LI­VING IN A BOX

Die Schoensten Wohntraeume - - INHALT - TEXT: ANDREA RAMPL, JA­NE MCCRA­CKEN FO­TOS: SHA­NIA SHEGEDYN, RED CO­VER

Um­bau mal an­ders: Dank mo­der­ner Hol­z­ele­men­te be­ka­men die LeFe­v­res end­lich mehr Platz fürs har­mo­ni­sche Fa­mi­li­en­le­ben in Aus­tra­li­en

Fa­mi­lie LeFe­v­re er­wei­ter­te ihr al­tes Haus durch ei­nen An­bau der be­son­de­ren Art: Die An­ord­nung von un­ab­hän­gi­gen Holz­bo­xen schuf un­end­li­che Mög­lich­kei­ten.

Mel­bourne, die süd­lichs­te Mil­lio­nen­stadt der Welt, ist die Hei­mat von Ja­mes und Gra­ce LeFe­v­re und ih­ren Töch­tern Leigh und Mia. 2002 kauf­te die Fa­mi­lie ein klei­nes Haus in bes­ter Orts­la­ge, doch es wur­de ihr schon bald zu klein. Vor drei Jah­ren be­schlos­sen Ja­mes und Gra­ce ei­ne Er­wei­te­rung und be­auf­trag­ten den Ar­chi­tek­ten And­rew May­nard mit der Pla­nung. „Nach sechs Jah­ren, die wir hier wohn­ten, wuss­te ich ge­nau, wie das Licht in das Haus fällt“, er­klärt uns Ja­mes. „Dar­um hat­te ich ei­ne ge­naue Vor­stel­lung, wie der An­bau aus­se­hen soll­te.“In en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit den Ei­gen­tü­mern ent­warf der Pla­ner ein Kon­zept der be­son­de­ren Art: Die Er­wei­te­rung er­scheint als ei­ne An­ord­nung meh­re­rer Holz­bo­xen, je­weils un­ab­hän­gig von­ein­an­der aus­ge­rich­tet, um ei­ne Viel­zahl räum­li­cher For­men und Op­tio­nen zu er­mög­li­chen. Um das ur­sprüng­li­che Haus op­tisch an­zu­pas­sen, wur­de es eben­falls mit Holz ver­klei­det. Der Um­bau dau­er­te ein gan­zes Jahr. Wäh­rend­des­sen wohn­te die Fa­mi­lie in ei­ner pro­vi­so­ri­schen Lounge mit dem Bad in ei­ner Ecke und dem Herd in der an­de­ren. „Es war ein span­nen­des Ex­pe­ri­ment für uns, so be­engt zu woh­nen“, ge­steht uns Ja­mes. „Wir leb­ten, koch­ten, ba­de­ten und wu­schen un­se­re Wä­sche in ei­nem Zim­mer, ein ech­tes Aben­teu­er.“Doch die müh­sa­me Zeit wur­de reich

be­lohnt, heu­te wohnt die Fa­mi­lie in dem Haus ih­rer Träu­me. In dem al­ten Ge­bäu­de sind nun die Schlaf­räu­me und Bä­der un­ter­ge­bracht. Durch ei­nen schma­len Flur be­tritt man den neu­en Teil des Hau­ses, ein dy­na­mi­sches Raum­ge­fü­ge, be­ste­hend aus Kü­che, Ess- und Wohn­be­reich mit klapp­ba­ren Glas­mo­du­len, die sich zu der gro­ßen Ter­ras­se im In­nen­hof öff­nen las­sen. Das gan­ze Haus ist ein har­mo­ni­sches Zu­sam­men­spiel aus Licht und Raum, bie­tet Platz für Ei­gen­krea­tio­nen des Haus­herrn und die Hob­bys der Töch­ter. Bau­ma­te­ri­al, Mö­bel und Ac­ces­soires sind ei­ne wun­der­bar ge­lun­ge­ne Kom­bi­na­ti­on aus Alt und Neu. Über­haupt wird Re­cy­cling bei den LeFe­v­res groß ge­schrie­ben. Ne­ben den kunst­vol­len Ex­po­na­ten, die Ja­mes aus an­ti­ken Ba­ke­lit­staub­sau­gern, Trak­torSchein­wer­fern oder In­dus­trie-Schalt­an­la­gen zu­sam­men­baut, sind auch al­le Bö­den des Hau­ses aus wie­der­auf­ge­ar­bei­te­tem Eu­ka­lyp­tus­holz. Für die Kü­che fand Ja­mes ei­nen Pos­ten al­tes, tas­ma­ni­sches Ei­chen­holz, das als Ar­beits­plat­te und -block Ver­wen­dung fand und dem sonst hoch­funk­tio­nel­len, nüch­ter­nen Raum ein le­ben­di­ges Am­bi­en­te ver­leiht. Selbst die al­te Guss­ba­de­wan­ne kam zu neu­en Eh­ren. Heu­te thront sie als Schmuck­stück in­mit­ten des opu­len­ten Ba­de­zim­mers, das so­gar über ei­nen of­fe­nen Ka­min ver­fügt. „Ich ha­be ein Fai­b­le für al­te Din­ge, sie ha­ben ei­nen un­ver­wech­sel­ba­ren Charme“, meint Ja­mes mit ei­nem Lä­cheln. „Zu­dem schei­ne ich mei­ne ei­gent­li­che Be­ru­fung als In­dus­trie-De­si­gner ir­gend­wie aus­le­ben zu müs­sen. So­lan­ge Gra­ce mei­ne Ar­bei­ten ge­fal­len, wer­de ich mich auf die­se Art wei­ter selbst ver­wirk­li­chen.“

Ein Ze­bra­fell ver­wan­delt den Wohn­be­reich in ei­ne Sa­fa­ri-Lounge. Da­zu pas­send: der Couch­tisch, ein Unikat von Ja­mes.

Am selbst ent­wor­fe­nen Ess­tisch sitzt Ja­mes mit sei­nen Töch­tern Leigh und Mia beim ScrabbleSpiel. Wer wohl ge­winnt?

1. Groß­zü­gi­ge Glas­fron­ten öff­nen sich zu der höl­zer­nen Ter­ras­se. 2. Die Tisch­lam­pe be­steht aus dem Pa­pier ei­nes al­ten Pia­no­las. 3. Ge­fal­te­te Pa­pier­flie­ger aus Blät­tern ei­nes Vo­gel­kun­de­bu­ches zie­ren die Wand.

Frei schwebt der of­fe­ne Ka­min mit­ten im Raum – Ein Ent­wurf von Fo­cus Fi­re Pla­ces, der aus Frank­reich im­por­tiert wur­de.

1. Der schma­le Flur ver­bin­det das al­te Haus mit dem An­bau. 2. Ja­mes ver­wan­del­te ei­nen Ba­ke­litsau­ger in ei­ne Steh­lam­pe. 3. Die Kü­che ist aus tas­ma­ni­schem Ei­chen­holz.

Der un­ver­wech­sel­ba­re Charme des re­cy­cel­ten Ei­chen­hol­zes gibt der mo­dern ein­ge­rich­te­ten Kü­che ih­re ganz spe­zi­el­le No­te.

1. En sui­te-Bad mit wei­ßen Flie­sen und Ba­rock­spie­gel. 2. Ein Wand­bild mit Ha­se ziert den Trep­pen­ab­satz. 3. Die frei ste­hen­de Guss­ba­de­wan­ne, ein Re­likt des al­ten Hau­ses, ist heu­te Mit­tel­punkt des gro­ßen Ba­des.

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