Für je­den Zweck die rich­ti­ge An­ten­ne

Zwei­fel­los bie­tet ter­res­tri­sches Fern­se­hen in be­stimm­ten Si­tua­tio­nen ei­ni­ge Vor­tei­le ge­gen­über Sa­tel­li­ten- oder Ka­b­el­emp­fang. So braucht man in gut ver­sorg­ten Ge­bie­ten nicht ein­mal ei­ne An­ten­ne an die Fas­sa­de schrau­ben, um in den Ge­nuss der hoch­auf­lö­sen­de

Digital Fernsehen - - Service Praxis - MI­KE BAUERFEIND

Wäh­rend ei­ni­ge Bal­lungs­ge­bie­te in Deutsch­land nun schon ei­ne gan­ze Wei­le im Re­gel­be­trieb bei DVB-2 sind, war­ten an­de­re Re­gio­nen noch auf den Start­schuss. Die nächs­te Aus­bau­stu­fe soll im No­vem­ber er­reicht wer­den. Dann star­tet das neue ter­res­tri­sche Fern­se­hen auch in Dres­den, Kas­sel, Ko­blenz und Frei­burg. Und auch an an­de­ren Stand­or­ten wird so um­ge­stellt, dass zu­min­dest die öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­der in HD emp­fang­bar sind. Gut für die Be­woh­ner, die nah an den Sen­de­mas­ten woh­nen. Denn um­so wei­ter man sich ent­fernt, um­so schwie­ri­ger wird der Emp­fang. Dann reicht ei­ne ein­fa­che Zim­mer­an­ten­ne nicht mehr aus und ei­ne Au­ßen- oder gar Dach­an­ten­ne wird not­wen­dig. Zum Glück gibt es für je­den Be­darf das pas­sen­de Emp­fang­s­equip­ment.

An­ten­nen für je­den Be­darf

Wer sich für DVB-T2 in­ter­es­siert, soll­te sich zu­erst über die Emp­fangs­mög­lich­kei­ten an sei­nem Stand­ort in­for­mie­ren. Zum Glück bie­tet Fre­e­net ei­nen recht brauch­ba­ren Emp­fang­s­check. Un­ter https://www. fre­e­net.tv/emp­fang­s­check kann un­ter Ein­ga­be der Post­leit­zahl ge­prüft wer­den, wel­cher An­ten­nen­typ er­for­der­lich ist. In­ter­es­san­tes De­tail: Bis vor we­ni­gen Ta­gen un­ter­schied Fre­e­net noch zwi­schen den öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­dern und dem kos­ten­pflich­ti­gen Pri­vat­sen­der­an­ge­bot Fre­e­net TV und zeig­te für bei­de Va­ri­an­ten (un­ter Um­stän­den un­ter­schied­li­che) An­ten­nen­ty­pen an. Mitt­ler­wei­le wird nicht mehr un­ter­schie­den und es gibt nur ein Er­geb­nis. Doch wie konn­te es zu­vor zu sol­chen Dif­fe­ren­zen kom­men? Wir be­ka­men für ei­nen Test­stand­ort zum Emp­fang der öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­der ei­ne Au­ßen­an­ten­ne emp­foh­len, für Fre­e­net TV je­doch ei­ne Dach­an­ten­ne. Die Lö­sung sind un­ter­schied­li­che Feh­ler­ra­ten bei den Bou­quets, die dann auch für un­ter­schied­li­che Emp­fang­bar­keit sor­gen. Die jet­zi­ge Lö­sung ist aber bes­ser, da nun in je­dem Fall die si­che­re­re Va­ri­an­te an­ge­zeigt wird. Nach­dem wir nun ge­checkt ha­ben, wel­cher An­ten­nen­typ er­for­der­lich ist, geht es an die Wahl der

rich­ti­gen An­ten­ne. Soll­te noch ei­ne An­ten­ne vom Vor­gän­ger DVB-T ver­füg­bar sein, ist die Su­che ei­gent­lich schon be­en­det. Denn egal was man­cher Her­stel­ler oder Händ­ler be­haup­tet: Al­te DVB-T-taug­li­che An­ten­nen sind hun­dert­pro­zen­tig kom­pa­ti­bel zu DVB-T2. Ist kei­ne An­ten­ne vor­han­den, kann die­se je nach Typ recht preis­güns­tig nach­ge­kauft wer­den.

Zim­mer­an­ten­nen

Die ein­fachs­te Va­ri­an­te ist die Zim­mer­an­ten­ne, die vor al­lem in Bal­lungs­ge­bie­ten durch­aus aus­rei­chend ist. Vie­le die­ser An­ten­nen sind ak­tiv. Das be­deu­tet, in der An­ten­ne ist ein klei­ner Ver­stär­ker ein­ge­baut, der das emp­fan­ge Si­gnal ver­stärkt. Die­ser er­mög­licht bei glei­cher Emp­fangs­leis­tung deut­lich kom­pak­te­re Bau­for­men. Al­ler­dings ist dann auch ei­ne Spei­se­span­nung er­for­der­lich, die in al­ler Re­gel di­rekt vom Fern­se­her oder dem Re­cei­ver über die An­ten­nen­buch­se ge­lie­fert wird. Die Spei­se­span­nung ist ein­heit­lich und be­trägt 5 Volt. Doch nicht al­le Ge­rä­te lie­fern ei­ne sol­che Spei­se­span­nung. Soll­te dies der Fall sein, bleibt nur ei­ne pas­si­ve An­ten­ne oh­ne Ver­stär­ker oder ei­ne ex­ter­ne Span­nungs­ver­sor­gung. Sol­che Spei­se­tei­le wer­den dann zwi­schen Re­cei­ver und An­ten­ne ge­steckt und lie­fern dann die von der An­ten­ne be­nö­tig­te Spei­se­span­nung. Bei der Bau­form der Zim­mer­an­ten­ne hat der Käu­fer die Qu­al der Wahl. So gibt es klei­ne Stab­an­ten­nen, die sich so­gar hin­ter dem Re­cei­ver ver­ste­cken las­sen, grö­ße­re Flach­an­ten­nen und die un­ter­schied­lichs­ten wei­te­ren Bau­for­men. Xo­ro hat so­gar ei­ne als Bil­der­rah­men „ge­tarn­te“An­ten­ne. Si­cher­lich wird es nur ei­ne Fra­ge der Zeit sein, bis es auch elek­tro­ni­sche Bil­der­rah­men als An­ten­nen für DVB-T2 gibt.

Au­ßen­an­ten­ne

Der Un­ter­schied zwi­schen Au­ßen- und Dach­an­ten­nen ist flie­ßend. An sich geht es da­bei nur um den Mon­ta­ge­ort. Wäh­rend es bei ei­ner Au­ßen­an­ten­ne nur auf ei­ne Montage im Frei­en zum Bei­spiel auf dem Fens­ter­brett an­kommt, soll­te die­se bei der Emp­feh­lung Dach­an­ten­ne mög­lichst weit oben mon­tiert wer­den. Das liegt an der Ei­gen­art der Funk­wel­len, die sich ähn­lich wie Licht aus­brei­ten. Je­des Hin­der­nis schwächt das Si­gnal ab, oh­ne je­doch im Ver­gleich zum Sa­tel­li­ten­emp­fang ei­nen Emp­fang gänz­lich un­mög­lich zu ma­chen. Ei­ne Sicht­ver­bin­dung zum Sen­de­mast ist al­so op­ti­mal, nicht aber un­be­dingt er­for­der­lich. Die Au­ßen­mon­ta­ne ver­mei­det in ers­ter Li­nie die Dämp­fung des Bau­wer­kes. Je nach Haus­typ kann die­se schon er­heb­lich sein – bei­spiels­wei­se wenn Stahl­be­ton das Si­gnal be­son­ders stark ab­schirmt. Na­tür­lich lohnt es sich auch, den Stand­ort des Sen­ders zu lo­ka­li­sie­ren. Liegt die­ser zum Bei­spiel im Nor­den, so soll­te die An­ten­ne nach Mög­lich­keit auch an die Wand oder auf ein Fens­ter­brett mit Blick­rich­tung Nor­den. Noch wich­ti­ger ist die Aus­rich­tung bei ei­ner Dach­an­ten­ne. Hier ha­ben die äl­te­ren Le­ser ei­nen Wis­sens­vor­teil. Denn ins­be­son­de­re auf dem Ge­biet der ehe­ma­li­gen DDR war die kor­rek­te Aus­rich­tung der Dach­an­ten­ne es­sen­ti­ell für den op­ti­ma­len Emp­fang der „West­pro­gram­me“im TV und Ra­dio.

Ak­tiv oder Pas­siv

Ge­nau wie Zim­mer­an­ten­nen sind auch die An­ten­nen für den Au­ßen­ein­satz als pas­si­ve oder ak­ti­ve Mo­del­le er­hält­lich. Bei der Wahl der rich­ti­gen Au­ßen­an­ten­ne kommt es um­so mehr auf den Sicht­kon­takt an. Klappt der Emp­fang mit ei­ner In­nen­an­ten­ne nicht oder nicht so gut, reicht mög­li­cher­wei­se ei­ne pas­si­ve Au­ßen­an­ten­ne

mit Sicht­ver­bin­dung zum Sen­de­turm aus. Durch die Erd­krüm­mung sind ei­nem Sicht­kon­takt aber en­ge Gren­zen ge­setzt. Et­wa sie­ben Ki­lo­me­ter reicht die­se un­ter nor­ma­len Be­din­gun­gen. Je hö­her der Sen­de­mast und auch der Stand­ort der An­ten­ne, um­so wei­ter lässt sich die­ser Be­reich aus­deh­nen. Dann kann aber schon der Ein­satz ei­ner ak­ti­ven An­ten­ne er­for­der­lich wer­den. Wir der klei­ne In­nen­kol­le­ge wird die­se mit 5 Volt Spei­se­span­nung ver­sorgt. Auch hier kann die Span­nung ent­we­der vom Re­cei­ver be­reit­ge­stellt wer­den oder wird über ein Netz­teil ein­ge­speist. Vie­le ak­ti­ve Au­ßen­an­ten­nen wer­den di­rekt mit ei­nem pas­sen­den Spei­se­teil ge­lie­fert, was vor al­lem die Ein­bin­dung in vor­han­de­ne An­la­gen bei­spiels­wei­se über ent­spre­chend taug­li­che Mul­tischal­ter ver­ein­facht. Denn vie­le Schal­ter er­lau­ben auch das Ein­spei­sen und Wei­ter­lei­ten von ter­res­tri­schen Si­gna­len – egal ob DVB-T2 oder Di­gi­tal­ra­dio DAB Plus. Auch bei den Au­ßen­an­ten­nen gibt es ne­ben den äl­te­ren UHV/VHF-An­ten­nen glei­chen­den Mo­del­len ver­schie­dens­te neue Bau­for­men wie ele­gan­te Flach­an­ten­nen oder Run­d­an­ten­nen, die sich vor al­lem zur Montage auf Ca­ra­vans an­bie­ten. Ne­ben der Bau­form spie­len da­bei na­tür­lich auch die Leis­tungs­da­ten und Emp­fangs­wer­te der An­ten­nen ei­ne Rol­le. In ei­ner der fol­gen­den Aus­ga­ben von DI­GI­TAL FERN­SE­HEN wer­den wir ei­nen aus­führ­li­chen Ver­gleichs­test so­wohl von In­nen- als auch Au­ßen­an­ten­nen durch­füh­ren.

Aus alt mach neu

Nun gibt es si­cher­lich den ei­nen oder an­de­ren Fall, wo ei­ne al­te UHF/VHF-An­ten­ne auf dem Dach „ver­ges­sen“wur­de. Da stellt sich si­cher­lich die Fra­ge, ob nicht so ei­ne An­ten­ne auch für den Emp­fang von DVB-T2 ge­eig­net ist oder fit ge­macht wer­den kann? Die Ant­wort wird vie­le er­freu­en: Ja, das funk­tio­niert. DVB-T2 wird im glei­chen Fre­quenz­band wie UHF (Band IV/V) ver­brei­tet. Und da­für sind die al­ler­meis­ten Fern­seh­an­ten­nen auf dem Dach kon­zi­piert. Sind al­so Ka­bel, Ver­stär­ker und Ka­bel­do­sen noch funk­ti­ons­tüch­tig, kön­nen sol­che An­ten­nen oh­ne Wei­te­res auch für den DVB-T2Emp­fang ge­nutzt wer­den. Meist ver­fü­gen sol­che Kom­bi­an­ten­nen noch über da­mals er­for­der­li­che Ele­men­te für VHF Band I bis III. Das Band I wird heu­te aber nicht mehr ge­nutzt. Die recht sper­ri­gen Ele­men­te kön­nen bei Be­darf al­so ab­mon­tiert wer­den. An­ders sieht es bei VHF Band 2 und Band 3 aus. Ers­te­res ist ei­gent­lich UKW und kann auch wei­ter­hin für den Emp­fang von ana­lo­gem UKW-Ra­dio ge­nutzt wer­den. Das Band 3 dien­te ei­ni­ge Zeit noch für DVB-T, wird heu­te aber für DAB-Plus ge­nutzt. Ra­dio­fans wer­den al­so die­se Emp­fangs­ele­men­te auch wei­ter­hin nut­zen. Ein­zig in Ge­bie­ten mit star­ker LTE-Ein­strah­lung könn­te es Pro­ble­me ge­ben. Denn der Mo­bil­funk­stan­dard hat sich eben­falls im für Ra­dio und Fern­se­hen ge­nutz­ten Band­be­reich ein­ge­schli­chen. Nor­ma­ler­wei­se dürf­te dies kei­ne Pro­ble­me be­rei­ten, da die Fre­quen­zen na­tür­lich ge­nau fest­ge­legt sind. In un­güns­ti­gen Si­tua­tio­nen aber kann es doch zu Stö­run­gen kom­men, ähn­lich wie die be­rühm­ten DECT-Ein­strah­lun­gen beim Sa­tel­li­ten­emp­fang. Ak­tu­el­le DVB-T2-An­ten­nen ha­ben hier­für spe­zi­el­le Stör­fil­ter ein­ge­baut, die ge­nau das ver­hin­dern sol­len. Bei al­ten Dach­an­ten­nen kann aber bei Be­darf ein ex­ter­ner Fil­ter in die An­ten­nen­lei­tung ein­ge­setzt wer­den. Zu­vor soll­te man aber den Emp­fang oh­ne zu­sätz­li­che mög­li­che Stör­quel­len tes­ten.

In­nen­an­ten­ne sel­ber bau­en

Für Nut­zer in sehr gut ver­sorg­ten Bal­lungs­räu­men gibt es auch ei­ne gu­te Nach­richt: Hier lässt sich ei­ne In­nen­an­ten­ne sel­ber bau­en. Da hier­für le­dig­lich ein ganz nor­ma­les An­ten­nen­ka­bel ge­braucht wird, kos­tet das nicht ein­mal et­was. Si­cher­lich ist ei­ne sol­che An­ten­ne kein Hin­gu­cker, aber ver­steckt hin­ter dem Re­cei­ver si­cher­lich die ein­fachs­te Mög­lich­keit zum Emp­fang von DVB-T2 HD. Wie sie in we­ni­gen Mi­nu­ten ei­ne sol­che Selbst­bau­an­ten­ne her­stel­len, ha­ben wir in ei­nem klei­nen Work­shop zu­sam­men­ge­fasst.

Be­son­ders Au­ßen- bzw. Dach­an­ten­nen gibt es in den un­ter­schied­lichs­ten Bau­for­men und mit vie­len op­ti­schen Raf­fi­nes­sen

Zim­mer­an­ten­nen kön­nen durch­aus auch krea­tiv sein. Xo­ro zum Bei­spiel hat ei­nen Fo­to­rah­men mit An­ten­nen­funk­ti­on im Pro­gramm

Me­ga­s­at hat mit der T4 ei­ne ganz be­son­de­re An­ten­nen­form im Pro­gramm. Die­se er­in­nert in sei­ner Bau­form fast schon an ei­ne Sa­tel­li­ten­an­ten­ne

Bei­spiel für ei­ne Au­ßen­an­ten­ne der Fir­ma Te­le­ves. Manch ei­ner fühlt sich hier in die al­te ana­lo­ge TV-Emp­fangs­zeit zu­rück­ver­setzt

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.