DER MIX MACHT’S

Die Schoensten Wohntraeume - - INHALT - TEXT: ANDREA RAMPL FO­TOS: TIA BORGS­MIDT

Stu­den­ten­bu­de ganz er­wach­sen: Ar­chi­tek­tur­stu­den­tin So­fie Si­mo­ne be­weist, wie ge­lun­gen kun­ter­bun­ter Stil­mix aus­se­hen kann

Dass Stu­den­ten­bu­den aus kun­ter­bun­ten Mö­bel­an­samm­lun­gen be­ste­hen, ist kein Ge­rücht, son­dern ei­ne Tat­sa­che. Ent­schei­dend ist je­doch, wie die Mö­bel in Sze­ne ge­setzt und prä­sen­tiert wer­den.

Die un­zäh­li­gen fran­zö­si­schen Bal­ko­ne in Ves­ter­bro ver­lei­hen dem Ko­pen­ha­ge­ner Stadt­vier­tel ei­nen Hauch Pa­ri­ser Flair. Die Alt­bau­woh­nung der Bau­ge­mein­schaft war zwar frisch sa­niert, als die Ar­chi­tek­tur­stu­den­tin So­fie Si­mo­ne Aan­dahl ein­zog, aber die Ge­ge­ben­hei­ten tra­fen nicht den Ge­schmack der jun­gen Be­woh­ne­rin. „Die Kü­che hat­te ei­nen La­mi­nat­bo­den und ei­ne Ar­beits­plat­te aus ähn­li­chem Ma­te­ri­al“, er­in­nert sich So­fie Si­mo­ne. „Ich strich den Bo­den kur­zer­hand mit wei­ßer Far­be und be­sorg­te ei­ne Ar­beits­plat­te aus ge­öl­tem Mas­siv­holz. Da­zu mon­tier­te ich Grif­fe aus schwar­zen Le­der­rie­men an die Schrank­tü­ren.“Aber das i-Tüp­fel­chen sind die hand­be­mal­ten Ke­ra­mik­flie­sen mit Mus­tern al­ter Ki­mo­no­stof­fe, sie er­we­cken die Kü­che erst so rich­tig zum Le­ben. Die üb­ri­ge Ein­rich­tung ist ei­ne sehr per­sön­li­che Kom­bi­na­ti­on aus De­sign-Klas­si­kern und al­ten Mö­beln ih­rer Groß­el­tern und El­tern, die schon im­mer ihr Zu­hau­se ge­prägt ha­ben. Ganz ei­gen­wil­lig de­ko­rier­te die Stu­den­tin ih­re Wän­de mit Kunst un­ter­schied­lichs­ter Art und Her­kunft. Die meis­ten Wer­ke stam­men von be­freun­de­ten Künst­lern, die sie als Kind über ih­re El­tern ken­nen­lern­te. Die neue­ren Stü­cke sind von jun­gen, am­bi­tio­nier­ten Krea­ti­ven, die wie sie an der Kunst­aka­de­mie stu­die­ren. Im Wohn­raum ver­schmel­zen ein­zel­ne Bil­der zu ei­ner stim­mi­gen Col­la­ge, die wie zu­fäl­lig ent­stan­den zu sein scheint. Selbst die sonst meist un­ge­nutz­te Bo­den­flä­che wur­de von So­fie Si­mo­ne als wei­te­re Woh­ne­be­ne hin­zu­ge­zo­gen: Klei­ne Ta­bleaus, Skulp­tu­ren, Blu­men­va­sen und Ar­chi­tek­tur­mo­del­le tum­meln sich auf dem Fuß­bo­den und er­re­gen Auf­merk­sam­keit. „Mei­ne Ins-

SO­FIE SI­MO­NE SETZT AUF KON­TRAS­TE, FRI­SCHE FAR­BEN UND KLA­RE LI­NI­EN

pi­ra­tio­nen ho­le ich mir auf mei­nen Rei­sen, schon als Kind bin ich viel her­um­ge­kom­men“, er­zählt So­fie Si­mo­ne. „Sy­ri­en und Ja­pan ha­ben mich be­son­ders be­ein­druckt. Mei­ne Er­leb­nis­se und Emp­fin­dun­gen las­se ich auch in mei­nen Wohn­stil ein­flie­ßen. Und ich ge­ste­he, ich brin­ge mir aus je­dem Land als Sou­ve­nir ein Kis­sen mit, das mich an den Trip er­in­nert.“Ne­ben dem Rei­sen ist So­fie Si­mo­nes größ­te Lei­den­schaft die Ar­chi­tek­tur. Sie hat mit ih­ren Ar­chi­tek­tur­pro­jek­ten be­reits an meh­re­ren Aus­stel­lun­gen teil­ge­nom­men und ar­bei­te­te so­gar ei­ni­ge Mo­na­te in ei­nem Kon­struk­ti­ons­bü­ro in San Fran­cis­co. Der­zeit steht ihr Stu­di­um an der Ar­chi­tek­tur­schu­le der Kunst­aka­de­mie im Vor­der­grund. Die Woh­nung teilt sie sich mit ei­ner Mit­stu­den­tin, an die sie ein Zim­mer un­ter­ver­mie­tet hat. „Es ist schön mit­ein­an­der zu ko­chen und am Abend bei ei­nem Glas Wein zu fach­sim­peln“, ge­steht So­fie Si­mo­ne. „Au­ßer­dem blei­be ich so mit dem Stu­di­um bes­ser am Ball, schließ­lich möch­te ich recht bald fer­tig wer­den.“Der al­te Holz­ofen wur­de im Zu­ge der Sa­nie­rung lei­der er­satz­los ge­stri­chen, da­für zün­det So­fie Si­mo­ne je­den Abend ei­ni­ge Ker­zen an, um ei­ne ge­müt­li­che und ein­la­den­de At­mo­sphä­re zu schaf­fen, bei der sie sich zu­rück­leh­nen und ent­span­nen kann.

JE­DER RAUM ÄH­NELT EI­NER BÜH­NE, DIE MIT SORG­FALT IN­SZE­NIERT WUR­DE

MU­TI­GE KOM­BI­NA­TIO­NEN ER­RE­GEN AUF­MERK­SAM­KEIT

Die­se Sei­te: Die Sitz­grup­pe von Ar­ne Ja­cob­sen war ein Ein­zugs­ge­schenk der Mut­ter, be­leuch­tet von Boont­jes „Mid­sum­mer Light“. Lin­ke Sei­te: Bil­der­ga­le­rie: Mit ge­schul­tem Au­ge schuf So­fie Si­mo­ne die Wand­col­la­ge aus Wer­ken ver­schie­de­ner Künst­ler.

Rech­te Sei­te: Die wei­ße Kü­chen­front bie­tet den per­fek­ten Hin­ter­grund für die schwar­zen Sitz­klas­si­ker und die knall­far­be­nen Ac­ces­soires. 1. Sorg­sam aus­ge­wähl­te Ex­po­na­te un­ter­strei­chen das Spiel der Kon­tras­te. 2. Je­des De­tail zählt, auch die Tee­kan­ne ist Teil des En­sem­bles. 3. Al­tes und Mo­der­nes im Dia­log.

1. Die guss­ei­ser­ne Bank ih­rer Groß­el­tern la­ckier­te So­fie Si­mo­ne als knall­gel­ben Blick­fang. 2. Ei­ne be­hag­li­che At­mo­sphä­re ver­brei­tet die Ein­rich­tung des Schlaf­re­fu­gi­ums. 3. Vom ge­müt­li­chen Bett blickt man in ei­nen der schöns­ten Hin­ter­hö­fe im Ko­pen­ha­ge­ner Wes­tend.

Die Bil­der über ih­rem klei­nen Schreib­tisch be­glei­ten So­fie Si­mo­ne be­reits seit ih­rer frü­hen Kind­heit und ver­mit­teln Ge­bor­gen­heit.

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