Ge­sun­de Kli­ma­po­li­tik, ge­sun­der Pla­net

Der Tagesspiegel - - LESER MEINUNG -

Ich bin fas­sungs­los, dass Sie es schaf­fen, zehn „Miss­stän­de“auf­zu­lis­ten und da­bei den Kli­ma­wan­del mit kei­nem Wort zu er­wäh­nen. Kann es ei­nen grö­ße­ren Miss­stand ge­ben, als dass wir ge­ra­de da­bei sind, vie­le Ge­gen­den un­se­res Pla­ne­ten un­be­wohn­bar zu ma­chen? Ist der Breit­band­aus­bau wirk­lich wich­ti­ger? Der Kli­ma­wan­del so­wie das, was ge­gen ihn ge­tan wer­den müss­te, sind seit 25 Jah­ren be­kannt. Vie­le wer­den das Ge­fühl ha­ben, dass wir schon „et­was tun“. Klar, EEG und so. Aber Deutsch­land stieß 2016 nicht we­ni­ger, son­dern noch mehr CO aus als 2009, und von den „2 Grad“von Pa­ris wa­ren 2016 ca. 1,3 Grad schon weg. Schon jetzt führt wär­me­res Meer­was­ser zu ver­stärk­ten Un­wet­tern und Stark­re­gen in un­se­rer Ge­gend so­wie zu Or­ka­nen, die den fünft­größ­ten Bal- lungs­raum der USA au­ßer Ge­fecht set­zen; neu­lich hat der Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter vor Aber­mil­lio­nen Kli­ma­flücht­lin­gen ge­warnt. Die Zeit wird knapp, um die nö­ti­gen Wei­chen­stel­lun­gen zu tref­fen, wenn wir wirk­lich han­deln und Deutsch­land wie ver­spro­chen bis 2050 auf null oder qua­si-null brin­gen wol­len. Da­bei wis­sen al­le wirt­schaft­lich be­wan­der­ten In­si­der ge­nau, was zu tun ist: auf CO ei­nen (stei­gen­den, auf­kom­mens­neu­tra­len) Preis set­zen, da­mit der CO -Aus­stoß sinkt und gleich­zei­tig kei­ner in sei­nen Kon­sum- bzw. Le­bens­ge­wohn­hei­ten be­vor­mun­det wird.

Un­se­re Kanz­le­rin sitzt so­gar in ei­ner Grup­pe (der „Car­bon Pri­cing Le­a­dership Co­ali­ti­on“), die ge­nau die­sen An­satz be­für­wor­tet. Um ei­nen be­kann­ten Spruch ab­zu­wan­deln, „Oh­ne ei­nen be­wohn­ba­ren Pla­ne­ten ist al­les nichts“. Wenn es ein The­ma gibt, was „je­de Re­gie­rung an­pa­cken muss“, dann ist es die­ses.

— Ja­mes Den­man, Ber­lin-Zeh­len­dorf

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.