Hand­werks­kunst in Hamp­shire

Die Schoensten Wohntraeume - - CONTENTS - TEXT: ALI HE­ATH, C. REU­TER FO­TOS: BRENT DARBY/NARRATIVES

Ein ge­müt­li­ches Zu­hau­se mit je­der Men­ge Charme und gro­ßem Gar­ten fan­den Anna­bel & Da­ve Stick­land in ei­nem Fachwerkhaus in Hamp­shire.

Ihr al­tes, ver­win­kel­tes Fachwerkhaus ha­ben Anna­bel und Da­ve lie­be­voll re­stau­riert. Jetzt, wenn im Gar­ten das Herbst­laub auf Schritt und Tritt knis­tert, ist es da­rin be­son­ders ge­müt­lich.

Be­vor Anna­bel und Da­ve Stick­land in ihr Fa­mi­li­en­nest in Hamp­shire zo­gen, wohn­te das Paar län­ge­re Zeit in den Nie­der­lan­den. Doch be­reits aus der Fer­ne schmie­de­ten die bei­den En­g­län­der an ih­rem zu­künf­ti­gen Wohn­glück. Denn als sich mit Sohn Joe der ers­te Fa­mi­li­en­zu­wachs an­kün­dig­te, war ein Um­zug be­schlos­se­ne Sa­che. Ein ge­müt­li­ches Zu­hau­se mit je­der Men­ge Charme, da­zu ein groß­zü­gi­ger Gar­ten, in dem sich Zwei­als auch Vier­bei­ner aus­to­ben kön­nen – Anna­bel und Da­ve woll­ten ih­ren Kin­dern je­ne un­be­schwer­te Kind­heit er­mög­li­chen, auf die man sich auch spä­ter als Er­wach­se­ner noch ger­ne zu­rück­be­sinnt. „Die Graf­schaft Hamp­shire im Sü­den En­g­lands er­schien uns mit ih­ren Na­tio­nal­parks und der Nä­he zur Küs­te wie ge­macht für ei­ne jun­ge Fa­mi­lie. Wir wünsch­ten uns ein ru­hi­ges Do­mi­zil auf dem Land, ein­ge­bet­tet in ei­ne le­ben­di­ge Dorf­ge­mein­schaft, da­mit un­se­re

Kin­der si­cher die Ge­gend er­kun­den und wir ge­mein­sam mit un­se­rem Hund Mi­lo spa­zie­ren ge­hen kön­nen“, er­in­nert sich die in­zwi­schen zwei­fa­che Mut­ter. Als Anna­bel dann das al­te Fachwerkhaus na­mens „Jo­na­than’s Thatch“ent­deck­te, war auch Da­ve schnell Feu­er und Flam­me. „Al­lei­ne die Fas­sa­de hat uns vom ers­ten Mo­ment an be­geis­tert – das al­te Fach­werk, die ro­ten Back­stei­ne und das tra­di­tio­nel­le Reet­dach ha­ben uns zu­dem neu­gie­rig auf das In­nen­le­ben ge­macht“, er­klärt der Haus­herr be­geis­tert. Er­rich­tet wur­de das denk­mal­ge­schütz­te Haus um 1600 und ist auf­grund sei­ner Ar­chi­tek­tur heu­te von his­to­ri­scher Be­deu­tung. Da­von zeu­gen un­ter an­de­rem die im­po­san­ten Schiffs­bal­ken, die mit ih­rem dunk­len Holz­ton selbst nach über vier Jahr­hun­der­ten noch ei­ne ge­wis­se Er­ha­ben­heit aus­strah­len. Dar­an ha­ben auch die zahl­rei­chen Um­bau­ar­bei­ten und An­bau­ten nichts ge­än­dert, mit de­nen je­der Ei­gen­tü­mer sei­ne per­sön­li­che Hand­schrift hin­ter­las­sen hat. Ei­ner von ih­nen, Jo­na­than Ford, ein Schmied aus der Ge­gend, gab dem Cot­ta­ge im 18. Jahr­hun­dert dann schließ­lich sei­nen Na­men. Trotz der mas­si­ven Bau­wei­se stol­per­ten Anna­bel und Da­ve nach

dem Kauf und ei­nem et­was hek­ti­schen Um­zug über zahl­rei­che Al­ters­schwä­chen: Sämt­li­che Fens­ter wa­ren ein­fach iso­liert, Kon­dens­was­ser und un­dich­te Stel­len hat­ten der Sub­stanz zu­ge­setzt und ge­fähr­de­ten die Sta­tik der Holz­kon­struk­ti­on. Nach­dem sie die Be­hör­de für Denk­mal­schutz über­zeugt hat­ten, lie­ßen die Stick­lands die al­ten, zu­gi­gen Me­tall­fens­ter und Ter­ras­sen­tü­ren ge­gen sta­bi­le Holz­fens­ter mit Dop­pel­ver­gla­sung aus­wech­seln – ei­ne Ent­schei­dung, die ne­ben­bei auch noch ei­ne ku­rio­se Ei­gen­art des Hau­ses zu­ta­ge för­der­te. „Als un­se­re Hand­wer­ker die neu­en Holz­rah­men ein­bau­en woll­ten, stie­ßen sie auf Kat­zen­ge­bei­ne, die in der ur­sprüng­li­chen Rah­men­kon­struk­ti­on ver­bor­gen wa­ren. Frü­her glaub­te man, dass Kno­chen als Glücks­brin­ger und Schutz ge­gen He­xe­rei und bö­se Geis­ter fun­gier­ten. Wir ha­ben die­se Tra­di­ti­on bei­be­hal­ten und die Über­res­te wie­der ein­mau­ern las­sen – ei­ne span­nen­de Ge­schich­te, die wir an Hal­lo­ween ger­ne zum Bes­ten ge­ben

und die un­se­re Kin­der stolz ih­ren Freun­den er­zäh­len“, be­rich­tet Anna­bel schmun­zelnd. Ganz auf den jahr­hun­der­te­al­ten Haus­se­gen woll­te sich das Paar dann aber doch nicht ver­las­sen: Dank wei­te­rer Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten wie den über­hol­ten Lei­tun­gen und mo­der­nen Heiz­kör­pern ist das ge­schichts-träch­ti­ge Ge­bäu­de bes­tens für die kom­men­den Jahr­zehn­te ge­wapp­net. Hin­zu ka­men Schön­heits­ar­bei­ten, denn die la­gen der ein­rich­tungs­af­fi­nen Haus­her­rin be­son­ders am Her­zen. Die be­tag­ten Teppichböden wur­den er­setzt und die Wän­de in hel­len Na­tur­tö­nen ge­stri­chen. „Nach und nach ha­be ich dann un­se­re schö­nen, neu­en Holz­fens­ter mit pas­sen­den Gar­di­nen und Stoff­rol­los aus Lei­nen oder Baum­wol­le aus­ge­stat­tet“, er­klärt Anna­bel. Ehe­mann Da­ve hat in der Zwi­schen­zeit sein Fai­b­le fürs Gärt­nern ent­deckt und für al­le Fa­mi­li­en­mit­glie­der ei­ge­ne Be­rei­che ge­schaf­fen. Ne­ben ei­ner Ter­ras­se und ei­nem Baum­haus lo­ckern Blu­men­bee­te und Obst­bäu­me das Bild auf. Jetzt im Herbst ge­hen die Vier­bei­ner hier ger­ne auf Er­kun­dungs­tour. La­b­ra­dor Mi­lo streu­nert dann ge­mein­sam mit Ka­ter Sprout, dem Neu­zu­gang der Fa­mi­lie, durch das knis­tern­de Laub – Glücks­brin­ger kann man schließ­lich nie ge­nug ha­ben ...

KÜRBISPARADE Drin­nen wie drau­ßen sind bun­te Kür­bis­se in un­ter­schied­li­chen For­men, Far­ben und Grö­ßen ein fes­ter Be­stand­teil der all­jähr­li­chen Herbst­de­ko.

BE­SUCH Hat­tie, Anna­bels Pa­ten­toch­ter, ist häu­fig zu Be­such und fühlt sich bei den Stick­lands wie zu Hau­se.

GARTENTIER Lauscht dem Trei­ben un­term Ap­fel­baum auf­merk­sam: de­ko­ra­ti­ver Me­tall­ha­se mit char­man­ter Pa­ti­na.

HAL­LO­WEEN wird im Hau­se Stick­land sehr ger­ne mit Kür­bis­sen und na­tür­lich sü­ßen Le­cke­rei­en ge­fei­ert.

KIS­SEN-PA­RA­DE Das So­fa vor dem mo­der­nen Holz­ka­min hat Anna­bel mit ei­ner Mi­schung aus Tier­mo­ti­ven, Woll- und Ty­po­gra­fie­kis­sen de­ko­riert. MEIS­TER LAM­PE Das Ha­sen­ge­mäl­de im wei­ßen Rah­men auf der Holz­kom­mo­de stammt aus ei­ner Ga­le­rie in De­von.

SHAKERSTIL Der hel­len Kü­che mit gro­ßer In­sel ge­ben die oran­ge­far­be­nen Flie­sen ei­ne war­me No­te.

KÜCHENHELFER Mit Tex­ti­li­en wie die­sen be­druck­ten Ge­schirr­tü­chern be­tont Anna­bel ger­ne ih­re gro­ße Lie­be zur Na­tur.

BLACK BE­AU­TY Pas­send zu den Bo­den­flie­sen ist die maß­ge­fer­tig­te Kü­chen­in­sel mit ei­ner Gra­nit­plat­te ver­se­hen.

WO FUCHS UND HA­SE... Lie­be­vol­les Patch­work im Kin­der­zim­mer.

BLÄTTERWALD Die Wand im Ba­de­zim­mer ziert ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Mus­ter­ta­pe­te (Woods, von Co­le & Son)

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