich hier nie­der­lie­ßen. Heu­te boomt der Ge­sund­heits­stand­ort Bad Neue­nahr-Ahr­wei­ler vor al­lem we­gen sei­ner ärzt­li­chen Kom­pe­tenz und der atem­be­rau­ben­den Land­schaft. Die Rö­mer pflanz­ten einst die ers­ten Re­ben. Heu­te ge­hört das Ahr­tal zu den pro­fi­lier­tes­ten Rot­wein­an­bau­ge­bie­ten Deutsch­lands. Ahr­win­zer ha­ben das klei­ne, wild-ro­man­ti­sche Tal zur Schatz­kam­mer ge­macht und ste­hen mit an der Spit­ze deut­scher Wein­er­zeu­ger. Auch die Gast­lich­keit hat an der Ahr ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on. Ob rus­ti­ka­le Winzer­hö­fe, länd­li­che Aus­flugs­lo­ka­le, fa­mi­liä­re Fe­ri­en­woh­nun­gen, in­di­vi­du­el­le Pri­vat­zim­mer oder aber Lu­xus­ho­tels mit Pool und Sau­na – meist fühlt man sich eher als Freund des Hau­ses, denn als Gast. Mit An­ek­do­ten, My­then und ech­tem Zeit­ge­sche­hen ent­führt das Ahr­tal sei­ne Be­su­cher in span­nen­de, be­reits ver­gan­ge­ne Zei­ten. Mit­tel­al­ter­li­che Stadt­mau­ern und Burg­rui­nen bil­den die Ku­lis­se. Das „Dunk­le Zeit­al­ter“ war gar nicht so fins­ter, zu­min­dest bie­tet es vie­le un­ter­halt­sa­me Ge­schich­ten und An­ek­do­ten. Je­den Frei­tag, 21 Uhr, fin­det in den mit­tel­al­ter­lich an­mu­ten­den Gas­sen von Ahr­wei­ler die Nach­wäch­t­er­füh­rung statt. Je­den ers­ten und drit­ten Sams­tag geht es auf der Burg Are zur Ko­s­tüm­füh­rung. Treff­punkt ist um elf Uhr die Tou­rist-In­for­ma­ti­on Al­te­n­ahr. Ei­ne hol­de Maid zeigt Be­su­chern das An­we­sen ih­rer Fa­mi­lie.

Ei­nes der pro­fi­lier­tes­ten Rot­wein­an­bau­ge­bie­te Deutsch­lands: Das Ahr­tal, di­rekt vor den To­ren der Rhein­städ­te Köln und Bonn,ge­le­gen, lockt Ge­nie­ßer und Wan­de­rer glei­cher­ma­ßen. Fo­to: Dominik Ketz / Rhein­land-Pfalz Tou­ris­mus

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