Tennis: Gör­ges jetzt vor Ker­ber

De­so­la­te DFB-Frau­en nach He­implei­te ge­gen Is­land am Tief­punkt / WM-Ti­cket in Ge­fahr

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Jana Lan­ge

Fed-Cup-Spie­le­rin Ju­lia Gör­ges hat das Tur­nier in Mos­kau ge­won­nen und da­mit ih­re sechs­ein­halb­jäh­ri­ge Durst­stre­cke auf der WTA-Tour be­en­det. Sie löst zu­dem in der Tennis-Welt­rang­lis­te An­ge­li­que Ker­ber als deut­sche Num­mer eins ab. Ca­ri­na Witt­höft ge­wann in Lu­xem­burg; es war der größ­te Er­folg ih­rer Kar­rie­re.

Nach der scho­nungs­lo­sen Abrech­nung mit ih­rem Team ließ Bun­des­trai­ne­rin St­ef­fi Jo­nes nach der pein­li­chen 2:3He­implei­te der deut­schen Fuß­ball­frau­en ge­gen Is­land die Peit­sche knal­len. Erst das EM-De­ba­kel, nun die ers­te Nie­der­la­ge in der WM-Qua­li­fi­ka­ti­on seit 19 Jah­ren – die er­folgs­ver­wöhn­te DFB-Aus­wahl ist nur noch ein Schat­ten ih­rer selbst. Doch auf der Su­che nach dem Aus­weg wirkt die Bun­des­trai­ne­rin, de­ren Ver­trag trotz des Schei­terns im EM-Vier­tel­fi­na­le bis 2019 mit Op­ti­on auf Olym­pia 2020 ver­län­gert wor­den war, zu­neh­mend rat­los. „Man kann schon von ei­nem Tief­punkt spre­chen“, sag­te die 44Jäh­ri­ge wü­tend: „Al­le müs­sen sich an die ei­ge­ne Na­se pa­cken. Die Am­pel steht schon auf Rot.“Hat­te sie nach der EM schon an­ge­kün­digt, die Lei­ne ab so­fort kür­zer zu hal­ten, droh­te sie nun: „Wenn das ge­braucht wird, kann ich auch noch mehr Peit­sche.“Alex­an­dra Popp, ei­ne der bei­den deut­schen Tor­schüt­zin­nen, ver­sprach, in­tern Kl­ar­text zu re­den. „Es muss jetzt mal knal­len“, sag­te die Wolfs­bur­ge­rin, die nach Ab­pfiff so­gar Trä­nen ver­gos­sen hat­te: „Wir ma­chen ge­ra­de al­les ka­putt, was wir uns über Jah­re auf­ge­baut ha­ben.“Denn nach den Sie­gen über Slo­we­ni­en (6:0) und in Tsche­chi­en (1:0) rutsch­te Deutsch­land in der Grup­pe 5 auf Rang drei hin­ter den punkt­glei­chen Teams aus Tsche­chi­en und Is­land ab. Nur die sie­ben Grup­pen- sie­ger lö­sen das di­rek­te Ti­cket für die End­run­de 2019 in Frank­reich. Die vier bes­ten Zwei­ten kämp­fen in Play-offs um den letz­ten Eu­ro­pa-Start­platz. Das Hor­ror­sze­na­rio sol­cher Ner­ven­spie­le lässt nicht nur Le­na Go­eß­ling er­schau­dern: Kei­ne WM, kei­ne Olym­pi­schen Spie­le. Un­vor­stell­bar!“Auch wenn Popp die Schuld aus­schließ­lich bei den Spie­le­rin­nen sah („Dem Trai­ner­team ist nichts vor­zu­wer­fen“): Die sport­li­che Lei­tung muss sich fra­gen, war­um der zwei­ma­li­ge Welt- und acht­ma­li­ge Eu­ro­pa­meis­ter im Jahr nach Gold in Rio sein Selbst­ver­ständ­nis voll­kom­men ver­lo­ren hat. Als Rein­fall er­wies sich bei­spiels­wei­se, im Tor Lau­ra Ben­karth den Vor­zug vor der Num­mer eins Al­muth Schult zu ge­ben. Die Frei­bur­ge­rin trug zur all­ge­mei­nen Ve­r­un­si­che­rung bei. Jo­nes’ jüngs­te Sys­tem­än­de­run­gen bei häu­fi­gen ver­let­zungs­be­ding­ten Per­so­nal­wech­seln hal­fen eben­falls nicht. Am Di­ens­tag (16.10 Uhr/ARD) muss die DFBAus­wahl ge­gen Fuß­ball-Zwerg Fä­rö­er mit ei­nem deut­li­chen Pflicht­sieg in Groß­as­pach Scha­dens­be­gren­zung be­trei­ben. „Wir müs­sen uns als Team aus die­sem Tief her­aus­kämp­fen“, for­der­te Ba­bett Pe­ter.

Am Di­ens­tag ge­gen Fuß­ball­zwerg Fä­rö­er

Ex­plo­si­ve At­mo­sphä­re: Bun­des­trai­ne­rin St­ef­fi Jo­nes (links) wirkt zu­neh­mend rat­los, Alex­an­dra Popp ver­sprach, mit der Mann­schaft Kl­ar­text zu re­den – und am Di­ens­tag war­ten in der WM-Qua­li die Fä­rö­er. Fo­to: avs

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