Das Wort zum Sonn­tag

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - von Er­hard Bech­told, stell­ver­tre­ten­der De­kan aus Karls­ru­he

„Wir müs­sen re­den“– manch­mal ge­he ich mit die­sem Wort auf je­man­den zu oder es spricht mich je­mand so an. Dass dies dann ein gu­tes Ge­spräch wird, ist nicht von vorn­her­ein schon klar. In die­sen Ta­gen und Wo­chen müs­sen ge­wähl­te Po­li­ti­ker in un­se­rem Land mit­ein­an­der re­den, da­mit Deutsch­land wie­der ei­ne Re­gie­rung, ei­ne mög­lichst gu­te, be­kommt. Viel­leicht ist es gera­de auch in man­chen Fa­mi­li­en oder Ehen not­wen­dig, dass man mit­ein­an­der re­det, wenn es gut wei­ter­ge­hen soll. Am kom­men­den Di­ens­tag gibt es in un­se­rem Land ei­nen Fei­er­tag, der an den The­sen­an­schlag Mar­tin Lu­thers er­in­nert. Ur­sprüng­lich war das si­cher­lich auch als An­stoß für ein Ge­spräch ge­dacht, bei dem man auch strei­ten kann. Zu ei­nem ech­ten Ge­spräch kam es da­mals nicht. Ge­sprächs­ver­wei­ge­rung macht Lö­sun­gen un­mög­lich. Es mag manch­mal ei­ne Un­ter­bre­chung und Zeit zum Nach­den­ken not­wen­dig sein, aber dann braucht es wie­der die Be­reit­schaft, auf­ein­an­der zu­zu­ge­hen. Die­sen Weg ha­ben die Chris­tin­nen und Chris­ten aber heu­te un­um­kehr­bar ein­ge­schla­gen. Die Kir­chen fei­ern ei­nen ge­mein­sa­men Taufer­neue­rungs­got­tes­dienst. Chris­ten er­in­nern sich dar­an, dass sie an­ge­nom­men und ge­liebt sind von Gott. Das gilt für al­le Men­schen. Die Chris­ten ha­ben sich in die­sem be­son­de­ren Zei­chen der Taufe hin­ein­neh­men las­sen in die Ge­mein­schaft der Kir­che Je­su Chris­ti. „Wir müs­sen re­den“! Wenn wir mit ei­nem an­de­ren Men­schen re­den wol­len, dann müs­sen wir dem an­de­ren wohl wol­len. Wo wir ein­an­der so be­geg­nen, da kön­nen Ge­gen­sät­ze und Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten über­wun­den wer­den. Je­sus möch­te uns da­für ei­ne Grund­hal­tung ins Herz le­gen: „Du sollst den Herrn dei­nen Gott lie­ben und dei­nen Nächs­ten wie dich selbst.“Mit die­sem Wort im Her­zen kann un­ser Re­den mit­ein­an­der gut wer­den – in der Po­li­tik, in der Kir­che und im per­sön­li­chen Le­ben von uns selbst auch.

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