Chris Rea: Neu­es Al­bum mit Rock­bal­la­den

Chris Rea ver­öf­fent­licht ein Al­bum mit Rock­bal­la­den und geht wie­der auf Tour­nee

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Ad

Wie al­le gro­ßen Künst­ler ging auch Chris Rea sei­nen ei­ge­nen Weg und folg­te sei­nen künst­le­ri­schen Vi­sio­nen. Ob­wohl in je­dem Song sei­nes ein­zig­ar­ti­gen mu­si­ka­li­schen Re­per­toires die DNA des Rock ’n’ Roll steckt, hielt ihn die Mu­sik­in­dus­trie für ei­nen Au­ßen­sei­ter und er war ihr ein fun­keln­der Dorn im Au­ge. Rea ist Künst­ler und Ma­ler, be­ken­nen­der Blues- und Mo­tor­sport­lieb­ha­ber, Fil­me­ma­cher und klas­si­scher Kom­po­nist, der von der ita­lie­ni­schen Mu­sik­sze­ne be­ein­flusst wur­de. Am bes­ten be­schrei­ben wohl die Be­grif­fe „eklek­tisch“und „un­kon­ven­tio­nell“den Mann, der welt­weit über 30 Mil­lio­nen Al­ben ver­kauft hat, in­dem er ein­fach er selbst ge­blie­ben ist. In den letz­ten Jah­ren hat Chris Rea die Öf­fent­lich­keit an sei­nen Lei­den­schaf­ten teil­ha­ben las­sen. So ver­öf­fent­lich­te er die DVD „San­to Spi­ri­to“, zwei abend­fül­len­de Fil­me, für die er selbst das Dreh­buch schrieb und Re­gie führ­te. Da­zu ge­hö­ren zwei CDs mit dem zu­ge­hö­ri­gen Sound­track, das Stu­dio­al­bum „Blue Gui­tars“so­wie ei­ne Box von elf CDs mit 137 blues­in­spi­rier­ten Tracks. Sei­ne ei­ge­nen Ge­mäl­de fun­gie­ren als Al­bum­co­ver. Des Wei­te­ren er­schien 1996 mit „La Pas­sio­ne“ein De­lu­xeBox­set mit dem Sound­track sei­ner Kurz­fil­kann. me über den le­gen­dä­ren Renn­fah­rer Wolf­gang Graf Berg­he von Trips. Die­ses ent­hält ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on mit Ma­te­ri­al aus Von Trips per­sön­li­chem Film­ar­chiv so­wie ei­nen 70-sei­ti­gen Bild­band (eben­falls mit Fo­to­gra­fi­en und Ge­mäl­den des Sän­gers). 2017 wid­met sich der 66-Jäh­ri­ge je­doch wie­der dem, was er am bes­ten kann: er ver­öf­fent­licht ein Al­bum vol­ler hin­rei­ßen­der Rock­bal­la­den, auf dem sei­ne ein­zig­ar­ti­ge Stim­me und sein Song­wri­ter-Ta­lent in Best­form zu hö­ren sind. „Road Songs For Lo­vers“kann ge­trost als ei­nes sei­ner bis­her bes­ten Al­ben be­zeich­net wer­den. Er nahm es mit sei­ner Band in den Me­tro­po­lis Stu­di­os in Lon­don auf, nicht wie sonst al­lei­ne in sei­nem Heim­stu­dio. Es zeigt sei­ne Lei­den­schaft für Be­we­gung und das Rei­sen. Songs wie die ers­te Sing­le „The Road Ahead“, „Hap­py On The Road“, „Last Train“und der Ti­tel­track ma­chen deut­lich, dass wir uns in un­se­rem Le­ben kon­stant be­we­gen. Die Tracks sind der pas­sen­de Sound­track da­zu. Reas ein­zig­ar­ti­ger war­mer und cha­rak­te­ris­ti­scher Sound ist un­ein­ge­schränkt auf dem kom­plet­ten Al­bum zu hö­ren. Auf „An­gel Of Lo­ve“nä­hert er sich dem The­ma „Grö­ße“an und er­in­nert den Zu­hö­rer dar­an, wie wun­der­schön sei­ne Stim­me bis­wei­len klin­gen Der Song ist ei­ner der be­we­gends­ten der Plat­te, doch sei­ne herz­zer­rei­ßen­de Na­tur wirkt da­bei nie­mals de­plat­ziert. Chris Rea fei­er­te erst re­la­tiv spät kom­mer­zi­el­le Er­fol­ge: Bis zur Ver­öf­fent­li­chung sei­nes 18. Stu­dio­al­bums „The Road To Hell (pt. 2)“stieg er zwar re­gel­mä­ßig in die UKAl­bum­charts ein, er­reich­te je­doch nie die Top Ten der Singlecharts. Viel­leicht ist Rea ge­nau des­halb so ein er­fri­schen­der Künst­ler ge­blie­ben, ein Mann, der sich sei­ner Fä­hig­kei­ten als Singer Song­wri­ter stets be­wusst

„Ich war nie ein Rock- oder Pop­star“

war. „Ich war nie ein Rock- oder Pop­star. Die Krank­heit gab mir die Chan­ce das zu tun, was ich schon im­mer woll­te“, re­flek­tiert er und deu­tet noch ein­mal sei­ne Lei­den­schaft für den Mo­tor­sport, die Ma­le­rei und den Blues an. Kurz nach­dem ihm mit dem Al­bum King of the Beach im Jahr 2000 ein be­acht­li­ches Come­back ge­lang, wur­de bei Chris Rea Bauch­spei­chel­drü­sen­krebs fest­ge­stellt. In­zwi­schen hat er die Krank­heit aber of­fen­bar be­siegt. Chris Rea live: Am 22.10. in Mann­heim, am 24.10. in Stutt­gart.

Chris Rea hat mit „Road Songs For Lo­vers“ein Al­bum vol­ler hin­rei­ßen­der Rock­bal­la­den ver­öf­fent­licht. Am 13. Ok­to­ber star­tet sei­ne Deutsch­land­tour­nee. Fo­to: An­dy Earl

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