SCHWARZ AUF WEISS

Die Schoensten Wohntraeume - - DÄNEMARK - TEXT: S. SCHILLIK, E. KRU­SE / FO­TOS: F. HEIBERG

Nor­di­sche Schön­heit muss sich nicht im­mer im Landhausstil zei­gen. Mit star­ken Kon­tras­ten ge­lang Rik­ke Al­brecht­sen die Sym­bio­se aus gra­fi­scher Küh­le und skan­di­na­vi­scher Be­hag­lich­keit.

STIL IST DAS WEG­LAS­SEN AL­LES UN­WE­SENT­LI­CHEN

Un­ge­wöhn­li­che Auf­ga­ben sind Rik­ke Al­brecht­sens Spe­zi­al­ge­biet, der All­tag der Gra­fi­ke­rin ge­prägt von Her­aus­for­de­run­gen. Da­bei meis­tert sie kniff­li­ge Auf­trä­ge ih­rer Kun­den ge­nau­so ge­schickt wie das all­mor­gend­li­che Pau­sen­brot-Sze­na­rio in der hel­len, licht­durch­flu­te­ten Wohn­kü­che. So bunt und viel­sei­tig sich das Le­ben der zwei­fa­chen Mut­ter dar­stellt, so klar und struk­tu­riert ist ihr Ein­rich­tungs­stil: Zeit­los, pu­ris­tisch und de­si­gnori­en­tiert prä­sen­tiert sich das zwi­schen hel­len und dunk­len Tö­nen wech­seln­de In­te­ri­eur des 180 Qua­drat­me­ter gro­ßen Ein­fa­mi­li­en­hau­ses, für das die Fa­mi­lie von Fre­de­ri­ks­berg in den et­was wei­ter west­lich von Ko­pen­ha­gen ge­le­ge­nen Stadt­teil Van­lø­se zog. Denn je grö­ßer die Kin­der wur­den, des­to klei­ner kam der vier­köp­fi­gen Fa­mi­lie die al­te Woh­nung vor. „In un­se­rer frü­he­ren Woh­nung stie­ßen wir stän­dig zu­sam­men“, er­in­nert sich Rik­ke la­chend. „Hier hat je­der nun so viel Frei­raum, wie er für sich braucht.“Trotz­dem spielt sich der Groß­teil des ge­mein­sa­men Le­bens im of­fe­nen Wohn-Ess-Be­reich ab, hier füh­len sich al­le ein­fach am wohls­ten. Dass das Haus trotz der re­du­zier­ten Mö­blie­rung nicht zu un­ter­kühlt wirkt, liegt an Rik­kes ge­üb­tem Au­ge – und an ih­rer Ge­duld. Statt den Räu­men von An­fang an ein star­res Kon­zept über­zu­stül­pen, ließ sie den Din­gen Zeit, sich zu ent­wi­ckeln. „Na­tür­lich bin auch ich den Ver­lo­ckun­gen stän­dig wech­seln­der Mo­den und Stil­rich­tun­gen aus­ge­setzt. Letzt­lich spa­re ich aber lie­ber auf ei­nen so­li­den De­sign-Klas­si­ker, als ei­nem un­über­leg­ten Kau­f­im­puls nach­zu­ge­ben“, er­klärt sie. Ne­ben dem stim­mi­gen Ar­ran­ge­ment der Ein­zel­stü­cke und ei­nem durch­gän­gi­gen, schwarz-wei­ßen Span­nungs­bo­gen war Rik­ke auch der en­ge Kon­takt zur Na­tur wich­tig: „Ich mag den Wech­sel der Jah­res­zei­ten und ge­nie­ße es sehr, mei­nem wun­der­ba­ren Gar­ten da­bei zu­zu­se­hen, wie er sich un­ter dem Ein­fluss von Son­ne, Schnee und Re­gen ver­än­dert.“Mit den Jah­ren ist das Haus für Rik­ke so et­was wie ein gra­fi­scher Spielplatz ge­wor­den, der ihr die Mög­lich­keit zur krea­ti­ven Gestal­tung auch im Pri­va­ten bie­tet. Für ih­re be­ruf­li­chen Pro­jek­te hat sie sich im Un­ter­ge­schoss ein groß­zü­gi­ges Ho­me-Of­fice ein­ge­rich­tet – „als be­rufs­tä­ti­ge Mut­ter ein Lu­xus von un­schätz­ba­rem Wert.“Wann im­mer ihr eng ge­steck­ter Zeit­plan es zu­lässt, holt sie ih­re Kin­der mit dem Fahr­rad vom Hort ab, um den Rest des Tages mit ih­nen im Gar­ten zu ver­brin­gen. Denn dort steht ih­re neus­te Er­run­gen­schaft: ein schwarz-wei­ßes Tram­po­lin.

1. Die ge­streif­te Ta­pe­te von Ta­pet Ca­fé schmückt Frey­as Reich. 2. Das Ar­beits­zim­mer ist vom sel­ben The­ma ge­prägt wie der Rest des Hau­ses. 3. Ein Bü­cher­turm wird zum Still­le­ben. 4. Ab­wechs­lung zum Schwarz-Weiß-Kon­zept: bun­te Gar­de­ro­ben­knöp­fe von Ea­mes.

Durch das licht­durch­flu­te­te Trep­pen­haus geht es hin­auf zu den Schlaf­zim­mern im ers­ten Stock. Auch hier darf na­tür­lich et­was De­ko nicht feh­len.

Klas­si­ker mit Wohl­fühl­fak­tor: Die Ea­mes-Stüh­le be­ka­men be­que­me Sitz­kis­sen, Ses­sel „Aeg­get“von Ar­ne Ja­cob­sen lädt zum Ent­span­nen ein.

Die einst se­pa­rier­te Kü­che tankt seit ih­rer Neu­ge­stal­tung täg­lich Son­ne. Rik­ke ließ das Par­kett mit Wei­ß­öl be­han­deln, so wirkt der Raum noch strah­len­der.

1. Rik­ke sam­melt Hand­ge­mal­tes und Hand­ge­töp­fer­tes. 2. Schwarz-wei­ße Va­se von Käh­ler Ke­ra­mik. 3. Bild des Fo­to­gra­fen Ul­rik Jant­zen von Ko­pen­ha­gens Lan­de­bahn. 4. Auch die fa­bel­haf­te Dach­ter­ras­se der Dä­nin folgt dem Farb­kon­zept der In­nen­räu­me.

„De­sign all over“ist das Mot­to des schlich­ten Wohn­zim­mers. Schö­ner Ge­gen­pol zu So­fa, Ea­mesSes­sel und Lam­pe von Hay ist der hel­le Tep­pich.

Oben: Sanf­tes Weiß, viel Licht: So ge­stal­tet sich das luf­ti­ge Schlaf­zim­mer. Das Häs­tens-Box­spring­bett ist Lu­xus pur. Un­ten: Die mar­kan­te Wan­ne stand be­reits im Bad, als die Fa­mi­lie ein­zog. Rik­ke schloss sie so­fort in ihr Herz.

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