Star­kes In­ter­es­se an Ra­ke­ten­tech­nik

Der Tagesspiegel - - POLITIK -

Trotz des Atom­ab­kom­mens gibt der Iran sei­ne il­le­ga­len Ak­ti­vi­tä­ten in Deutsch­land nicht auf. Das Mul­lah-Re­gime be­mü­he sich auch in die­sem Jahr, bei Fir­men an Ma­te­ri­al für sein Nu­kle­ar­pro­gramm und für den

Bau von Ra­ke­ten her­an­zu­kom­men, sa­gen Si­cher­heits­krei­se. Der Iran ha­be of­fen­kun­dig das Fern­ziel nicht auf­ge­ge­ben, ei­ne Atom­macht zu wer­den, die

Ra­ke­ten mit Nu­kle­ar­waf­fen ein­set­zen kön­ne. Die Si­cher­heits­be­hör­den stel­len je­doch fest, dass der Iran nicht mehr so oft ver­sucht, an Gü­ter für das Atom­pro­gramm her­an­zu­kom­men, je­doch wei­ter­hin star­kes In­ter­es­se an Tech­nik für Ra­ke­ten zeigt – die mit Nu­kle­ar­spreng­köp­fen be­stückt wer­den könn­ten. Das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz (BfV) re­gis­trier­te je­den­falls 2016 „ei­nen deut­li­chen Rück­gang der pro­li­fe­ra­ti­ons­re­le­van­ten Be­schaf­fungs­ver­su­che“. Pro­li­fe­ra­ti­on ist der Fach­be­griff für die Be­schaf­fung und Wei­ter­ga­be von Tech­nik für Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen. Im Be­reich „Trä­ger­tech­no­lo­gie/Ra­ke­ten­pro­gramm“hin­ge­gen, der nicht von den Re­ge­lun­gen des Atom­ab­kom­mens um­fasst wer­de, sei „die Zahl der An­halts­punk­te für pro­li­fe­ra­ti­ons­re­le­van­te Be­schaf­fungs­ver­su­che auf na­he­zu glei­chem Ni­veau“ge­b­lie- ben wie 2015, heißt es im Jah­res­be­richt 2016 des BfV. Kon­kre­ter noch wird Nord­rheinWest­fa­lens Ver­fas­sungs­schutz. Die Spio­na­ge­ab­wehr ha­be 2016 ins­ge­samt 32 Be­schaf­fungs­ver­su­che des Iran und an­de­rer Staa­ten be­ob­ach­tet,

„die de­fi­ni­tiv oder mit ho­her Wahr­schein­lich­keit zu­guns­ten ei­nes Pro­li­fe­ra­ti­ons­pro­gramms un­ter­nom­men wur­den“, schreibt die Be­hör­de in ih­rem Be­richt für 2016. Im Jahr zu­vor hat­te der Nach­rich­ten­dienst 141 Ak­tio­nen in Nord­rhein­West­fa­len re­gis­triert. Trotz des Rück­gangs stel­le der Iran „wei­ter­hin den Be­ar­bei­tungs­schwer­punkt in der Pro­li­fe­ra­ti­ons­ab- wehr dar“, heißt es. Die Nach­fra­ge nach „re­le­van­ten Gü­tern für die ira­ni­schen Ra­ke­ten­pro­gram­me bil­det die über­wie­gen­de Mehr­heit der hier be­kannt ge­wor­de­nen Fäl­le“. Si­cher­heits­ex­per­ten sa­gen, die Ira­ner in­ter­es­sier­ten sich sehr für Ge­rä­te zur Ver­län­ge­rung der Reich­wei­te von Ra­ke­ten. Den Rück­gang der Ver­su­che, Nu­kle­ar­tech­nik zu be­schaf­fen, er­klä­ren Si­cher­heits­krei­se mit Dif­fe­ren­zen im Mul­lah-Re­gime. Staats­prä­si­dent Has­san Ru­ha­ni brem­se, doch die Pas­dar­an, die pa­ra­mi­li­tä­ri­schen Re­vo­lu­ti­ons­gar­den, woll­ten das Atom­pro­gramm um je­den Preis fort­füh­ren.

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