EIN­RICH­TEN IM NEU­EN LAND­HAUS­STIL

Die Schoensten Landhaeuser - - INHALT 4/2018 - TEXT: RICHARD KERLER • FO­TOS: HER­STEL­LER

Einst rus­ti­kal – heu­te ele­gant: ein Wohn­stil im Wan­del.

Er hat sich im Lau­fe der Zeit zu ei­nem der be­lieb­tes­ten Wohn­sti­le ent­wi­ckelt und prä­sen­tiert sich heu­te in vie­len Au­s­prä­gun­gen und Fa­cet­ten: der neue Land­haus­stil.

Die star­ke Sehn­sucht nach dem Land­le­ben über­kommt im­mer mehr Men­schen. Da­mit hat sich auch ein Wohn­stil ent­wi­ckelt, der ein länd­li­ches Flair in das ei­ge­ne Zu­hau­se bringt, oh­ne den Wohn­ort wech­seln zu müs­sen. Vie­le möch­ten ger­ne dar­an teil­ha­ben – wo auch im­mer sie woh­nen – und wün­schen sich ein länd­li­ches Am­bi­en­te, das sich hier­zu­lan­de an­fangs vor al­lem aus dem bäu­er­li­chen Wohn­stil ent­wi­ckelt hat. Als be­son­ders ro­man­tisch emp­fin­den vie­le den hüt­ten­ähn­li­chen Land­haus­stil im al­pen­län­di­schen Raum. Land­schaft, Wet­ter und Licht bie­ten da­bei die idea­le Au­ßen­ku­lis­se. Der Blick aus dem Fens­ter wirkt hier oft wie ein Ge­mäl­de, das die Na­tur wie ein be­gna­de­ter Künst­ler ge­schaf­fen hat. Zum Ver­ständ­nis für den al­pen­län­di­schen Stil ge­hört aber auch, dass er sich nicht so ein­heit­lich zeigt, wie oft an­ge­nom­men wird. Das hat­te frü­her viel mit der Ei­gen­art der Land­schaft und dem Wet­ter zu tun. In der Win­ter­zeit wa­ren die Be­woh­ner in den hö­her ge­le­ge­nen Hö­fen, aber auch in den Tä­lern, durch Schnee und La­wi­nen für län­ge­re Zeit weit­ge­hend

von der Au­ßen­welt ab­ge­schnit­ten. Die Fel­der konn­ten über Mo­na­te nicht be­stellt wer­den. Be­woh­ner in die­sen Re­gio­nen des Al­pen­rau­mes nutz­ten dann auch ih­re hand­werk­li­chen Fä­hig­kei­ten, um die Zeit des War­tens mit Ar­bei­ten an ih­rem Zu­hau­se zu über­brü­cken. So ent­stan­den in die­ser Zeit Schrän­ke, Tru­hen und an­de­re Ka­ten­mö­bel im schlich­ten Stil. Da­zu kam im­mer mehr in Mo­de, die Mö­bel zu be­ma­len. Und weil be­gna­de­te Künst­ler in den ab­ge­schie­de­nen Tä­lern we­der wohn­ten und auch kaum zu be­zah­len ge­we­sen wä­ren, be­mal­te man die Mö­bel selbst. Zum Glück – kann man heu­te sa­gen. Denn so ent­stan­den Mö­bel mit au­then­ti­scher, nai­ver Ma­le­rei. Vor gut zwan­zig Jah­ren rich­te­te sich je­doch der Fo­kus im­mer mehr auf den eng­li­schen Coun­try-Stil, we­sent­lich auch un­ter­stützt durch das Er­schei­nen von Zeit­schrif­ten wie „Coun­try Ho­mes“auf dem deut­schen Markt. Und in den letz­ten Jah­ren ent­deck­te man zu­sätz­lich die Fas­zi­na­ti­on des skan­di­na­vi­schen Wohn­stils. So ent­stand aus dem deut­schen – stark al­pen­län­disch ge­präg­ten Stil –, dem eng­li­schen Coun­try-Stil und dem skan­di­na­vi­schen Stil ei­ne Me­lan­ge, die man heu­te als Mo­der­nen Land­haus­stil be­zeich­net. Die­ser Ein­rich­tungs­trend zeich­net sich da­durch aus, dass er längst nicht mehr so schwer, dun­kel und zum Teil über­la­den wirkt. Er be­sticht durch sein freund­lich-hel­les Am­bi­en­te und durch sei­ne op­tisch wir­ken­de Leich­tig­keit, aber auch durch sein brei­tes Seg­ment. Mö­bel aus Na­tur­holz spie­len zwar im­mer noch ei­ne we­sent­li­che Rol­le, doch sind hier­bei auch mo­der­ne De­signs er­laubt. Der wei­ße, skan­di­na­vi­sche Touch lässt die Räu­me in ih­rem länd­li­chen Look na­he­zu er­strah­len.

Ein Traum in Weiß Die freund­lich-hel­le Kü­che „Suf­folk“ist ein Bei­spiel für den mo­der­nen Coun­try­S­til (Nep­tu­ne).

Me­lan­ge Statt dunk­ler Mö­bel trifft man – in­spi­riert vom skan­di­na­vi­schen Stil – auf viel Weiß (Nep­tu­ne).

Mo­dern Ses­sel und Fuß­teil im neu­zeit­li­chen Look (Hei­ne); schö­ne Va­sen als Hin­gu­cker (Lam­bert).

Fri­sche­kick Ge­gen ein paar De­si­gner-Ob­jek­te ist bei dem Look nichts ein­zu­wen­den (Mas­si­vum).

Haupt­sa­che Holz Stil­vol­ler Ses­sel und Couch­tisch (Har­to); kunst­vol­le Kom­mo­de (Hei­ne).

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