Da­mals und heu­te

Die Schoensten Wohntraeume - - DÄNEMARK - TEXT: B. BAU­ER­SACHS, A. ED­WARDS FO­TOS: ALUN CALLENDER, NARRATIVES

Die Ko­pen­ha­ge­ner Alt­bau­woh­nung von Ann-Britt An­der­sen und ih­rem Freund hat ei­ne be­weg­te

Ver­gan­gen­heit – und ei­ne Men­ge po­li­ti­sche und ar­chi­tek­to­ni­sche Ge­schich­te zu er­zäh­len.

Mo­der­nes De­sign trifft auf skan­di­na­vi­sche

Sch­licht­heit

Span­nend ist die Vor­ge­schich­te von Ann-Britt An­der­sen und Ru­ne Ben­i­di­xens Woh­nung schon. Im Zwei­ten Welt­krieg soll sie ver­wanzt ge­we­sen sein, weil hier das Haupt­bü­ro der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei sei­nen Sitz hat­te. Nach dem Krieg soll ein klei­ner Zei­tungs­ver­lag sein so­zia­lis­ti­sches Ge­dan­ken­gut dort pro­du­ziert ha­ben und bis spät in die 1980erJah­re hat­te die so­zia­lis­ti­sche Par­tei die Rä­um­lich­kei­ten an­ge­mie­tet. Vom tur­bu­len­ten Vor­le­ben ih­rer Sechs-Zim­merAlt­bau­woh­nung spü­ren die dä­ni­sche Buch­au­to­rin und der Film­pro­du­zent heu­te gar nichts mehr. Im Ge­gen­teil: „Die Woh­nung ist un­ser Ru­he­pol“, er­klärt Ann-Britt. Als sie vor gut zwei Jah­ren mit ih­rem Le­bens­ge­fähr­ten dort ein­zog, hat­te der Vor­mie­ter be­reits drei klei­ne Apart­ments zu ei­nem gro­ßen zu­sam­men­ge­legt und mit dop­pel­gla­si­gen Flü­gel­tü­ren ver­bun­den. „Wir kann­ten die ur­sprüng­li­chen Zweiraum-Woh­nun­gen gar nicht mehr“, er­zählt Ann-Britt. Wie sie das groß­zü­gi­ge Platz­an­ge­bot am bes­ten nut­zen könn­ten, über­leg­ten sich die bei­den sehr ge­nau. „Wir woll­ten ei­ne

luf­ti­ge At­mo­sphä­re, aber den­noch kei­nes­falls Platz ver­schwen­den“, er­läu­tert Ann-Britt. „Cle­ve­re Stau­raum­lö­sun­gen wa­ren uns erst­mal das wich­tigs­te.“Ne­ben den üb­li­chen Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten wie Strei­chen und Bö­den neu ein­las­sen brauch­te die Woh­nung aber kei­ne Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren. „Beim Ein­rich­ten ha­ben wir auf un­se­re al­ten Mö­bel zu­rück­ge­grif­fen“, er­zählt Ann-Britt. „Viel hat­ten wir nicht, aber mit klei­nen per­sön­li­chen Still­le­ben wie mit Ru­nes Pos­ter­samm­lung ha­ben wir uns den­noch ei­ne hei­me­li­ge At­mo­sphä­re ge­schaf­fen. Und au­ßer­dem brau­chen wir dem­nächst ja auch Platz für un­se­ren neu­en, klei­nen Mit­be­woh­ner.“

Der Tisch stammt vom Ko­pen­ha­ge­ner La­den „De­si­gner Zoo“, die Stüh­le fand Ann-Britt bei ei­ner Bü­ro­auf­lö­sung.

Klei­nes Bild: Das Haus liegt in Nør­re­bro, nord­west­lich der Ko­pen­ha­ge­ner Se­en. Gro­ßes Bild: Das Fern­seh­zim­mer mit ei­nem So­fa der dä­ni­schen Mö­bel­ket­te „Bo­lia“.

Auf dem So­fa der dä­ni­schen Fir­ma „Raun“und am Tisch von "„Nor­mann Co­pen­ha­gen“emp­fan­gen Ann-Britt und Ru­ne Gäs­te.

Gro­ßes Bild: Buch­au­to­rin Ann-Britt An­der­sen vor der Film­pla­kat­samm­lung ih­res Freun­des. Sie er­war­tet ihr ers­tes Kind. 1. Der schwar­ze Klapp­ses­sel ist die Re­pro­duk­ti­on ei­nes Mi­li­tär-Stuhls. 2. Der ori­gi­nal Fat­boySitz­sack lädt zum Lüm­meln und Le­sen ein. Ann-Britt sitzt hier im Mo­ment am liebs­ten.

Gro­ßes Bild: Dop­pelt ver­glas­te Flü­gel­tü­ren ver­bin

den das Wohn- mit dem Ess­zim­mer. Der hell­blaue Pouf stammt vom Spi­tals­field Mar­ket in Lon­don. 1. Aus­stel­lungs­fly­er aus Hol­land und L.A. zie­ren das Wand­board in An­nB­ritts Ar­beits­zim­mer. 2. Ein schlich­ter Ike­aTisch ge­nügt der Buchau

to­rin als Ar­beits­platz.

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