Obaz­de ... und die Bre­zen da­zu

Der Tagesspiegel - - ESSEN & TRINKEN -

Für Obaz­de ver­wen­det man Weich­kä­se, zum Bei­spiel Ca­mem­bert oder Brie, und ver­mischt ihn mit But­ter – im Ver­hält­nis drei Vier­tel Kä­se zu ei­nem Vier­tel But­ter. Es soll ei­ne cre­mi­ge Mas­se ent­ste­hen, die aber noch klei­ne Kä­se­stü­cke ent­hält. Am bes­ten nimmt man zum Mi­schen da­her ei­ne Ga­bel oder die Hand, kei­nen Mi­xer. Wich­tig für die Zu­be­rei­tung ist, dass die Zu­ta­ten Zim­mer­tem­pe­ra­tur ha­ben.

Wer es kräf­ti­ger mag, nimmt Lim­bur­ger Kä­se, für ei­ne mil­de­re Va­ri­an­te kann Frisch­kä­se bei­ge­mengt wer­den. Für die ro­sa Far­be sorgt edel­sü­ßes Pa­pri­ka­pul­ver. Der Rest ist Ge­schmacks­sa­che: Man­che men­gen Küm­mel in die Mas­se, an­de­re streu­en Schnitt­lauch oder Zwie­bel­rin­ge dar­über. Kei­ne Dis­kus­si­on gibt es über die Bei­la­gen: Am bes­ten pas­sen Ra­dies­chen, fri­sche Bre­zen und na­tür­lich ei­ne Maß Bier. mak

In Mün­chen sagt sich das so leicht: Fri­sche Bre­zen pas­sen am bes­ten da­zu. Und was ist mit Ber­lin? Si­cher gibt’s da „Bre­zeln“an je­der Ecke, aber rich­tig gu­te, mit knusp­ri­gen Ärm­chen und di­ckem Bauch? Kriegt man zum Bei­spiel in der Hof­p­fis­te­rei. Die in­zwi­schen et­li­che Fi­lia­len in der preu­ßi­schen Haupt­stadt be­treibt, zum Bei­spiel am Wit­ten­berg­platz (hof­p­fis­te­rei.de). Zur Zeit be­kommt man dort so­gar gro­ße „Öko-Wiesn-Brezn“. Schwa­ben schwö­ren aufs Lau­gen­bäck von Be­u­mer & Lu­tum (be­u­mer-lu­tum.de).

So ein­fach, wie er her­zu­stel­len ist, muss man den Obaz­da, wie er hoch­deutsch in al­len gram­ma­ti­ka­li­schen Le­bens­la­gen heißt, ei­gent­lich nicht im La­den kau­fen. Kann man aber, selbst in Ber­lin. In den meis­ten Su­per­märk­ten be­kommt man den Schmier­kä­se von Al­pen­hain, der oh­ne künst­li­che Aro­men und Zu­satz­stof­fe aus­kommt. Im baye­ri­schen Fein­kost­la­den Weiß­blau in Char­lot­ten­burg (Kno­bels­dorff­str. 37, weiss-blau-ber­lin.de) wird er don­ners­tags im­mer frisch an­ge­rührt. Sei­ne Bre­zen be­zieht der Be­trei­ber beim Nach­barn, Bern­hardts Bä­cke­rei (Kno­bels­dorff­str. 39, bern­hardt­s­ba­ecke­rei.de), die un­be­dingt ei­nen Be­such lohnt. Al­lein wie es dort duf­tet! Wie frü­her. So schmeckt es auch. Al­les ech­te Hand­ar­beit, zum Bei­spiel die Wal­nuss­split­ter­bröt­chen. Herr­lich.

Und die Fir­ma Just Spices hat ge­ra­de ei­ne Obaz­da-Ge­würz­mi­schung her­aus­ge­bracht, die es ein­zeln gibt oder als Teil ei­ner Ok­to­ber­fest-Ge­würz-Box, die auch noch Hähn­chen-, Knö­del- und Senf-Ge­würz ent­hält. (On­li­ne bei just­spices.de oder in ein­zel­nen Hit- oder Rewe-Su­per­märk­ten in Ber­lin.)

kip Tre Tor­ri, 254 Sei­ten, 39,90 Eu­ro.

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