Das Haus im Mär­chen­wald

Ein ver­wun­sche­ner Wald und ihr vik­to­ria­ni­sches Farm­haus bil­den für Em­ma und Har­ry Bell die per­fek­te Ku­lis­se für ein stim­mungs­vol­les und tra­di­tio­nel­les Weih­nachts­fest.

Die Schoensten Wohntraeume - - CONTENTS - TEXT: SHA­RON PAR­SONS, STE­FA­NIE BUCHINGER FO­TOS: BRENT DARBY/NARRATIVES

Mit ih­rem vik­to­ria­ni­schen Haus fan­den Em­ma und Har­ry die per­fek­te Ku­lis­se für ein ma­gi­sches Weih­nachts­fest.

Es war ein kal­ter Fe­bru­ar­tag, als Em­ma und Har­ry Bell ihr zu­künf­ti­ges Zu­hau­se zum ers­ten Mal zu Ge­sicht be­ka­men. „Ich er­in­ne­re mich noch ge­nau, der Him­mel war trist und grau und der Wind ei­sig, aber als ich das Haus und den Wald er­blick­te, griff die Ma­gie die­ses Or­tes so­fort auf mich über: Der Reif glit­zer­te auf den Grä­sern zwi­schen den dun­kel­grü­nen Na­del­bäu­men und die feuch­te Luft ließ al­les wie weich­ge­zeich­net er­schei­nen. Ob­wohl Weihnachten zu die­sem Zeit­punkt schon vor­bei war, spür­te ich, dass es ganz wun­der­voll wä­re, die­ses Fest in so ei­ner au­ßer­ge­wöhn­li­chen Um­ge­bung fei­ern zu kön­nen“, schwärmt Em­ma noch heu­te von der ers­ten Be­geg­nung mit „ih­rem“Haus. Mitt­ler­wei­le hat sich der Traum vom Weih­nachts­fest hier er­füllt und sie nicht ent­täuscht. „Der Wald übt ei­ne

star­ke An­zie­hungs­kraft auf mich aus. Er ist wie ein Ge­mäl­de, des­sen An­blicks ich nie über­drüs­sig wer­de. Ich bin oft drau­ßen und samm­le Zwei­ge, Zap­fen oder Bee­ren – oder ge­nie­ße ein­fach nur die be­son­de­re At­mo­sphä­re, vor al­lem in den Mor­gen­stun­den. Dann liegt über dem gan­zen Ge­biet fei­ner Ne­bel und von den Bäu­men sieht man nur die Kon­tu­ren, was sie wie bi­zar­re We­sen wir­ken lässt – das macht mir kei­ne Angst, im Ge­gen­teil: Ich kom­me mir dann vor wie im Mär­chen.“Im­mer da­bei auf die­sen Streif­zü­gen ist La­b­ra­dor Char­lie, der den Aus­lauf ge­nießt und Em­ma nicht von der Sei­te weicht. „Mitt­ler­wei­le ken­ne ich mich im Wald ziem­lich gut aus, und falls ich tat­säch­lich mal nicht wei­ter­weiß, ori­en­tie­re ich mich ein­fach an der Rauch­säu­le aus dem Ka­min, die in die­ser Jah­res­zeit im­mer über un­se­rem Haus auf­steigt. Aber es ist trotz­dem ein gu­tes Ge­fühl, den Hund da­bei zu ha­ben – auch wenn ich mir nicht mal ganz si­cher bin, ob un­ser Char­lie über­haupt al­lei­ne nach Hau­se fin­den wür­de“, lacht Em­ma und strei­chelt ih­rem treu bli­cken­den La­b­ra­dor über die auf­merk­sam ge­spitz­ten Oh­ren. Ih­re Aus­beu­te ver­teilt die Haus­her­rin über das gan­ze Haus, wi­ckelt hier ein biss­chen Efeu um ein

Ge­län­der, steckt da ei­nen Stech­pal­men- oder Ha­sel­nuss­zweig in ei­ne hüb­sche Va­se. Sie um­rahmt Spie­gel mit ro­ten Bee­ren oder setzt Stum­pen­ker­zen in ei­nen Kranz aus klei­nen Zap­fen. „Frü­her war ich von Weih­nachts­de­ko nicht son­der­lich be­geis­tert, aber seit wir in die­sem Haus woh­nen, schmü­cke ich nicht nur je­den Raum, son­dern ma­che so viel wie mög­lich auch noch selbst. Mein neu­es­ter Spleen sind duf­ten­de Ket­ten und Ge­bin­de aus ge­trock­ne­ten Zi­trus­sch­ei- ben und Ge­wür­zen wie Stern­anis, Zimt oder Lor­beer, die ich dann an Schrank­tü­ren und Tür­grif­fen be­fes­ti­ge oder ein­fach auf Ti­schen und Kom­mo­den plat­zie­re.“Da­bei legt Em­ma gro­ßen Wert dar­auf, dass nicht nur die Ein­rich­tung der ein­zel­nen Zim­mer ei­ne run­de Ge­samt­op­tik er­gibt, son­dern auch die Weih­nachts­de­ko. So­gar die Veran­da er­hält ein fest­li­ches Make­over. „Die eig­net sich so schön zum Punscht­rin­ken, und mei­ne Min­ce Pies schme­cken mit Blick auf un-

se­ren Mär­chen­wald gleich noch mal so gut!“, lä­chelt Em­ma au­gen­zwin­kernd. Über zu we­nig Gäs­te kön­nen sich die Bells oh­ne­hin nicht be­schwe­ren, denn nicht nur an Weihnachten, auch wäh­rend des Jah­res kom­men häu­fig Freun­de und Ver­wand­te zu Be­such. „Ob­wohl wir hier sehr ab­ge­schie­den le­ben, sind wir nie al­lein“, be­teu­ert Em­ma freu­dig, „die­ses Haus ist ge­ra­de­zu prä­des­ti­niert, um Gäs­te zu ha­ben.“Das eins­ti­ge Farm­haus aus vik­to­ria­ni­scher Zeit war ur­sprüng­lich ein tra­di­tio­nel­les Cot­ta­ge mit zwei Zim­mern oben und zwei un­ten, doch schon lan­ge vor dem Ein­zug der Bells war es mehr­fach um­ge­baut wor­den, so­dass das Paar vor al­lem im Erd­ge­schoss hel­le und groß­zü­gig ge­schnit­te­ne Rä­um­lich­kei­ten vor­fand. „Wir ha­ben schon ein­mal in ei­nem Haus mit ähn­li­chem Schnitt ge­wohnt und hat­ten des­halb schon ent­spre­chen­des Mo­bi­li­ar. Wir wuss­ten al­so von An­fang an, dass die Sa­chen per­fekt in un­ser neu­es Zu­hau­se pas­sen wür­den.“Das Haus der Bells war be­reits beim Ein­zug in ei­nem sehr gu­ten Zu­stand, so­dass kei­ne Um­bau- oder Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten not­wen­dig wa­ren und die bei­den gleich da­mit be­gin­nen konn­ten, es ein­zu­rich­ten. Per­sön­lich­keit und In­di­vi­dua­li­tät sind dem Paar sehr

wich­tig, ein­fach ins Mö­bel­haus zu ge­hen und al­les neu zu kau­fen, ist nicht nach Em­mas und Har­rys Ge­schmack. Über die Jah­re hin­weg ha­ben die zwei ih­ren ganz ei­ge­nen Stil ent­wi­ckelt und auch die­sem Haus schnell ei­ne ein­zig­ar­ti­ge No­te ver­lie­hen. Aus­ge­such­te Mö­bel und an­ti­ke Ein­zel­stü­cke ge­sel­len sich zu zeit­ge­nös­si­scher Kunst, klei­nen Schät­zen aus der Na­tur so­wie hüb­schen Tex­ti­li­en und sor­gen zu­sam­men für ge­nau den Charme, den nicht nur die Bells, son­dern auch ih­re Gäs­te so sehr schät­zen. „Wir fühl­ten uns hier vom ers­ten Mo­ment an wohl, auch wenn es im­mer et­was zu tun gibt. Die Wän­de sind im Mo­ment zwar al­le noch weiß, ich stö­be­re aber täg­lich in­ten­sivst in der Farb­pa­let­te von Far­row & Ball“, lacht Em­ma. „Ob­wohl ich fin­de, dass die Weih­nachts­de­ko­ra­ti­on vor Weiß be­son­ders gut zur Gel­tung kommt.“Die Ga­le­ris­tin mischt Na­tür­li­ches mit fest­lich glän­zen­den Weih­nachts­ku­geln und stim­mungs­vol­len Lich­ter­ket­ten und schafft so ei­ne behaglich-fei­er­li­che Wohl­füh­l­at­mo­sphä­re. „Weihnachten war für mich schon im­mer ei­ne Her­zens­an­ge­le­gen­heit und ich ha­be mir mein Le­ben lang ge­wünscht, es an ei­nem Ort wie die­sem hier fei­ern zu kön­nen.“

SCHATZTRUHE Der Wald ist Em­ma Bells ganz per­sön­li­ches Pa­ra­dies. Hier tankt sie Kraft und sam­melt De­ko fürs Haus. Im­mer mit da­bei: ihr La­b­ra­dor­rü­de Char­lie.

FUNDUS Stech­pal­men­zwei­ge und Farn ma­chen sich im Haus bes­tens als Weih­nachts­de­ko­ra­ti­on. SELBSTGEMACHT Zap­fen und selbst ge­bun­de­ne Krän­ze schmü­cken jetzt je­des Zim­mer und ver­brei­ten den be­ru­hi­gen­den Duft des Wal­des. BAUMRIESEN Ma­gisch mu­tet der Wald im Win­ter vor al­lem in den Mor­gen­stun­den an. Dann ist Em­ma am liebs­ten hier.

IM FLUR Fo­to­gra­fi­en von Ber­ry Red be­le­ben den Flur, der vor al­lem von ei­nem Bild do­mi­niert wird: den „Old Har­ry Rocks“, zwei be­rühm­ten Krei­de­säu­len auf der Is­le of Pur­beck. Nicht nur an Weihnachten peppt Em­ma den Flur mit ro­ten Ak­zen­ten auf. HUND Char­lie weicht sei­nem Frau­chen nicht von der Sei­te.

DIY-TIPP Früch­te wie Oran­gen, Zi­tro­nen, Li­met­ten oder Äp­fel wer­den in et­wa 5 Mil­li­me­ter di­cke Schei­ben ge­schnit­ten und im Back­ofen bei nied­ri­ger Tem­pe­ra­tur ge­trock­net. An­schlie­ßend wer­den die Schei­ben ein­fach an de­ko­ra­ti­ve Zwei­ge ge­hängt oder mit Zimt­stan­gen, gan­zen Chi­li­scho­ten, Lor­beer­blät­tern so­wie Stern­anis auf ein Stück Schnur ge­fä­delt – und schmü­cken als duf­ten­de Ket­ten Mö­bel, Fens­ter oder Tü­ren.

TAFELSCHMUCK Ros­ma­rin­zwei­ge und Ge­schen­k­an­hän­ger nutzt Em­ma beim Weih­nachtsd­in­ner als Tisch­kärt­chen. KLAS­SISCH Christ­baum­schmuck und Ac­ces­soires in Rot-Weis­sG­rün. GE­MÜT­LICH Der an­ti­ke Le­der­ses­sel mit der ro­ten Fuß­bank am Ka­min ist Em­mas Lieb­lings-Platz für ei­ne Pau­se zwi­schen­durch.

RUHEZONE Ei­ne Mi­schung aus fran­zö­si­schem Charme und rus­ti­ka­lem Vin­ta­ge-Look ist das Schlaf­zim­mer der Bells. Der Farb­kon­trast der fri­schen Farb­pa­let­te har­mo­niert da­bei per­fekt mit dem dunk­len Holz. SCHÖ­NE TRÄU­ME De­tails lie­gen Em­ma sehr am Her­zen und auch im Schlaf­zim­mer darf Weih­nacht­li­ches nicht feh­len. Die Haus­her­rin ist über­zeugt: „Der de­zen­te Zi­trus­duft för­dert ei­nen er­hol­sa­men und tie­fen Schlaf“.

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