„Die Zei­ten der Ver­tei­lung sind vor­bei“

BDI-Prä­si­dent Die­ter Kempf über die Aus­sich­ten für die Kon­junk­tur, die Ar­beit der gro­ßen Ko­ali­ti­on und drin­gend nö­ti­ge Steu­er­sen­kun­gen

Der Tagesspiegel - - INTERVIEW - — Das Ge­spräch führ­ten Hei­ke Jah­berg und Ant­je Sir­lesch­tov.

Herr Kempf, der Wirt­schafts­li­be­ra­le Fried­rich Merz will Vor­sit­zen­der der CDU wer­den. Hal­ten Sie schon ei­nen Bier­de­ckel be­reit für Ih­re Steu­er­er­klä­rung?

Es ist kein Ge­heim­nis, dass ich schon da­mals nicht viel von der Idee hielt, ei­ne Steu­er­klä­rung so zu ge­stal­ten, dass sie auf ei­nen Bier­de­ckel passt. Da­zu war und bin ich wohl im­mer noch zu sehr Steu­er­be­ra­ter. Ich glau­be aber auch, dass Herr Merz dies nur als Bild ver­stan­den ha­ben woll­te. Mir schien es im­mer wich­ti­ger, zu ei­ner ech­ten elek­tro­nisch vor­aus­ge­füll­ten Steu­er­er­klä­rung zu­min­dest für Ar­beit­neh­mer­ein­künf­te zu kom­men, die der Steu­er­pflich­ti­ge dann nur noch über­prü­fen und un­ter­zeich­nen muss. Tat­säch­lich hat das Un­ter­neh­men, das ich ge­führt ha­be, sei­ner­zeit zum Scherz Bier­de­ckel mit dem amt­li­chen Vor­druck ei­ner Steu­er­er­klä­rung er­stel­len las­sen. Den letz­ten, den ich da­von noch hat­te, ha­be ich Herrn Merz erst vor ein paar Mo­na­ten ge­schenkt. Und nun kön­nen Bier­de­ckel wie­der ih­ren ur­sprüng­li­chen Zweck er­fül­len: dass man Bier­glä­ser auf ih­nen ab­stellt und die ent­spre­chen­de An­zahl von Stri­chen macht. Hat Sie Merz’ Rück­kehr in die Po­li­tik über­rascht? In der Tat ha­be ich mich ge­fragt, was ei­nen im in­ter­na­tio­na­len Ge­schäfts­le­ben er­folg­rei­chen Ma­na­ger knapp zehn Jah­re nach sei­nem Ab­schied aus der Po­li­tik zur Rück­kehr be­wegt. Spricht sei­ne Wirt­schafts­kom­pe­tenz aus der Sicht des BDI für ihn als CDU- Chef? Als BDI-Prä­si­dent möch­te ich der CDU kei­nen Kan­di­da­ten emp­feh­len. Wirt-

Cschafts­kom­pe­tenz darf al­ler­dings für kei­nen der Kan­di­da­ten ein Man­ko sein. Wir freu­en uns über je­den Po­li­ti­ker, der sich wirt­schafts- und steu­er­po­li­tisch aus­kennt, für Re­gie­rungs­han­deln ist dies drin­gend not­wen­dig. In­ak­zep­ta­bel wä­re es, wenn die Dis­kus­si­on um die künf­ti­ge Füh­rung der CDU drin­gend not­wen­di­ge po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen in Par­tei und Re­gie­rung für Wo­chen aufs Eis le­gen wür­de.

Scha­det das En­ga­ge­ment von Fried­rich Merz beim welt­größ­ten Ver­mö­gens­ver­wal­ter Black­rock sei­ner Be­wer­bung für die Po­li­tik?

Wir ha­ben vor ein paar Jah­ren ge­se­hen, dass die De­bat­te um so­ge­nann­te Heu­schre­cken zu ei­ner star­ken Po­la­ri­sie­rung in Deutsch­land ge­führt hat. Und jetzt tau­chen die Res­sen­ti­ments ge­gen hier­zu­lan­de un­üb­li­che In­ves­to­ren­mo­del­le im Zu­sam­men­hang mit der Kan­di­da­tur von Herrn Merz wie­der auf. Ich plä­die­re da­für, bei­des nicht mit­ein­an­der zu ver­mi­schen. Wir soll­ten uns viel­mehr et­was an­de­res über­le­gen: So wie nicht al­le Be­gleit­erschei­nun­gen der Wirt­schafts­mo­del­le aus dem an­gel­säch­si­schen Raum zu uns pas­sen, so war auch das Mo­dell der Deutsch­land AG nicht nur schlecht. Wech­sel­sei­ti­ge Be­tei­li­gun­gen auf der Ba­sis ei­nes star­ken Ver­trau­ens in die Leis­tungs­fä­hig­keit der deut­schen In­dus­trie ha­ben uns durch­aus auch kri­sen­fes­ter ge­macht. Was wir brau­chen, ist ei­ne neue Dis­kus­si­on dar­über, wie Ren­di­te­stre­ben und lang­fris­ti­ger wirt­schaft­li­cher Er­folg von Un­ter­neh­men sich ver­bin­den las­sen mit der ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung, die Wirt-

DSei­nen Be­rufs­ein­stieg hat­te der Bay­er Die­ter Kempf (65) mit 18 Jah­ren bei der Fast­food-Ket­te McDo­nalds, wo er es bis zum Fi­li­al­lei­ter schaff­te. Nach dem Be­triebs­wirt­schafts­stu­di­um mach­te er beim Nürn­ber­ger IT-Di­enst­leis­ter Da­tev Kar­rie­re, war dort 20 Jah­re Vor­stands­chef. Kempf ist der ers­te Prä­si­dent des In­dus­trie­ver­ban­des BDI, der nicht aus ei­nem pro­du­zie­ren­den Un­ter­neh­men stammt. Für die In­ter­es­sen der IT- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wirt­schaft trat er vier Jah­re als Prä­si­dent des Bit­kom-Ver­ban­des ein. An­fang 2017 wur­de der Prä­si­dent des BDI, dem 36 Bran­chen­ver­bän­de mit schät­zungs­wei­se

100 000 Un­ter­neh­men an­ge­hö­ren. schaft hat, und wie sie die­ser Ver­ant­wor­tung ge­recht wer­den kann. Ei­ne Dis­kus­si­on über ei­ne so­zia­le Markt­wirt­schaft 2.0, wenn Sie so wol­len.

An­ge­la Mer­kel wird fast 18 Jah­re CDU-Vor­sit­zen­de ge­we­sen sein, wenn sie An­fang De­zem­ber das Amt ab­gibt. Hat die Par­tei un­ter ih­rem Vor­sitz wirt­schafts­po­li­ti­sche Kom­pe­tenz ein­ge­büßt?

Ich will das nicht an der Per­son von Frau Mer­kel fest­ma­chen und auch nicht al­lein der CDU an­las­ten. Aber es ist ganz klar, dass der Ko­ali­ti­ons­ver­trag, den Uni­on und SPD ge­schlos­sen ha­ben, mu­ti­ge Wirt­schafts­po­li­tik ver­mis­sen lässt. Un­se­re Un­ter­neh­men wer­den im­mer un­ge­dul­di­ger. Dar­auf soll­te die CDU un­ter ei­ner neu­en Füh­rung re­agie­ren und ih­ren Kurs über­den­ken. In wel­che Rich­tung?

Ich will nur zwei Din­ge be­nen­nen. Wir brau­chen den Ein­stieg in die Ab­schaf­fung des So­li­da­ri­täts­zu­schla­ges noch in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode und die voll­stän­di­ge Ab­schaf­fung spä­tes­tens in der kom­men­den. Und zwar nicht über ei­ne Frei­gren­ze, von der die Un­ter­neh­men fak­tisch aus­ge­nom­men sind. Deutsch­land ent­wi­ckelt sich vom Hoch- zum Höchst­steu­er­land. Kei­nes­wegs darf die Bun­des­re­gie­rung dem Trend ta­ten­los zu­se­hen. Seit zehn Jah­ren gab es kei­ne nen­nens­wer­te Steu­er­struk­tur­re­form mit Ent­las­tun­gen für Un­ter­neh­men, statt­des­sen et­li­che Mehr­be­las­tun­gen.

Und zwei­tens?

Dar­über hin­aus er­war­ten wir ei­ne rea­lis­ti­sche Kli­ma­po­li­tik. Dass wir die Kli­ma­er­wär­mung ernst neh­men müs­sen, steht da­bei nicht in­fra­ge. Der BDI be­kennt sich zum Pa­ri­ser Kli­ma­ab­kom­men. Aber wirk­lich nach­hal­tig ist nicht das ra­di­kals­te Kli­ma­schutz­kon­zept, son­dern ei­nes, das sich ge­sell­schaft­lich lang­fris­tig wirk­lich durch­hal­ten und um­set­zen lässt. In der ak­tu­el­len De­bat­te kom­men ele­men­ta­re The­men wie Ver­sor­gungs­si­cher­heit mit Ener­gie, Ener­gie­preis­ent­wick­lung und Struk­tur­po­li­tik, et­wa die in den Koh­le­re­gio­nen, zu kurz.

Aus Ih­rer Un­zu­frie­den­heit mit der Ar­beit der gro­ßen Ko­ali­ti­on ma­chen Sie seit Län­ge­rem kei­nen Hehl, Herr Kempf. Wä­re es da nicht kon­se­quent, Sie sag­ten: Schluss mit die­ser Ko­ali­ti­on, wenn Frau Mer­kel die CDU-Füh­rung ab­gibt?

Nein. Was sol­len Neu­wah­len brin­gen? Wir sind doch nicht beim Bun­des­li­ga­fuß­ball, wo man den Trai­ner feu­ert und die Mann­schaft plötz­lich wie­der To­re schießt. Wir brau­chen nicht an­de­re Per­so­nen, son­dern an­de­re In­hal­te. Gera­de weil die Volks­par­tei­en in der Wäh­ler­gunst ab­rut­schen, müss­ten sie sich doch neue Kon­zep­te über­le­gen. Im Ko­ali­ti­ons­ver­trag dre­hen sich die al­ler­meis­ten Sei­ten ums Um­ver­tei­len. Das hat den Re­gie­rungs­par­tei­en of­fen­sicht­lich nichts ge­bracht. Wohl­fahrt nicht an­ders zu ver­tei­len, son­dern zu si­chern und so­gar zu stei­gern – das wä­re ein Mo­dell, das mehr Er­folg ver­spricht.

Was sind die wich­tigs­ten Punk­te, die die Ko­ali­ti­on jetzt an­pa­cken soll?

Zwei ha­be ich ge­nannt: die Steu­er­po­li­tik mit der Ab­schaf­fung des So­lis und die Kli­ma­po­li­tik. Da­zu muss un­be­dingt ei­ne steu­er­li­che För­de­rung von For­schung und Ent­wick­lung für al­le Un­ter­neh­men kom­men. Dies ist ein über­fäl­li­ges Si­gnal, um bei not­wen­di­gen In­no­va­tio­nen in­ter­na­tio­nal wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben. Genau­so wich­tig ist die For­schung zur künst­li­chen In­tel­li­genz (KI). Die 60 Mil­lio­nen Eu­ro, die die Bun­des­re­gie­rung bis­her für KI-For­schung im Jahr aus­gibt, rei­chen hin­ten und vor­ne nicht. Die Fran­zo­sen in­ves­tie­ren viel mehr auf die­sem Feld. Deutsch­land muss da nach­le­gen. In der KI muss deutsch-fran­zö­si­sche Ko­ope­ra­ti­on als Keim­zel­le die­nen für ei­nen eu­ro­päi­schen An­satz. Nur so blei­ben wir stark im in­ter­na­tio­na­len Wett­be­werb mit Chi­na und den USA. Das muss das Ziel ei­ner in­dus­trie­po­li­ti­schen Stra­te­gie der Bun­des­re­gie­rung sein.

Al­so ein Neu­start der gro­ßen Ko­ali­ti­on? Wenn Neu­start in­halt­lich ge­meint ist, dann ja. Die gro­ße Ko­ali­ti­on muss end­lich in die Gän­ge kom­men.

Neu­wah­len könn­ten auch po­li­tisch ei­ne Auf­bruch­stim­mung er­zeu­gen.

War­um soll­ten die Par­tei­en bei ei­ner Bun­des­tags­wahl die Wäh­ler bes­ser über­zeu­gen als bei den jüngs­ten Land­tags­wah­len? Die Wirt­schaft, aber auch un­se­re eu­ro­päi­schen Part­ner brau­chen ei­ne ent­schei­dungs­star­ke deut­sche Re­gie­rung – jetzt. Wenn durch über­has­te­te Neu­wah­len der rech­te und der lin­ke Rand ge­stärkt wer­den, hilft das nicht wei­ter. Wir brau­chen in die­sem Land kei­nen Na­tio­na­lis­mus, wie ihn die AfD prak­ti­ziert. Deutsch­land muss bunt und viel­fäl­tig sein. Des­halb muss die Po­li­tik mit klu­gen Re­geln den Rah­men set­zen, da­mit Zu­wan­de­rung in den Ar­beits­markt und nicht pri­mär in die So­zi­al­sys­te­me mög­lich ist. Ich er­war­te, dass wir so bald wie mög­lich ein Zu­wan­de­rungs­ge­setz be­kom­men, das uns da­bei hilft, den Man­gel an Fach­kräf­ten in un­se­ren Un­ter­neh­men zu be­he­ben.

Der­zeit ist nicht ab­zu­se­hen, ob sich die Part­ner der gro­ßen Ko­ali­ti­on auf ei­nen Fahr­plan für die wei­te­re Re­gie­rungs­zeit ei­ni­gen und sich zu­sam­men­rau­fen. Soll­te die Uni­on mit ei­ner Min­der­heits­re­gie­rung wei­ter re­gie­ren, wenn die Ko­ali­ti­on mit der SPD platzt?

Ich bin kein Fan ei­ner Min­der­heits­re­gie­rung, aber sie wä­re mir lie­ber als Neu­wah­len. Zwar ist der Ab­stim­mungs­be­darf ei- ner Min­der­heits­re­gie­rung im Par­la­ment hoch, aber das ist er in der gro­ßen Ko­ali­ti­on ja jetzt auch schon.

Lie­gen die Ver­lus­te der Volks­par­tei­en bei den jüngs­ten Wah­len auch dar­an, dass es vie­len Men­schen der­zeit ver­gleichs­wei­se gut geht und die Wirt­schaft bei der Wah­l­ent­schei­dung da­her kaum ei­ne Rol­le spielt? Das stimmt. Da se­he ich nicht nur die Po­li­tik in der Pflicht, son­dern auch uns. Wir müs­sen bes­ser er­klä­ren, war­um ei­ne wett­be­werbs­fä­hi­ge Wirt­schaft so wich­tig ist für Ar­beits­plät­ze und Wohl­stand. Und wir müs­sen Ver­ant­wor­tung über­neh­men. In der von uns in die­sem Jahr vor­ge­leg­ten Kli­ma­stu­die ha­ben wir da­zu ei­nen ers­ten Bei­trag ge­leis­tet. Da­bei geht es nicht nur um die Ener­gie­po­li­tik, son­dern auch um Woh­nen und den In­di­vi­du­al­ver­kehr, was je­den Ein­zel­nen be­trifft.

Wie glaub­wür­dig ist die deut­sche In­dus­trie als Kli­ma­schüt­ze­rin, wenn ei­ner der wich­tigs­ten In­dus­trie­zwei­ge schmut­zi­ge Au­tos auf die Stra­ße schickt? Die Au­to­her­stel­ler sind doch wohl eher Teil des Pro­blems als der Lö­sung.

Das se­he ich an­ders. Wir brau­chen die hoch­in­no­va­ti­ve deut­sche Au­to­in­dus­trie, die bei­spiels­wei­se beim selbst­fah­ren­den Au­to rund die Hälf­te al­ler welt­wei­ten Pa­ten­te an­ge­mel­det hat. Und den An­trieb der Zu­kunft kennt heu­te auch noch kei­ner. Das bat­te­rie­be­trie­be­ne Elek­tro­fahr­zeug wird es nicht al­lein sein. Die Hoch­volt­bat­te­rie ei­nes Klein­wa­gens kos­tet je nach Reich­wei­te zwi­schen 7000 bis 12 000 Eu­ro, und die Ver­füg­bar­keit der Roh­stof­fe ist längst nicht si­cher. Wir müs­sen an al­len Tech­no­lo­gi­en er­geb­nis­of­fen for­schen. Das sind Was­ser­stoff, Brenn­stoff­zel­le, Bat­te­rie, strom­ba­sier­te Kraft­stof­fe – oder der mo­der­ne Die­sel mit sau­be­rer Ab­gas­rei­ni­gung. Die­sel­fahr­zeu­ge spie­len bei den Last­wa­gen si­cher noch bis über 2050 hin­aus ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Bei den Land­tags­wah­len in Bay­ern und Hes­sen wa­ren die Grü­nen be­son­ders er­folg­reich. Wie er­klä­ren Sie das?

Die Grü­nen ha­ben am in­ten­sivs­ten von al­len Par­tei­en auf Zu­kunfts­the­men ge­setzt und auf jun­ge, fri­sche Ge­sich­ter. In Bay­ern ha­ben die Grü­nen er­staun­li­cher­wei­se so­gar mit der For­de­rung nach ei­ner an­de­ren Schul­po­li­tik punk­ten kön­nen, ob­wohl die baye­ri­schen Schu­len im Pi­sa-Test ei­gent­lich sehr gut ab­ge­schnit­ten ha­ben. Die Par­tei­en, die auf so­zia­le Um­ver­tei­lung ge­setzt ha­ben, ha­ben nicht re­üs­siert. Zum Jah­res­an­fang hat die FDP die Ver­hand­lun­gen zur Bil­dung ei­ner Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on mit Uni­on und den Grü­nen plat­zen las­sen. War das ein Feh­ler?

Ob Chris­ti­an Lind­ner ei­nen Feh­ler ge­macht hat, kann ich nicht be­ur­tei­len, weil ich nicht am Ver­hand­lungs­tisch saß. Al­ler­dings hät­ten auch wir uns ei­ne Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on vor­stel­len kön­nen.

Herr Kempf, die Sach­ver­stän­di­gen zur Be­gut­ach­tung der Wirt­schafts­ent­wick­lung ha­ben in die­ser Wo­che die Wachs­tums­er­war­tun­gen für die deut­sche Wirt­schaft deut­lich nach un­ten kor­ri­giert. Ge­hen die gol­de­nen Zei­ten dem En­de zu?

Das Wirt­schafts­wachs­tum schwächt sich ab, welt­weit. In Deutsch­land sind wir jetzt im neun­ten Jahr des Auf­schwungs. Es ist klar, dass die­ser Zy­klus ei­nes Ta­ges vor­bei sein wird. Of­fen ist nur, wann. Die Ri­si­ken lie­gen auf der Hand: Die Ame­ri­ca-first-Po­li­tik von US-Prä­si­dent Do­nald Trump, glo­ba­le Han­dels­kon­flik­te und der Br­ex­it dro­hen uns Eu­ro­pä­ern zu scha­den – ganz be­son­ders ei­ner Ex­port­na­ti­on wie Deutsch­land. Um­so wich­ti­ger ist jetzt ei­ne nach vorn ge­rich­te­te Wirt­schafts- und Steu­er­po­li­tik. Wir kön­nen nicht da­von aus­ge­hen, dass in Zu­kunft un­be­grenzt Geld für so­zia­le Wohl­ta­ten wie die ak­tu­el­len Ren­ten­be­schlüs­se oder das Bau­kin­der­geld zur Ver­fü­gung steht. Die Zei­ten der Ver­tei­lung sind vor­bei. Die Re­gie­rung muss mehr Wirt­schaft wa­gen.

„Wir brau­chen in die­sem Land kei­nen Na­tio­na­lis­mus, wie ihn die AfD prak­ti­ziert“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.