Schutz­hül­len für graue Ta­ge

Die Re­gen­ja­cke kann auch sty­lish sein

Der Sonntag (Mittelbaden) - - MODE & STIL - Mag

Es reg­net und reg­net und reg­net: Wenn sich der Herbst so prä­sen­tiert, ver­zich­ten auch Groß­städ­ter mit kur­zen We­gen und über­zeug­te Au­to­fah­rer ir­gend­wann auf den Schirm – und ho­len die Re­gen­ja­cke her­vor. Zu kau­fen gibt es die Wind-und-Wet­ter-Ja­cken im klas­si­schen Out­door-Be­darf – wo­bei die­ser lan­ge als nicht be­son­ders mo­disch galt. Doch das ha­be sich ge­än­dert, sagt Frank Wa­cker vom „Out­door Ma­ga­zin“in Stutt­gart: „Die Ja­cke, die fürs Wan­dern taugt, ist letz­tens auch für den All­tag ge­eig­net – au­ßer es han­delt sich um ein Ul­tra­leicht­mo­dell mit we­ni­ger als 400 Gramm Ge­wicht. Die Out­door-Her­stel­ler ha­ben viel ge­tan, was die Far­big­keit und die Schnit­te an­geht: Es gibt mitt­ler­wei­le rich­tig schi­cke Ja­cken.“Noch mehr als bei an­de­ren Klei­dungs­stü­cken kommt es bei Re­gen­ja­cken aber auf ei­ne qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Ver­ar­bei­tung an. Denn wo die zum Ab­dich­ten der Näh­te auf­ge­brach­ten Bän­der nicht sau­ber ver­ar­bei­tet sind, dringt Was­ser ein. „Das Pro­blem ist, dass man Qua­li­tät nicht zwin­gend sieht“, sagt Wa­cker. „Ich tes­te seit 20 Jah­ren Re­gen­ja­cken und auch ich schaf­fe es nicht oh­ne un­se­re auf­wen­di­gen Pra­xis- und La­bor­prü­fun­gen zu er­ken­nen: Die ist gut und die ist nicht so gut.“Gera­de bei den im All­tag eher üb­li­chen Re­gen­ja­cken mit Fut­ter las­sen sich zum Bei­spiel die Naht­bän­der nicht be­gut­ach­ten. Und selbst wenn, steht die Halt­bar­keit der Ver­kle­bung nach der Wä­sche in Fra­ge. „Das kann im Neu­zu­stand per­fekt aus­se­hen, sich aber in der Wasch­ma­schi­ne lö­sen“, er­klärt Wa­cker. Er rät da­her, auf Mar­ken­qua­li­tät zu set­zen: „Die Out­door-Her­stel­ler ha­ben ein­fach die meis­te Er­fah­rung mit der The­ma­tik. Bei den üb­li­chen Mo­de­her­stel­ler kann man auch gu­te Ja­cken fin­den, aber es gibt ins­ge­samt hier zu gro­ße Schwan­kun­gen.“Die Out­door-Bran­che bie­tet vie­le Ma­te­ria­li­en – und noch mehr Na­men da­für. Grund­sätz­lich soll­te man wis­sen: So­ge­nann­te Hards­hell-Ja­cken sind was­ser­dicht und at­mungs­ak­tiv – und da­mit als klas­si­sche Re­gen­ja­cken ge­eig­net. Softs­hell hin­ge­gen be­zeich­net Tex­ti­li­en mit hö­he­rer At­mungs­ak­ti­vi­tät, die je­doch nur was­ser­ab­wei­send sind. „Wenn es rich­tig reg­net, kom­men die­se an ih­re Gren­zen“, er­klärt Wa­cker. Ein ger­ne be­wor­be­nes Merk­mal der Ja­cken sind so­ge­nann­te Mem­bra­nen oder Be­schich­tun­gen, die als hauch­dün­ner Film auf der In­nen­sei­te des Au­ßen­ma­te­ri­als auf­ge­bracht sind und oft nach ih­ren Her­stel­lern be­zeich­net sind. Zu den be­kann­tes­ten ge­hö­ren Go­re-Tex, Sym­pa­tex und Der­mi­zax, aber auch vie­le Mar­ken­her­stel­ler von Klei­dungs­stü­cken ha­ben ih­re ei­ge­ne Mem­bran. Im Grun­de steckt im­mer ein ähn­li­ches Prin­zip da­hin­ter: Das Ma­te­ri­al ver­hin­dert das Ein­drin­gen von Näs­se von au­ßen und er­laubt den Ab­trans­port von Schweiß nach au­ßen. Das Pro­blem ist hier für Ver­brau­cher laut Wa­cker die feh­len­de Ver­gleich­bar­keit: Zwar ste­hen auf den Eti­ket­ten oft Wer­te für die Was­ser­dich­tig­keit oder die Dampf­durch­läs­sig­keit. Aber der Ex­per­te hat in Tests im­mer wie­der er­lebt, dass die­se An­ga­ben nicht ver­gleich­bar sind. Al­ler­dings sagt Wa­cker auch: Wenn es bei sei­nen Tests Pro­ble­me gab, dann la­gen die­se nicht am Ma­te­ri­al, son­dern wa­ren meist kon­struk­ti­ver Art – weil sich et­wa die Ver­kle­bung der Näh­te lös­te.

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