Beh­rendt prüft Durch­su­chung bei Gre­en­peace

Der Tagesspiegel - - BERLIN -

Die bun­des­wei­te Durch­su­chung von Bü­ros der Um­welt­or­ga­ni­sa­ti­on und Woh­nun­gen von Ak­ti­vis­ten durch die Staats­an­walt­schaft Ber­lin we­gen ei­ner Farbak­ti­on im Ju­ni am Gro­ßen Stern hat ein po­li­ti­sches Nach­spiel. Nun hat sich auch Jus­tiz­se­na­tor Dirk Beh­rendt (Grü­ne) ein­ge­schal­tet, nach­dem meh­re­re Um­welt­ver­bän­de Alarm ge­schla­gen hat­ten. Beh­rendts Spre­cher sag­te dem Ta­ges­spie­gel am Sams­tag: „Die Fra­ge nach der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ist be­rech­tigt. Wie in ver­gleich­ba­ren Ver­fah­ren wur­de die Staats­an­walt­schaft be­reits um ei­nen Be­richt ge­be­ten, der auch die Fra­ge nach der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit um­fasst.“Die Durch­su­chun­gen sei­en auch am Mitt­woch The­ma im Rechts­aus­schuss des Ab­ge­ord­ne­ten­hau­ses.

Zu­vor hat­ten am Frei­tag die Chefs von Na­tur­schutz­ring, BUND, Um­welt­hil­fe, Na­bu und WWFin ei­nem Brief an den Re­gie­ren­den Bür­ger­meis­ter Micha­el Mül­ler (SPD) und Beh­rendt die Durch­su­chun­gen von 29 Ob­jek­ten am ver­gan­ge­nen Mitt­woch scharf kri­ti­siert. Sie ent­behr­ten „jeg­li­cher Ver­hält­nis­mä­ßig­keit“und sei­en „ein mas­si­ver An­griff auf die Ar­beit von un­ab­hän­gi­gen Um­welt­or­ga­ni­sa­tio­nen“. Das Vor­ge­hen der Staats­an­walt­schaft sei in­ak­zep­ta­bel und müs­se po­li­tisch und ge­richt­lich über­prüft wer­den.

Gre­en­peace-Ak­ti­vis­ten hat­ten am 26. Ju­ni 3500 Li­ter gel­be Far­be auf dem Kreis­ver­kehr um die Sie­ges­säu­le ver­teilt. Die Stra­ße war des­halb rut­schig, es gab laut Po­li­zei zwei Un­fäl­le mit gro­ßem Sach­scha­den. Mo­tor­rad- und Fahr­rad­fah­rer sei­en ge­stürzt. Die Staats­an­walt­schaft er­mit­telt we­gen ge­fähr­li­chen Ein­griffs in den Stra­ßen­ver­kehr. Bis­lang sei­en 19 Ver­däch­ti­ge iden­ti­fi­ziert wor­den. Mit den Durch­su­chun­gen, bei de­nen mehr als hun­dert Be­am­te Com­pu­ter, Te­le­fo­ne und Fest­plat­ten be­schlag­nahmt ha­ben, sol­len wei­te­re Per­so­nen er­mit­telt wer­den, die an der Ak­ti­on be­tei­ligt wa­ren. Die­se ha­be mög­li­cher­wei­se „die Gren­ze der Straf­bar­keit über­schrit­ten“. Gre­en­peace hat­te die Rei­ni­gungs­kos­ten für die Stra­ße in Hö­he von 14 000 Eu­ro über­nom­men. axf

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