The­ma­tisch ge­ord­net ist Kitsch stil­voll

Die Schoensten Wohntraeume - - WOHNEN REPORTAGE - TEXT: LOUISE KAMMAN RIISNING, HOU­SE OF PIC­TU­RES/S.FÖLL FO­TOS: PERNILLE KAALUND, HOU­SE OF PIC­TU­RES

Be­reits im Herbst de­ko­riert Dea Ku­di­bal ih­re Räu­me mit et­was Weih­nachts­schmuck. „Er ist so wun­der­schön, dass ich schon im Sep­tem­ber oder Ok­to­ber mit dem De­ko­rie­ren be­gin­ne und die Sa­chen bis Os­tern las­se.” Was et­was selt­sam klin­gen mag, ge­hört zu Deas Job: Sie ver­kauft den Weih­nachts­schmuck – ne­ben an­de­ren Woh­nac­ces­soires und Mo­de. Di­rekt an der Stra­ße ge­le­gen ist der Ein­gang zu „Ku­di­bals”, wie die De­si­gne­rin ih­ren Shop ge­nannt hat. Es ist je­doch kein ge­wöhn­li­cher La­den. Denn: Die Ei­gen­tü­me­rin wohnt auch dort, ge­mein­sam mit ih­rem Mann und ih­rem Sohn. Die Räu­me des erst vor we­ni­gen Jah­ren re­stau­rier­ten Stadt­hau­ses sind weit­läu­fig und luf­tig, mo­dern ein­ge­rich­tet, aber auch at­mo­sphä­risch, mit viel Lie­be zum De­tail. Über­all ste­hen hübsch ar­ran­giert Ac­ces­soires, die so­wohl dem Pri­vat­be­reich als auch dem Show­room ei­ne ganz per­sön­li­che No­te ver­lei­hen. 2006 star­te­te Dea ihr Un­ter­neh­men im Par-

terre ei­nes klei­nen Ko­pen­ha­ge­ner Ap­par­te­ments. Die aus­ge­bil­de­te Schnei­de­rin und Ab­sol­ven­tin ei­ner Lon­do­ner Mo­de­schu­le hat­te schon im­mer ei­nen Fai­b­le für schö­ne Stof­fe und Mo­de­de­sign. „Ir­gend­wann be­gann ich, auf Märk­ten und Auk­tio­nen aus­ge­fal­le­ne Stof­fe zu kau­fen und dar­aus Schals zu nä­hen”, er­zählt sie. Seit­dem ist ih­re Kol­lek­ti­on ste­tig ge­wach­sen. Das Cha­rak­te­ris­ti­sche dar­an: „Sie wer­den im­mer ein ganz be­son­de­res Mus­ter oder ei­ne schö­ne Sti­cke­rei dar­auf fin­den, denn ich lie­be sol­che De­tails”, sagt Dea lä­chelnd. Vie­le Jah­re leb­te die 36-Jäh­ri­ge in Kopenhagen, lieb­äu­gel­te je­doch da­mit, aufs Land zu zie­hen. Zu­fäl­lig fand sie das Stadt­haus – und muss­te ein­fach blei­ben. Denn es war per­fekt für ih­re Vor­stel­lung vom Woh­nen und Ar­bei­ten un­ter ei­nem Dach: „Im Erd­ge­schoss ha­be ich ge­nü­gend Platz für die Aus­stel­lungs­flä­che, ein Bü­ro und ei­ne Kü­che, im Kel­ler sind La­ger­räu­me, und im Ober­ge­schoss ha­ben wir un­se­re Pri­vat­sphä­re.” Vor dem Ein­zug hat­te sie Be­den­ken, ih­re Hab­se­lig­kei­ten – ein Mix aus An­ti­qui­tä­ten und mo­der­nem In­te­ri­eur – gar nicht al­le mit­neh­men zu kön­nen. „Aber das Haus ist so groß, dass ich all mei­ne ge­lieb­ten al­ten Sa­chen und den gan­zen „Schnick­schnack” un­ter­brin­gen konn­te, oh­ne dass es über­la­den wirkt.” Sie sei wahr­lich kein Mi­ni­ma­list, aber et­was Luft in den Räu­men brau­che sie schon. Au­ßer­dem blie­ben ihr so mehr Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten. Je nach Lust, Lau­ne und Jah­res­zeit

de­ko­riert sie im­mer wie­der um. Auch wenn Dea gro­ßen Wert auf Äs­t­he­tik legt: Funk­tio­nal muss die Ein­rich­tung auch sein – und von ho­her Qua­li­tät. „Ich in­ves­tie­re ger­ne in Din­ge, die ein Le­ben lang hal­ten. Al­le Mö­bel, die ich auf Floh­märk­ten oder Auk­tio­nen ge­kauft ha­be, sind ech­te Wert­ar­beit.” Die glei­chen An­sprü­che stellt sie an ih­re Mo­de­kol­lek­ti­on, für die sie nur hoch­wer­ti­ge Ma­te­ria­li­en ver­wen­det. Neu­er­dings hat Dea auch ih­re Lie­be zur Flo­ris­tik ent­deckt. Sie ab­sol­vier­te so­gar ei­nen Blu­men­bin­de­kurs, um selbst Weih­nachts­ge­ste­cke ge­stal­ten zu kön­nen. Ih­rem Mann ge­fal­len sie gut – auch noch nach Weihnachten. Beim Christ­baum je­doch ist er ri­go­ros: Spä­tes­tens Mit­te Ja­nu­ar muss die­ser raus.

Ein traum­haf­ter Rück­zugs­ort

KREA­TIV Mit viel Lie­be zum De­tail ar­ran­giert Dea im­mer wie­der die De­ko neu. SOU­VE­NIRS Vie­les stammt von Rei­sen, auf de­nen Dea Märk­te be­sucht.

EDLER AUF­TRITT Hier be­ginnt der pri­va­te Be­reich der Fa­mi­lie, be­wacht von ei­ner An­ti­lo­pe.

SHABBY-LOOK Der weiß ge­kalk­te Bo­den har­mo­niert pri­ma mit den Floh­markt-Schät­zen.

PER­SÖN­LICH So­wohl im La­den als auch im Wohn­be­reich de­ko­riert Dea lie­be­voll mit ih­ren ge­sam­mel­ten Lieb­lings-Din­gen.

FLAIR Per­sön­li­che Er­in­ne­run­gen schaf­fen At­mo­sphä­re. NOST­AL­GIE Ih­re Liebs­ten hat Dea in An­tik­rah­men auf dem Fens­ter­sims ver­sam­melt.

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