Si­na Pous­set: Au­to­rin mit vie­len In­ter­es­sen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Si­na Pous­set | Schrift­stel­le­rin Tho­mas Liebs­cher

Auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se spricht Si­na Pous­set heu­te über ih­ren ers­ten Ro­man „Schwim­men“. Da­rin um­kreist die 27-jäh­ri­ge Au­to­rin Lie­bes- und Bin­dungs­ängs­te drei­er Men­schen ih­rer Ge­ne­ra­ti­on. An­hand von zwei Mal drei Ta­gen im Le­ben der Haupt­per­so­nen Mil­la, Kristina und Jan wer­den ein fol­gen­rei­cher ver­gan­ge­ner Auf­ent­halt am Meer in Frank­reich und groß­städ­ti­sche Ge­gen­wart ver­knüpft. Ei­ne der Frau­en stu­diert Kunst, eben­so wie es Si­na Pous­set selbst ge­tan hat – an der Hoch­schu­le für Gestal­tung Karls­ru­he. „Das ist ja ei­ne klei­ne Uni in ei­nem rie­si­gen Ge­bäu­de. Am An­fang fand ich mich schwer zu­recht und bin auch mit Karls­ru­he nicht gleich warm ge­wor­den. Aber dann ha­be ich al­les schät­zen ge­lernt. Be­stimmt auch durch das Woh­nen in der Süd­stadt. Ein Kiez wie ich ihn jetzt auch in Ber­lin schät­ze“, er­zählt die Jour­na­lis­tin und Schrift­stel­le­rin. In Karls­ru­he be­gann sie für die BNN-Kul­tur­re­dak­ti­on zu schrei­ben, heu­te ver­fasst sie Re­por­ta­gen aus ganz Eu­ro­pa, Süd­ost­asi­en oder auch mal New York für Ver­la­ge in Mün­chen und Ham­burg. „Ich lie­be ja auch das Rei­sen und das Ein­tau­chen in an­de­re Kul­tu­ren. Das ist dann im­mer mit dem Schrei­ben ver­bun­den, an­ders geht es nicht“. Si­na Pous­set hat sich die wei­te Welt und die Mög­lich­keit, ganz da­rin zu le­ben, nach und nach er­schlos­sen. Vom Hei­mat­ort Hei­del­berg ging es zu­nächst nach Karls­ru­he, zwi­schen­durch nach Paris, dann zum Mas­ter­stu­di­um nach Ox­ford. „Es klingt viel­leicht merk­wür­dig, aber ich bin den­noch sehr hei­mat­ver­bun­den und kom­me noch sehr gern in mei­ne ba­di­schen Städ­te. Die Men­schen sind in Süd­deutsch­land auch freund­li­cher“, meint die der­zei­ti­ge Ber­li­ne­rin. In der Haupt­stadt schreibt sie mit Blick auf ei­nen schö­nen Neu­köll­ner Hin­ter­hof. Auf ih­rem Schreib­tisch fin­den sich ei­ne Post­kar­te von Paris, ein Ge­dicht von Hil­de Do­min und ein bun­tes Ein­horn als Glücks­brin­ger. „Sonn­ta­ge ver­su­che ich mög­lichst ent­spannt zu hal­ten, auch wenn ich Frei­be­ruf­le­rin bin. Ich stel­le nie den We­cker und lie­be es, lan­ge zu Hau­se oder im Ca­fé zu früh­stü­cken und den Tag nur im Vier­tel zu ver­brin­gen“, be­rich­tet Pous­set. Ihr ers­tes Buch han­del­te aber wie­der vom Rei­sen. Sehr un­ter­halt­sam er­zähl­te sie in „Kei­ne Ah­nung, wo wir ge­ra­de sind“vom Fah­ren mit Fern­bus­sen. „Es macht mir dann Spaß, wie kürz­lich in Karls­ru­he, ei­ne Le­sung dar­aus im Bus zu ma­chen.“Mar­tin Su­ter und Ian McEwan sind von Pous­set ge­schätz­te Au­to­ren. „Das prä­gen­de Kin­der­buch war ,Der Herr der Die­be‘ von Cor­ne­lia Fun­ke. Und Schrift­stel­le­rin woll­te ich schon im­mer wer­den“, er­in­nert sich die jun­ge Frau. Vier Jah­re schrieb sie „ne­ben­her“am Ro­man. Der­zeit sitzt sie an ei­nem neu­en Werk: ih­rer Dok­tor­ar­beit über Pres­se­fo­tos.

Fo­to: Me­la­nie Hau­ke

Übers Fah­ren im Fern­bus schrieb Si­na Pous­set ein un­ter­halt­sa­mes Buch. Manch­mal liest sie dar­aus bei li­te­rai­schen Bus­fahr­ten. Ge­ra­de er­schien auch der ers­te Ro­man von Pous­set, die in Karls­ru­he stu­dier­te. Fo­to: MLO

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