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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell -

Seit ei­ni­ger Zeit hat der „Eklat“die gu­te al­te „Af­fä­re“weit­ge­hend aus den Me­di­en ver­trie­ben, auch lieb ge­won­ne­ne Be­grif­fe wie „Saue­rei“, „Schan­de“und „Pau­ken­schlag“kom­men nur noch höchst sel­ten vor. Denn wo man auch hin­schaut: Ein Eklat (frz.: éclat, Knall, Krach) jagt den nächs­ten. Zum Bei­spiel in Stutt­gart („Box-Eklat: Ma­na­ger ras­tet aus!“). Oder in Ja­pan („Me­di­en-Eklat von Vet­tel“), in Prag („Tri­bü­nen-Eklat der DFB-Fans“) oder in den USA („US-Vi­ze­prä­si­dent sorgt beim Foot­ball für ei­nen Eklat“). Von den vie­len Talk­show-Eklats („Bos­bachEklat bei Maisch­ber­ger“, „Pe­trys kal­ku­lier­ter Eklat“) ganz zu schwei­gen. Mal kommt er gänz­lich über­ra­schend, der Eklat, mal hat­te man ihn schon vor­aus­ge­se­hen, bis­wei­len wird er so­gar pro­vo­ziert. Die Mut­ter al­ler Eklats dürf­te in der Ni­be­lun­gen­sa­ge zu fin­den sein: der Zwist zwi­schen Kriem­hild und Brun­hild auf der Trep­pe des Worm­ser Doms. Im Streit um den Vor­tritt ins Kir­chen­in­ne­re be­schimpf­te Kriem­hild Brun­hild als „Kebs­weib“(Mät­res­se) ih­res Gat­ten Sieg­fried. Ein Wort gab das an­de­re und am En­de stand der Un­ter­gang der Ni­be­lun­gen.

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