NOR­DI­SCHE RO­MAN­TIK

Die Schoensten Wohntraeume - - INHALT - TEXT: CHRIS­TI­NE MOTZAN FO­TOS: IBEN & NIELS AHLBERG

Fran­zö­si­sches Flair und New En­g­lan­dS­tyle ver­ei­nen sich in die­sem ma­le­ri­schen Land­haus zu ei­nem ganz be­son­de­ren Woh­n­er­leb­nis

Brigitte und Pe­ter Bruun ver­lieb­ten sich in das ehe­ma­li­ge Ti­cket-Of­fice am Fähr­ha­fen von Char­lot­ten­lund und bau­ten es zu ei­nem pit­to­res­ken Heim um, in dem sich die vier­köp­fi­ge Fa­mi­lie rund­um wohl­fühlt.

Très chic: dunk­les Holz, ed­le Cre­me­tö­ne und An­ti­qui­tä­ten

Als Brigitte Bruun das al­te gel­be Holz­haus zum ers­ten Mal sah, war sie so­fort be­geis­tert. „Es wirk­te so ein­la­dend und ge­müt­lich“, er­in­nert sie sich rück­bli­ckend. Ihr Mann Pe­ter war we­ni­ger an­ge­tan. „Das kann nicht dein Ernst sein! Was sol­len wir mit die­ser höl­zer­nen Bruch­bu­de an­fan­gen?“, so sein ers­ter Kom­men­tar. Doch Brigitte blieb hart­nä­ckig. Es dau­er­te al­ler­dings et­li­che Mo­na­te, bis sie Pe­ter da­von über­zeu­gen konn­te, das Haus doch zu kau­fen. Zu Be­ginn über­wo­gen für ihn die of­fen­sicht­li­chen Nach­tei­le: Das Ge­bäu­de be­fand sich in ei­nem äu­ßerst de­so­la­ten Zu­stand. Hin­zu kam, dass der Schnitt des Hau­ses al­les an­de­re als op­ti­mal war. Die meis­ten Räu­me wa­ren zu klein und sehr schmal ge­schnit­ten. Und da Fa­mi­lie Bruun sich im­mer ei­ne gro­ße Kü­che und ein weit­läu­fi­ges of­fe­nes Wohn- und Ess­zim­mer ge­wünscht hat­te, muss­te auf je­den Fall ei­ne Men­ge re­no­viert und um­ge­baut wer­den. Peters stärks­tes Ge­gen­ar­gu­ment war, dass der Um­bau mit viel Zeit und Geld ver­bun­den sein wür­de. Brigitte ih­rer­seits warf ein, dass sie so schnell ver­mut­lich nicht mehr die Mög­lich­keit be­kom­men wür­den, ein der­art in­di­vi­du­el­les al­tes Haus in­klu­si­ve Grund­stück so güns­tig zu er­wer­ben. Nach end­lo­sen Dis­kus­sio­nen wur­den sich die bei­den schließ­lich ei­nig, den Haus­kauf und die da­mit ver­bun­de­nen Bau­maß­nah­men doch in An­griff zu neh­men. „Pe­ter fand so viel Ge­fal­len am Zeich­nen der Bau­plä­ne und Kal­ku­lie­ren, dass er letzt­lich sei­ne Zu­stim­mung gab“, schmun­zelt Brigitte. Als ers­tes ge­stal­te­te die Fa­mi­lie den Grund­riss neu. Die Kü­che so­wie der Ess- und Wohn­be­reich wur­den zu ei­ner Art Ge­mein­schaft­s­eta­ge er­wei­tert, auf der sich al­le Fa­mi­li­en­mit­glie­der un­ge­zwun­gen be­geg­nen kön­nen. „Ich fin­de es schön, wenn man weiß, wo man je­man­den im Haus an­tref­fen kann. So ist es mög­lich, ent­we­der die Ge­sell-

schaft des an­de­ren zu su­chen oder sich zu­rück­zu­zie­hen“, er­klärt die Haus­her­rin. Die In­nen­ein­rich­tung über­nahm Brigitte per­sön­lich. Mo­der­nes Mo­bi­li­ar ent­spricht nicht ih­rem Ge­schmack, sie be­vor­zugt Din­ge mit Patina. „Es geht mir bei Mö­beln und Ac­ces­soires dar­um, dass die Din­ge ei­ne ei­ge­ne Ge­schich­te er­zäh­len und dass sie den Raum in ei­nen Ort ver­wan­deln, in dem man sich wohl­fühlt.“Bri­git­tes Do­mi­zil er­in­nert an ein fran­zö­si­sches Land­haus. Das liegt ver­mut­lich dar­an, dass sie ein­mal ein hal­bes Jahr lang in Frank­reich ge­lebt hat. Sie be­wohn­te da­mals ein mö­blier­tes Apart­ment in Pa­ris, das im ty­pisch fran­zö­si­schen Stil ein­ge­rich­tet war. „Mir ge­fiel die­ser wun­der­ba­re Wohn­stil auf An­hieb“, er­zählt die Dä­nin. Im Lau­fe der Jah­re ent­wi­ckel­te Brigitte ih­ren ei­ge­nen, per­sön­li­chen Stil, der fran­zö­si­sche Ein­fluss blieb je­doch er­hal­ten. Pe­ter mag es lie­ber schlicht und ge­rad­li­nig, er hat ein Fai­b­le für mo­der­nes De­sign und er­go­no­mi­sche Mö­bel. Zwar ge­lingt es Brigitte meist, sich bei der In­nen­de­ko­ra­ti­on durch­zu­set­zen, doch weist das ein oder an­de­re Stück deut­lich Peters Hand­schrift auf und stellt so­mit ei­nen char­man­ten Dia­log zwi­schen An­ti­ke und Mo­der­ne her. Zu­erst woll­ten die Bruuns ihr Zu­hau­se ganz im Neu­eng­land-Stil ein­rich­ten, aber der Baustil des Hau­ses wi­der­sprach die­sem Vor­ha­ben. Ein­zig das Schlaf­zim­mer der El­tern und das Bad wur­den so ge­stal­tet.

Fran­zö­si­sches Wohn­flair und Neu­eng­land-Stil im Dia­log

Gro­ßes Bild: Der süd­li­che An­bau dient auch als Wind­schutz, so­dass die Be­woh­ner die Ter­ras­se bei son­ni­gem Wetter bis Mit­te No­vem­ber nut­zen kön­nen. 1. Der Ein­gangs­be­reich er­in­nert an längst ver­gan­ge­ne Zei­ten. 2. Über den Fens­tern sind die Wap­pen von Ko­pen­ha­gen und Rön­ne an­ge­bracht. 3. Der in­ten­siv duf­ten­de Ma­gno­li­en­baum stellt den Mit­tel­punkt des Gar­tens dar.

Gro­ßes Bild links: Der an­ti­ke Kron­leuch­ter ist mit den Bruuns wäh­rend der letz­ten zehn Jah­re öf­ters um­ge­zo­gen. 1. Cre­me­tö­ne do­mi­nie­ren das Wohn­zim­mer. Hier ist der fran­zö­si­sche Ein­fluss om­ni­prä­sent. 2. Gold, Va­nil­le und Weiß sind Bri­git­tes Lieb­lings­far­ben. 3. Die hel­le Wohn­kü­che wur­de in ei­nem elegant-le­ge­ren Landhausstil ein­ge­rich­tet.

Gro­ßes Bild rechts: Das groß­zü­gig ge­schnit­te­ne Schlaf­zim­mer rich­te­ten die Be­woh­ner im nost­al­gi­schen New En­g­land-Stil ein. 1. Schwarz-Weiß-Bil­der mit Se­gel­schif­fen zie­ren die Wand im El­tern­bad. 2. Die ame­ri­ka­ni­sche Flag­ge fin­det sich auf vie­len Kis­sen im Haus wie­der. 3. So­fie und Ma­lou spie­len am liebs­ten mit ih­ren Ku­schel­tie­ren.

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