DIE KUNST ZU LE­BEN

Die Schoensten Wohntraeume - - DÄNEMARK - TEXT: VA­LEN­TI­NA SCHMIDT, JO­HAN­NA FLYCKT / FO­TOS: MA­RI ERIKS­SON

SOU­VE­NIRS AUS AL­LER WELT BE­GLEI­TEN OT­HI­LIA IHR LE­BEN LANG

Nichts liebt An­ne Thol­s­trup so wie die Ma­le­rei. Schon im­mer hat­te sie ei­nen Pin­sel in der Hand, woll­te nie et­was an­de­res tun. In ei­ner Ate­lier­woh­nung in Ko­pen­ha­gen fan­den sie und ih­re Lei­den­schaft ein Zu­hau­se.

SCHWARZ UND WEISS – UR­SPRUNG AL­LER KUNST

Win­zi­ge Back­stein­häus­chen rei­hen sich brav an­ein­an­der, ih­re ak­ku­ra­ten Vor­gär­ten schei­nen rund ums Jahr pflicht­be­wusst zu blü­hen. Wä­re da nicht das Heu­len der Si­re­nen und das Ge­hu­pe der Haupt­stra­ße, man wür­de sich glatt auf dem eng­li­schen Land wäh­nen. „Wir le­ben hier sehr eng und dörf­lich, Nach­barn sind wie Freun­de“, lacht An­ne Thol­s­trup. Da­bei wohnt die dä­ni­sche Künst­le­rin mit­ten in Ko­pen­ha­gen. „Für mei­ne Ar­beit ist die­ser Stadt­teil pu­re In­spi­ra­ti­on. Schließ­lich gab es hier schon im­mer Hand­wer­ker, die Wohn­stu­be und Werk­statt un­ter ei­nem Dach ver­ein­ten.“Mit ih­rer Ate­lier­woh­nung führt An­ne die­se Tra­di­ti­on fort. Im Erd­ge­schoss ih­res schma­len vier­stö­cki­gen Künst­ler­häus­chens hat sie ihr Stu­dio un­ter­ge­bracht, oben be­fin­den sich die Wohn­räu­me. Die Ein­rich­tung – mar­kan­tes Schwarz, un­auf­dring­li­ches Weiß – hält sich de­zent im Hin­ter­grund und über­lässt die Büh­ne An­nes Wer­ken, die je­dem Win­kel ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Le­ben­dig­keit ein­hau­chen.

Auf dem lan­gen Si­de­board im Wohn­zim­mer ar­ran­giert Ot­hi­lia ih­re zahl­lo­sen Rei­se­füh­rer, die sie durch die gan­ze Welt ge­lei­ten.

Als An­ne vor 25 Jah­ren ein­zog, riss sie meh­re­re Wän­de ein, um op­ti­ma­le Licht­be­din­gun­gen für ein Ate­lier zu schaf­fen.

Im Ess­zim­mer hat An­ne Stüh­le von Charles und Ray Ea­mes um ei­nen Ca­si­no-Tisch aus al­tem Ma­ha­go­ni grup­piert.

Die Pue­b­lo-In­dia­ner Nord­ame­ri­kas in­spi­rier­ten An­ne beim Ein­rich­ten, der Tep­pich im Wohn­zim­mer greift die Stam­mes­mus­ter auf.

Die Kü­che gleicht eher ei­nem Al­tar. Kein Wun­der, der ver­schnör­kel­te Ker­zen­stän­der stammt wirk­lich aus ei­ner Kir­che.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.