„Wir su­chen Wor­te, die nicht her­ab­set­zen“

Der Tagesspiegel - - MENSCHEN HELFEN -

WAS SIE MACHT Mit Wor­ten die Welt än­dern – Clau­dia Jo­hann (36) aus Wed­ding wirbt für kri­ti­schen Um­gang mit der Spra­che. Das En­ga­ge­ment ha­be sich durch ei­nen Zu­sam­men­schluss von Kom­mi­li­to­nin­nen er­ge­ben, „der sich auch nach un­se­rer Uni­ver­si­täts­zeit er­hal­ten und wei­ter­ent­wi­ckelt hat. Dreh- und An­gel­punkt ist un­ser gleich­na­mi­ges Buch ,mach­tWORTE!‘, in wel­chem wir uns kri­tisch mit Spra­che aus­ein­an­der­set­zen und nach mög­li­chen ge­walt- und ver­let­zungs­frei­en Al­ter­na­ti­ven su­chen“. Jo­hann möch­te vor al­lem bei jun­gen Men­schen an­set­zen: „Wir ha­ben uns zum Ziel ge­setzt, Bil­dung und Er­zie­hung zu för­dern und so­mit über die Viel­falt von Le­bens­wei­sen auf­zu­klä­ren so­wie Vor­ur­tei­le und Be­nach­tei­li­gun­gen auf­zu­lö­sen.“Da­zu ge­hö­ren für sie vor al­lem Dis­kri­mi­nie­rungs­for­men wie Se­xi- mus und Ras­sis­mus, die durch Spra­che trans­por­tiert wür­den. „Un­ser Pro­jekt soll Kin­dern, Ju­gend­li­chen und er­zie­hen­den Per­so­nen ver­deut­li­chen, wie wich­tig die ei­ge­ne Spra­che ist und wel­che Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten sie selbst ha­ben.“Das Pro­jekt bie­te die Mög­lich­keit, „den ei­ge­nen macht­vol­len Sprach-Hand­lungs­ge­brauch zu über­den­ken und be­wusst zu ma­chen“. Für die Initia­to­rin ist „mach­tWORTE!“ein Her­zens­pro­jekt: Die „be­ste­hen­den Macht­ver­hält­nis­se und die da­mit zu­sam­men­hän­gen­den Dis­kri­mi­nie­run­gen auf die­se Wei­se zu ,be­kämp­fen‘, ist für mich so et­was wie mein Le­bens­in­halt.“ WAS SIE SICH WÜNSCHT „Ich ha­be zwei Kin­der, die in die drit­te und fünf­te Klas­se ge­hen. Dar­um weiß ich, wie sen­si­bel Kin­der für Un­ge­rech­tig­keit und Ver­let­zun­gen sind und wie sie sich den­noch mit Wor­ten ge­gen­sei­tig ver­let­zen und her­ab­set­zen.“Ein per­sön­li­cher Ge­winn wä­re für sie, wenn Kin­der und Er­wach­se­ne „er­ken­nen wür­den, wel­che Macht Spra­che hat, und dar­über nach­den­ken, wie sie ihr Ver­hal­ten eher zu ei­nem Mit­ein­an­der – un­ab­hän­gig von Her­kunft, Klas­se, Ge­schlecht oder an­de­ren Nor­men und Struk­tu­ren – ent­wi­ckeln be­zie­hungs­wei­se wan­deln kön­nen“.

Jo­hann

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