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Der Tagesspiegel - - MODE & STIL -

satz und nahm das ein­zi­ge Da­men­mo­dell Glo­ria, Knie ho­he Schnür­stie­fel, die 1926 ent­stan­den, wie­der ins Sor­ti­ment.

Län­ger als 100 Jah­re hat es ge­dau­ert, bis sich Red Wing da­zu ent­schloss, ei­ne gan­ze Da­men­kol­lek­ti­on an­zu­bie­ten. Da­bei hat­ten sie die bes­ten Vor­aus­set­zun­gen, fin­det Get­tings: „Wir ha­ben schon im­mer in den USA pro­du­ziert, wir sit­zen seit 1905 in Red WIng, Min­ne­so­ta.“In den acht­zi­ger Jah­ren, als vie­le ame­ri­ka­ni­sche Fir­men ih­re Pro­duk­ti­on nach Über­see ver­leg­ten, hielt das Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men an sei­nem Stand­ort fest. „Es ist un­heim­lich wich­tig für das Ma­nage­ment, dass die Pro­duk­ti­on vor Ort bleibt“, sagt Get­tings. Rund 2000 Men­schen ar­bei­ten in der 16 000-Ein­woh­ner-Stadt: „Es gibt ei­ne Men­ge Fa­mi­li­en, die bei Red Wing ar­bei­ten, da­zu kom­men vie­le klei­ne Un­ter­neh­men drum her­um wie Ca­fés und Ho­tels.“

Für die Er­öff­nung des welt­weit ers­ten La­dens für Frau­en­schu­he von Red Wing kam sie in der ver­gan­ge­nen Wo­che ex­tra nach Ber­lin, für die Ame­ri­ka­ne­rin ge­nau die rich­ti­ge Stadt für ih­re Schu­he: „In Pa­ris und Mai­land ist die eta­blier­te Mo­de, in Ber­lin herrscht ei­ne raue­re At­mo­sphä­re mit ech­ter, hand­fes­ter Klei­dung, die man auf der Stra­ße sieht. Dar­an wol­len wir teil­ha­ben.“

Dass hier die Ge­schäf­te mit den der­ben Schu­hen so gut funk­tio­nie­ren, hat auch mit der Tra­di­ti­on der Je­ans- und Sports­wear­mes­se Bre­ad & But­ter zu tun, auf der Red Wing im­mer ei­ner der wich­tigs­ten Aus­stel­ler war und sehr gern nicht nur vom Grün­der Karl-Heinz Mül­ler, son­dern von vie­len sei­ner Aus­stel­ler zu auf­ge­krem­pel­ten Je­ans ge­tra­gen wur­de. Auch die­se Ho­se wur­de für hart ar­bei­ten­de Ame­ri­ka­ner er­fun­den, ge­nau wie die Schu­he von Red Wing. Das meis­te Geld ver­dient das Un­ter­neh­men bis heu­te mit Ar­beits­schu­hen für den nord­ame­ri­ka­ni­schen Markt. Mit der klei­ne­ren He­ri­ta­ge-Li­nie für Groß­städ­ter macht die Fir­ma zwar nur zehn Pro­zent ih­res Um­sat­zes, doch ihr hat sie ih­re Po­pu­la­ri­tät vor al­lem in Eu­ro­pa und Ja­pan zu ver­dan­ken.

Da­zu sol­len nun auch die Frau­en bei­tra­gen. Mit dem ers­ten Jahr ist All­ison Get­tings mehr als zuf­rie­den, vor al­lem der Moc Toe ver­kauf­te sich gut. „Das hat auch mit Sehn­sucht nach dem Ech­ten, Ent­schleu­nig­ten in ei­ner sich im­mer schnel­ler dre­hen­den Welt zu tun und dem Ge­fühl der Si­cher­heit, das schwe­re Schu­he ge­ben“, sagt sie. Und viel­leicht auch mit der Mög­lich­keit, al­les in die­sen Schu­hen er­le­ben zu kön­nen.

— Red Wing für Frau­en, Alm­stadt­str. 1-3 in Mit­te, der Män­ner­la­den liegt in der Münz­str. 8., ge­öff­net Mo-Sa 11-20 Uhr

Auf ei­ge­nen Fü­ßen. Die Da­men­mo­del­le sind de­nen für Män­ner sehr ähn­lich, nur die Ab­sät­ze sind hö­her.

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