der SONN­TAG

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - Tho­mas Liebs­cher Lutz Barth | Sin­nen­ar­bei­ter in der Evan­ge­li­schen Lan­des­kir­che

Ich bin viel her­um­ge­kom­men in mei­nem ers­ten Be­ruf als Flo­rist. In Köln und Düs­sel­dorf ha­be ich vie­le rei­che Men­schen ken­nen­ge­lernt und war er­staunt, wie un­zu­frie­den vie­le von de­nen sind und dass al­so Geld nicht den Sinn des Le­bens aus­ma­chen kann. Durch ei­nen from­men Ju­gend­kreis und Bi­bel­ar­beit bin ich dann zum Glau­ben ge­kom­men“, er­zählt Lutz Barth. Er steht mit­ten in der zum Aus­stel­lungs­raum ver­wan­del­ten evan­ge­li­schen Mat­thä­us­kir­che Karls­ru­he, an Stän­den ei­nes mit­tel­al­ter­li­chen Markt­plat­zes, trägt ei­ne Müt­ze und ei­nem Um­hang. Barth gibt ei­nen Knecht aus der Zeit um 1500 und lei­tet als ei­ner von 50 Be­treu­ern die Be­su­cher durch den Sin­nen­park „Mensch Lu­ther“. Von der Stu­be im El­tern­haus des Re­for­ma­tor über sei­ne Klos­ter­zel­le und den Reichs­tag in Worms und hin zum ei­ge­nen Wit­ten­ber­ger Haus­halt mit Frau und Kin­dern, wer­den die an­ge­mel­de­ten Grup­pen ge­führt. Ein­ge­spiel­te Hör­bil­der und ver­schieb­ba­re Ta­feln er­gän­zen die 130 Ku­lis­sen­tei­le. Ein Pro­jekt, drei Jah­re lang er­ar­bei­tet von Barth, sei­ner Frau An­net­te und vie­len fach­li­chen oder eh­ren­amt­li­chen Mit­strei­tern. Das hät­te sich der Rhein­län­der Barth als jun­ger evan­ge­li­scher Christ noch nicht vor­ge­stellt, dass er ein­mal „Zei­t­rei­sen“für die Ba­di­sche Lan­des­kir­che or­ga­ni­siert und da­für sorgt, dass Ge­schich­te sinn­lich er­leb­bar wird. „Aber an Zu­fall glau­be ich nicht, al­les baut auf­ein­an­der auf. Und na­tür­lich hät­ten wir nie ge­dacht, da­mals 2000, dass un­ser Os­ter­gar­ten in Lin­ken­heim so viel Re­so­nanz fin­det“, be­rich­tet Barth mit blit­zen­den Au­gen. Er steht gern un­ter Strom, er ist ein gu­ter Ver­käu­fer ge­blie­ben. „Wir ge­ben im­mer al­les, mit Herz­blut“. Er wä­re nicht Re­li­gi­ons­päd­ago­ge ge­wor­den, wenn er nicht Men­schen gut ein­schät­zen und ein­set­zen könn­te. Krea­tiv-Di­rek­to­rin der Sin­nen­ar­beit im Amt für Mis­sio­na­ri­sche Di­ens­te der Lan­des­kir­che ist An­net­te Barth. Sie ver­pass­te we­gen ei­ner Rei­se aber Ge­spräch und Fo­to für den SONN­TAG. „Apro­pos Sonn­tag. Die Zei­tungs­lek­tü­re früh am Mor­gen ge­hört für uns da­zu. Und den Co­mic schi­cke ich an ei­ne Toch­ter. Mit der an­de­ren Toch­ter und dem En­kel tref­fen wir uns meist am Nach­mit­tag. Vor­mit­tags be­su­chen wir ei­nen Got­tes­dienst, auch in an­de­ren Ge­mein­den“, schil­dert Barth sei­nen Sonn­tag. Im „Blau­en Raum“von „Mensch, Lu­ther“steht der Re­for­ma­tor auf ei­ner groß­for­ma­ti­gen Bi­bel. Auch für Barth ist das Neue und Al­te Tes­ta­ment stän­di­ger Weg­wei­ser im Glau­ben. Zum re­gel­mä­ßi­gen Bi­bel­stu­di­um zieht sich der 59-Jäh­ri­ge in sei­ne Dach­stu­be zu­rück. Als Platz der Stil­le im Karls­ru­her Be­rufs­le­ben schätzt er die ka­tho­li­sche Ste­phans­kir­che. Hin­aus in die Aus­stel­lungs­welt geht es zu­dem oft für das Ehe­paar Barth. Sie ho­len sich An­re­gun­gen für die ei­ge­nen, im­mer grö­ßer wer­den­den Pro­jek­te. Und ein So­lo­pro­gramm zur Lu­ther­zeit hat Barth eben­falls er­ar­bei­tet. Die Zei­t­rei­se „Mensch Lu­ther“war zu­nächst in Pforz­heim zu er­le­ben. In der Karls­ru­her West­stadt dau­ert sie noch bis zum 19. No­vem­ber. Un­ter „sin­nen­park. de“kann man, auch mit äl­te­ren Kin­dern, Füh­rungs­ter­mi­nen aus­ma­chen. Da­mit Re­for­ma­ti­on hörund spür­bar wird.

Den Men­schen Mar­tin Lu­ther er­fass­bar ma­chen - das ge­lingt Lutz Barth, hier in Klei­dung der Re­for­ma­ti­ons­zeit, mit ei­ner sinn­li­chen und sinn­haf­ten Aus­stel­lung der­zeit in der Karls­ru­her Mat­thä­us­kir­che. Fo­to: Ar­tis

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