Sym­pa­thie für Ja­mai­ka

Po­lit­ba­ro­me­ter: Mehr­heit glaubt an Drei­er­ko­ali­ti­on

Der Tagesspiegel - - POLITIK -

Ber­lin - Die Po­li­ti­ker von CDU, FDP und Grü­nen ge­ben sich vor den Son­die­rungs­ge­sprä­chen aus tak­ti­schen Grün­den eher skep­tisch und ver­wei­sen auf die gro­ßen pro­gram­ma­ti­schen Dif­fe­ren­zen der Par­tei­en. Doch drei Vier­tel der Bun­des­bür­ger (76 Pro­zent) sind fest über­zeugt: Deutsch­land wird in den nächs­ten Jah­ren von ei­ner Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on re­giert wer­den; und ei­ne Mehr­heit von 55 Pro­zent fin­det ein schwarz-gelb-grü­nes Bünd­nis auch gut. Das geht aus dem im Auf­trag von ZDF und Ta­ges­spie­gel er­stell­ten Po­lit­ba­ro­me­ter der For­schungs­grup­pe Wah­len her­vor.

Am größ­ten ist die Zu­stim­mung zu Ja­mai­ka bei den Grü­nen, dort liegt sie bei 80 Pro­zent. Un­ter den CDU-An­hän­gern sind es 68 Pro­zent und un­ter de­nen der FDP sind es 75 Pro­zent. Im Wes­ten der Re­pu­blik ist die Zu­stim­mung zu Ja­mai­ka da­bei grö­ßer als im Os­ten.

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel er­freut sich in der Be­völ­ke­rung wei­ter­hin ei­nes ho­hen Zu­spruchs. An­fang Ok­to­ber fan­den 73 Pro­zent der Be­frag­ten, sie ma­che ih­re Ar­beit ins­ge­samt eher gut. Die Uni­on hin­ge­gen rutscht drei Wo­chen nach der Bun­des­tags­wahl in der po­li­ti­schen Stim­mung auf den schlech­tes­ten Wert seit sie­ben Jah­ren: 31 Pro­zent (mi­nus zwei Pro­zent). Die AfD legt zu, die an­de­ren im Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en blei­ben kon­stant. Da Stim­mun­gen zum Zeit­punkt der Be­fra­gung ge­mes­sen wer­den, sind Schluss­fol­ge­run­gen auf ei­ne mög­li­che Wah­l­ent­schei­dung an ei­nem weit in der Zu­kunft lie­gen­den Wahl­tag nicht mög­lich, schrän­ken die Wahl­for­scher die Aus­sa­ge­kraft ih­rer Er­he­bun­gen je­doch ein.

Die The­men Flücht­lin­ge, Asyl, Aus­län­der und In­te­gra­ti­on wer­den bei Um­fra­gen seit drei Jah­ren fast durch­gän­gig als die wich­tigs­ten Pro­ble­me an­ge­ge­ben. Der kürz­lich ver­ein­bar­te Kom­pro­miss von CDU und CSU wird von rund der Hälf­te der Wahl­be­rech­tig­ten po­si­tiv be­wer­tet. Dass nach den Plä­nen der Uni­ons­par­tei­en jähr­lich nicht mehr als 200 000 Flücht­lin­ge nach Deutsch­land kom­men und gleich­zei­tig das Recht auf Asyl so­wie in­ter­na­tio­na­le Kon­ven­tio­nen nicht ein­ge­schränkt wer­den sol­len, fin­den 51 Pro­zent al­ler Be­frag­ten gut und 43 Pro­zent nicht gut. Vor al­lem von An­hän­gern der künf­ti­gen Op­po­si­ti­on wird der Be­schluss klar ab­ge­lehnt.

Te­le­fo­nisch be­fragt wur­den vom 10. bis 12. Ok­to­ber 1180 zu­fäl­lig aus­ge­wähl­te Wahl­be­rech­tig­te.

Fo­to: Jens Schi­cke/Ima­go

fra. Um­bau für den 24.

Im Bun­des­tag be­ginnt zwar nicht das gro­ße Stüh­le­rü­cken – aber es gibt vie­le Wün­sche nach der po­li­tisch be­vor­zug­ten Sitz­rich­tung.

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