Blau­pau­se für Ex­zel­lenz

Der Tagesspiegel - - WIRTSCHAFT - Von Dorothee Dz­won­nek

15 Jah­re Ma­the­on – das sind 15 Jah­re Er­folgs­ge­schich­te ei­ner neu­ar­ti­gen Ein­rich­tung auf ei­nem be­son­ders span­nen­den For­schungs­feld und auf höchs­tem Ni­veau. Die­ser Er­folg hat­te und hat vie­le Müt­ter und Vä­ter, al­len vor­an die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler, die hier mit gro­ßer Ex­per­ti­se, mit eben­so gro­ße­mEn­ga­ge­ment und in ei­nem sehr at­trak­ti­ven Um­feld die ver­schie­dens­ten ma­the­ma­ti­schen Dis­zi­pli­nen auf ganz prak­ti­sche Pro­blem­stel­lun­gen an­wen­den: von den Le­bens­wis­sen­schaf­ten über Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se bis zur Fi­nanz­welt, vom Nach­weis von Wirk­stof­fen in Me­di­ka­men­ten über das Kris­tall­wachs­tum bis zur Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung in Con­tai­ner­hä­fen.

Mit die­sem Zu­sam­men­spiel von Grund­la­gen­for­schung und An­wen­dung und mit sei­ner le­ben­di­gen Ver­mitt­lung in die Öf­fent­lich­keit hat das Ma­the­on ein neu­es, mo­der­nes Bild der Ma­the­ma­tik ge­prägt. Der Er­folg ist aber auch ei­ner der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft, die das Ma­the­on 2002 als ei­nes der ers­ten ih­rer sie­ben For­schungs­zen­tren ge­grün­det und bis 2014 mit mehr als 76 Mil­lio­nen Eu­ro ge­för­dert hat.

Die wis­sen­schaft­li­che Kom­pe­tenz auf ei­nem Ge­biet und an ei­nem Ort zu bün­deln und die Zu­sam­men­ar­beit von Uni­ver­si­tä­ten, au­ßer­uni­ver­si­tä­ren For­schungs­in­sti­tu­ten und der Wirt­schaft vor­an­zu­trei­ben – das war der Grund­ge­dan­ke die­ses neu­en För­der­instru­ments. Mit ihm wur­den die For­schungs­zen­tren auch zur Blau­pau­se für die spä­te­ren Ex­zel­lenz­clus­ter in der Ex­zel­lenz­in­itia­ti­ve, die der Spit­zen­for­schung in Deutsch­land ei­nen gro­ßen Schub und viel in­ter­na­tio­na­le Auf­merk­sam­keit ge­bracht hat. Das Ma­the­on hat die in es ge­setz­ten Hoff­nun­gen bes­tens er­füllt, wor­auf es selbst stolz sein kann und wor­auf auch die DFG stolz ist.

— Die Au­to­rin ist Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG)

Fo­to: VOLAR-Pro­jekt, http://www.zib.de/pro­jects/flight-tra­jec­to­ry-op­ti­miza­t­i­on-air­way-net­works

Wo Ma­the­ma­tik hel­fen kann. Die kür­zes­te Flug­rou­te muss nicht im­mer die öko­no­mischs­te sein. Hier ein Bei­spiel für die Be­rech­nung der ef­fi­zi­en­tes­ten Flug­rou­te Tai­peh-New York, Bo­eing B777-300ER, 25. April 2017, er­stellt vor dem Hin­ter­grund des glo­ba­len Wind­fel­des an die­sem Tag. Die di­rek­te Ver­bin­dung auf dem Groß­kreis (gelb) ist am kür­zes­ten (12 565 km), nutzt aber nicht den Rü­cken­wind und durch­fliegt die teu­ren Luf­träu­me von Ja­pan und Ka­na­da. Links: Mit tra­di­tio­nel­len Me­tho­den er­hält man ei­ne bes­se­re (ro­te) Flug­bahn (13 385 km, 14:40 Flug­zeit, 95 524 kg Ke­ro­sin, Ge­samt­kos­ten 76 453 US-Dol­lar). Rechts: Die op­ti­ma­le Tra­jek­to­rie (grün, 14 635 km, 13:55, 89 859 kg, Ge­samt­kos­ten 71 118 US-Dol­lar) wur­de mit dem im For­schungs­cam­pus Mo­dal ent­wi­ckel­ten Kos­ten­un­ter­schät­zer mit „su­per-op­ti­ma­lem Wind“be­rech­net. Sie ist län­ger, aber trotz­dem schnel­ler, und spart über fünf Ton­nen Treib­stoff so­wie über 5000 US-Dol­lar Ge­samt­kos­ten.

Dorothee Dz­won­nek

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.