Von we­gen schwie­ri­ger Sep­tem­ber

Der Tagesspiegel - - WIRTSCHAFT - Von Rolf Obert­reis

- Der Sep­tem­ber gilt als schwie­rigs­ter Mo­nat an der Bör­se. In die­sen Wo­chen ist ten­den­zi­ell mit den stärks­ten Ein­bu­ßen zu rech­nen, be­sagt der Blick zu­rück in die ver­gan­ge­nen Jah­re. Da passt der ver­meint­li­che Kri­sen­mo­nat in die­sem Jahr nicht ins Bild: Seit En­de Au­gust hat der Deut­sche Ak­ti­en­in­dex Dax rund 500 Punk­te auf gut 12 500 Punk­te zu­ge­legt, ein Plus von vier Pro­zent. Trotz Nord­ko­rea, trotz der Ver­wüs­tun­gen durch die Tro­pen­stür­me in der Ka­ri­bik und den USA, trotz der be­vor­ste­hen­den Bun­des­tags­wahl.

In den USA ver­buch­ten die Bör­sen so­gar neue Re­kor­de. Und die Am­peln ste­hen auf Grün. „Das Gr­und­ver­trau­en für eu­ro­päi­sche Ak­ti­en kehrt nach­hal­tig zu­rück“, sagt Man­fred Hüb­ner, Ge­schäfts­füh­rer des Ana­ly­sehau­ses Sen­tix. Zwar schie­len auch Börsianer auf den 24. Sep­tem­ber. Aber sie blei­ben ge­las­sen. „Die be­vor­ste­hen­de Bun­des­tags­wahl scheint nicht die üb­li­che Ve­r­un­si­che­rung im Vor­feld der Wahl aus­zu­lö­sen“, sagt Micha­el Bis­sin­ger von der DZ Bank. Die Mehr­heit der Händ­ler rech­net da­mit, dass An­ge­la Mer­kel auch die neue Re­gie­rung an­füh­ren wird. Das las­se auf das be­kann­te Re­gie­rungs­mus­ter „Wei­ter so“schlie­ßen, sagt Bis­sin­ger. „Die Märk­te sind da­mit gut ge­fah­ren und konn­ten deut­lich zu­le­gen.“

Seit 22. No­vem­ber 2005 steht Mer­kel un­un­ter­bro­chen an der Spit­ze der Bun­des­re­gie­rung. Da­mals zeig­te der Dax 5174 Zäh­ler. Seit­dem hat sich der In­dex mehr als ver­dop­pelt und um sat­te 140 Pro­zent zu­ge­legt, trotz Fi­nanz­kri­se und zwi­schen­zeit­lich schwie­ri­ger Jah­re auch an der Bör­se. Ak­ti­en­spa­rer, die seit dem En­de 2005 da­bei sind, sind mit Mer­kel un­ter dem Strich gut ge­fah­ren, sagt denn auch der DZ-Bank-Stra­te­ge.

„Das Um­feld für Ak­ti­en bleibt po­si­tiv“, glaubt Da­ni­el Schär von der We­ber­bank. Die Zin­sen sind nied­rig. Dar­an wird sich nur all­mäh­lich et­was än­dern, auch wenn die US-No­ten­bank Fed die Zü­gel leicht an­zie­hen wird, in­dem sie ih­re Bi­lanz­sum­me re­du­ziert. Auch die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) dürf­te ab An­fang 2018 ih­re An­lei­he­käu­fe all­mäh­lich ein­schrän­ken. Zins­er­hö­hun­gen sind aber noch lan­ge nicht in Sicht. Vor al­lem in Eu­ro­pa se­hen Ex­per­ten noch Po­ten­zi­al.

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