Kom­pe­tenz-Ver­stär­ker

Wie man mit Bril­len­fas­sun­gen Ein­druck ma­chen kann

Der Sonntag (Mittelbaden) - - MODE & STIL - SO

Der al­te Trick funk­tio­niert: Mit Bril­le scheint der Mensch in­tel­li­gen­ter als oh­ne. Laut ei­ner Om­ni­quest-Um­fra­ge schät­zen 40 Pro­zent der Deut­schen Bril­len­trä­ger als klug ein, 50 Pro­zent als in­ter­es­sant. Über die Merk­ma­le der Fas­sung lässt sich so­gar ih­re Wir­kung do­sie­ren.

Von Krea­ti­ven der Kun­stund Kul­tur­sze­ne wird oft er­war­tet, dass sie sich durch ei­nen ex­tra­va­gan­ten Auf­tritt vom Main­stream ab­he­ben. Ei­ne Bril­le kann da zum Mar­ken­zei­chen wer­den. Kom­pak­te, farb­lich auf­fäl­li­ge Fas­sun­gen for­men das Image des Trä­gers je nach Stil­rich­tung: von selbst­si­cher, wie der Cat-Eye-Style, bis ul­train­tel­lek­tu­ell, wie die Pan­to-Fas­sun­gen. Da­bei gilt: je di­cker und dunk­ler die Fas­sung, um­so deut­li­cher ist das Si­gnal.

In So­zi­al- und Pfle­ge­be­ru­fen wer­den Ei­gen­schaf­ten wie Sen­si­bi­li­tät, Ein­füh­lungs­ver­mö­gen und Em­pa­thie ge­schätzt. De­zen­te Bril­len, die mit dem Ge­sicht ver­schmel­zen, so­wie ge­schwun­ge­ne, der Na­tur nach­emp­fun­de­ne Li­ni­en ver­mit­teln Wär­me und Emo­tio­na­li­tät. Schma­le Fas­sun­gen und der Ver­zicht auf har­te Kan­ten ver­stär­ken die­sen Ein­druck. Vor­sicht bei mar­kan­ten Fas­sun­gen: Sie wir­ken schnell streng.

In Bran­chen, in de­nen Sach­lich­keit und Se­rio­si­tät zählt, kann man mit schlich­ten Fas­sun­gen aus hoch­wer­ti­gen Ma­te­ria­len in klas­si­schem De­sign punk­ten. Bank­kauf­frau­en und Steu­er­fach­an­ge­stell­te soll­ten des­halb eher zu grad­li­ni­gen, ecki­ge­ren Mo­del­len in neu­tra­len Far­ben grei­fen. Auf­fäl­li­ge Mus­ter, Ver­zie­run­gen so­wie knal­li­ge Far­ben lie­ber mei­den.

Wenn ne­ben Sach­lich­keit auch Durch­set­zungs­ver­mö­gen und Füh­rungs­kom­pe­tenz ge­fragt sind, kön­nen kom­pak­te, klas­si­sche Me­tall­fas­sun­gen in küh­len Far­ben die­sen Ein­druck ver­stär­ken. Je di­cker die Fas­sung und je in­ten­si­ver der Kon­trast zu Haut und Haar, um­so stren­ger wirkt die Bril­le.

Ent­schei­dend ist, dass die Bril­le nicht zur Ver­klei­dung mu­tiert, son­dern tat­säch­li­che Ei­gen­schaf­ten be­tont. Ei­ne über­gro­ße Bril­le in ei­nem zar­ten, emp­find­sa­men Ge­sicht wirkt eher un­glaub­wür­dig, heißt es bei Ku­ra­to­ri­um Gu­tes Se­hen.

Fo­to/Mo­dell: Men­rad

Fo­to/Mo­dell: Lind­berg

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