Kohl-Wit­we die Al­lein­er­bin

„Spie­gel“: Nur Pflicht­teil für Söh­ne

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell -

Die Wit­we des ver­stor­be­nen Alt­kanz­lers Hel­mut Kohl, Mai­ke Kohl-Rich­ter, ist nach „Spie­gel“-In­for­ma­tio­nen die Al­lein­er­bin des im Ju­ni ver­stor­be­nen CDU-Po­li­ti­kers. Dies ge­he aus dem Erb­schein her­vor, den das Nach­lass­ge­richt in Lud­wigs­ha­fen am Rhein am 10. Au­gust aus­ge­stellt ha­be, be­rich­te­te das Nach­rich­ten­ma­ga­zin. Bis­lang war die Fra­ge der Erb­schafts­re­ge­lung öf­fent­lich nicht be­kannt. Das Ver­hält­nis zwi­schen Kohls zwei­ter Ehe­frau und sei­nen Söh­nen aus ers­ter Ehe, Wal­ter und Pe­ter, gilt als zer­rüt­tet. Wal­ter Kohl hat­te vor ei­ni­gen Wo­chen in ei­ner Talk­show ge­sagt, es ha­be noch zu Leb­zei­ten Kohls ei­ne „ju­ris­ti­sche Klä­rung“der Erb­fra­ge in­ner­halb der Fa­mi­lie ge­ge­ben. Da­bei ließ er al­ler­dings of­fen, an wen das Er­be geht. Mit der Al­lein­er­ben-Re­ge­lung ha­ben die Söh­ne An­spruch auf ei­nen Pflicht­teil.

Zum Nach­lass Kohls zäh­len auch Ak­ten, auf die das Bun­des­ar­chiv An­spruch er­hebt. Im Hin­ter­grund be­steht ein Streit zwi­schen dem Bun­des­ar­chiv und der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung (KAS). Kohl hat­te nach sei­ner Wahl­nie­der­la­ge 1998 rund 400 Ak­ten­ord­ner aus dem Kanz­ler­amt in das Ar­chiv der KAS trans­por­tie­ren las­sen. Im Jahr 2010 for­der­te er die Un­ter­la­gen mit der Be­grün­dung an, er be­nö­ti­ge sie für ei­nen wei­te­ren Me­moi­ren­band. Jetzt lie­gen die Pa­pie­re in sei­nem Pri­vat­haus in Og­gers­heim. Die Stif­tung möch­te, dass die Pa­pie­re voll­stän­dig zu­rück in ihr Ar­chiv kom­men. Micha­el Holl­mann, der Prä­si­dent des Bun­des­ar­chivs, ver­weist hin­ge­gen auf die Rechts­la­ge. Da­nach ge­hö­ren staat­li­che Un­ter­la­gen ins Bun­des­ar­chiv. Al­ler­dings ist der An­teil der Kanz­ler­amts­pa­pie­re un­klar.

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