Neu­start auf Spiel­plan

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region -

Das war kein ge­prob­ter Auf­tritt: Die Steu­er­prü­fer ka­men 2015 ins Sand­korn-Thea­ter, um die Buch­hal­tung un­ter die Lu­pe zu neh­men. Un­ter an­de­rem fiel den Fahn­dern ei­ni­ges in den Abrech­nun­gen des Ge­trän­ke­ver­kaufs auf. Und so kam et­was ins Rol­len. Auf­grund zu er­war­ten­der ho­her Steu­er­nach­zah­lun­gen von wohl 500 000 Eu­ro muss­te das als ge­mein­nüt­zi­ge Gm­bH or­ga­ni­sier­te Karls­ru­her Pri­vat­thea­ter im Au­gust 2017 In­sol­venz an­mel­den. Ein schwe­rer Schritt für die ak­tu­el­le Ge­schäfts­füh­re­rin St­ef­fi Lack­ner, der Stief­toch­ter des Grün­ders – vor 61 Jah­ren – und lang­jäh­ri­gen Thea­ter­lei­ters Sieg­fried Kr­ei­ner. Als vor­läu­fi­ger In­sol­venz­ver­wal­ter ist ein Mann­hei­mer Rechts­an­walt ein­ge­setzt. Er prüft, was an Mas­se vor­han­den ist und wie Gläu­bi­ger an Geld kom­men. In der Zwi­schen­zeit läuft der Thea­ter­be­trieb im Sep­tem­ber wei­ter, wohl auch noch im Ok­to­ber. So­fern die Ver­hält­nis­se des „al­ten“Sand­korn recht­lich ge­klärt sind, kann es ei­nen wirt­schaft­li­chen Neu­start un­ter dem bis­he­ri­gen La­bel ge­ben, sagt Gün­ter Knap­pe. Der Jour­na­list und Film­pro­du­zent, der in den 80er Jah­ren selbst am Sand­korn ins­ze­nier­te, wür­de die Neu-Ge­schäf­te füh­ren. Für die künst­le­ri­sche Lei­tung steht Erik Ra­stet­ter be­reit. Der Schau­spie­ler und Re­gis­seur ar­bei­tet be­reits im Haus. Er sorgt für ei­ne ge­wis­se Kon­ti­nui­tät. Auch wenn sich ei­ni­ges in­halt­lich än­dern dürf­te. „Ge­sell­schaft­lich re­le­van­tes Kin­der- und Ju­gend­thea­ter, Ka­ba­rett und Klein­kunst, auch von Nach­wuchs­leu­ten und neue Stü­cke, die an­de­re nicht spie­len“, hat Gün­ter Knap­pe im Blick. Er schätzt, dass ab 2018 sol­che Ide­en um­ge­setzt wer­den kön­nen. Die Ko­ope­ra­ti­on mit St­ef­fi Lack­ner be­zeich­net er als sehr gut. Nie­mand will al­so ver­brann­te Thea­ter­er­de. Un­ter­stüt­zend ak­tiv ist der Freun­des­kreis des Thea­ters um Ull­rich Ei­den­mül­ler und Mar­tin Wa­cker

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