Sound­mas­ter MCD 5500

Ha­ben Sie noch die ei­ne oder an­de­re selbst auf­ge­nom­me­ne Kas­set­te oder Schall­plat­ten her­um­lie­gen? Falls ja, fehlt in den meis­ten Fäl­len in­zwi­schen si­cher­lich das pas­sen­de Ab­spie­le­quip­ment. Wäh­rend zu­min­dest die Schall­plat­te auch heu­te noch vie­le Fans hat,

Digital Fernsehen - - Inhalt - MI­KE BAUERFEIND

Zu­min­dest manch­mal be­kommt man aber vi­el­leicht doch noch Lust auf ei­nen der al­ten ana­lo­gen Mu­sik­trä­ger. Oder die Samm­lung soll durch Di­gi­ta­li­sie­ren ar­chi­viert wer­den. Für bei­de Fäl­le bie­tet Sound­mas­ter mit dem MCD5500 das pas­sen­de Ge­rät an. Die Mi­cro-An­la­ge punk­tet näm­lich so­wohl mit ei­nem Dop­pel-Kas­set­ten­deck als auch ei­nem Plat­ten­spie­ler. Auch ei­ne Auf­nah­me­funk­ti­on ist an Bord, so dass ei­ner Di­gi­ta­li­sie­rung nichts im We­ge steht. Und auch an­sons­ten gibt es noch ein paar In­ter­es­san­te Aus­stat­tungs­fea­tures. So ver­fügt die An­la­ge trotz ih­rer kom­pak­ten Bau­form über ei­nen CD-Play­er und na­tür­lich ein ein­ge­bau­tes Ra­dio. Die­ses kann so­wohl UKW als auch DAB Plus emp­fan­gen und ist da­mit für den mo­der­nen Di­gi­tal­ra­dio­emp­fang gut ge­rüs­tet. An ex­ter­nen Da­ten­trä­gern kön­nen so­wohl USB-Sticks als auch SD-Kar­ten zum Ein­satz kom­men. Die­se die­nen so­wohl als Zu­spie­ler, kön­nen aber auch für Auf­nah­men ein­ge­setzt wer­den.

Auf­bau

Wie es sich für ei­ne rich­ti­ge Mi­cro-An­la­ge ge­hört, wird die­se mit pas­sen­den Laut­spre­cher­bo­xen aus­ge­lie­fert. Die be­ste­hen wie das Ge­häu­se des Ge­rä­tes sel­ber auch nicht et­wa aus sprö­dem Plas­tik, son­dern im­mer­hin aus ei­nem Holz­ver­bund­stoff. Nicht so gut ge­fal­len ha­ben uns die kur­zen Laut­spre­cher­ka­bel, die mit­tels Cinch-Buch­se in die An­la­ge ge­steckt wer­den. Ei­ne groß­zü­gi­ge­re Ver­tei­lung der Zwei-We­ge-Laut­spre­cher im Raum klappt al­so nur durch zu­sätz­li­che Ver­län­ge­rung. Auf der Rück­sei­te der An­la­ge sind da­ne­ben noch ein Au­dio-Ein­gang in Form ei­ner 3,5-Mil­li­me­ter-Klin­ken­buch­se so­wie zwei wei­te­re Cinch-Buch­sen als Au­dio-Aus­gang un­ter-

ge­bracht. Die Emp­fangs­an­ten­ne für den Ra­dio­emp­fang wird als Ma­gnet­fuß­an­ten­ne mit­ge­lie­fert und an den hier­für vor­ge­se­he­nen An­ten­nen­ein­gang an­ge­schlos­sen. Der Be­trieb mit ei­ner an­de­ren ex­ter­nen Zim­mer- oder Au­ßen­an­ten­ne ist al­so pro­blem­los mög­lich. Al­le an­de­ren An­schlüs­se und Be­dien­ele­men­te be­fin­den sich auf der Vor­der­sei­te. Ne­ben ei­ni­gen Steu­er­knöp­fen und zwei Reg­lern für Klang und Laut­stär­ke fin­det sich hier auch ein klei­nes blau be­leuch­te­tes LCD-Dis­play so­wie Buch­sen für Kopf­hö­rer, USB-Da­ten­trä­ger und SD/ MMC-Kar­ten.

Ra­dio­emp­fang

Im Ra­dio­mo­dus kann die An­la­ge so­wohl UKW als auch Di­gi­tal­ra­dio wie­der­ge­ben. Im Ge­gen­satz zu den Mit­be­wer­bern wird kein au­to­ma­ti­scher Such­lauf beim ers­ten Start von DAB Plus aus­ge­führt. Statt­des­sen muss der Nut­zer die Scan-Tas­te drü­cken. Die­se be­fin­det sich aus­schließ­lich auf der mit­ge­lie­fer­ten Fern­be­die­nung, nicht am Ge­rät sel­ber. Bis zu 20 Sen­der las­sen sich in ei­ner Fa­vo­ri­ten­lis­te ab­le­gen. Die­se ist al­ler­dings nicht über Di­rekt­wahl­tas­ten ab­ruf­bar, was et­was Scha­de ist – schließ­lich wä­re hier­für noch ge­nü­gend Platz auf der Fern­be­die­nung ge­we­sen. Auch im UKW-Mo­dus lässt sich ein Such­lauf mit Scan star­ten. Hier al­ler­dings sucht das Ge­rät nur den nächs­ten star­ken Sen­der und bleibt auf die­sem ste­hen. Auch im ana­lo­gen Ra­dio­mo­dus las­sen sich 20 Sen­der in ei­ner Fa­vo­ri­ten­lis­te ab­le­gen. Das Ge­rät emp­fängt üb­ri­gens auch RDS bzw. Ra­dio­text bei Di­gi­tal­ra­dio. Stan­dard­mä­ßig wird in der zwei­ten Zei­le auf dem Dis­play das Gen­re an­ge­zeigt. Über die In­fo-Tas­te kann das aber ge­än­dert wer­den, so dass man auch an die mit­ge­sen­de­ten In­for­ma­tio­nen des be­tref­fen­den Sen­ders oder wei­te­re Emp­fangs­da­ten kommt. Ins­ge­samt ge­fällt uns der Ra­dio­mo­dus recht gut, auch wenn uns hier das klei­ne Dis­play et­was stört.

Di­gi­ta­le Me­di­en­wie­der­ga­be

Hier­zu zählt so­wohl die CD-Wie­der­ga­be als auch das Ab­spie­len von di­gi­ta­len Me­di­en über USB oder SD/MMC-Kar­te. Hier wird laut Hand­buch le­dig­lich MP3 als For­mat un­ter­stützt. Bei der CD-Wie­der­ga­be las­sen sich so­wohl her­kömm­li­che CDs als auch selbst­ge­brann­te CD-R/CD-RW ab­spie­len. Gut: Auch MP3-Fol­der wer­den von CD ein­ge­le­sen und wie­der­ge­ge­ben. Et­was ver­wir­rend ist die Open/Clo­se-Tas­te des CD-Play­ers. Die­se re­agiert näm­lich nur, wenn das Ra­dio ma­nu­ell in den CD-Mo­dus ge­schal­tet wird. Von an­de­ren Sys­te­men sind wir hier eher ei­ne Au­to­ma­tik ge­wöhnt, die beim Ein­le­gen ei­ner CD die Wie­der­ga­be au­to­ma­tisch be­ginnt. An­sons­ten klappt die Be­die­nung aber pro­blem­los. Bei MP3-CDs ist auch ei­ne Ti­tel­an­zei­ge mög­lich. Dies gilt ge­nau­so für Mu­sik auf dem USB-Stick oder et­was exo­ti­scher ei­ner SD-Kar­te. Auch hier muss aber zu­nächst mit der In­fo-Tas­te um­ge­schal­tet wer­den.

Ana­lo­ge Qu­el­len

Hier ist si­cher­lich der Be­reich das Kas­set­ten­decks und die Pho­ne-Wie­der­ga­be be­son­ders in­ter­es­sant. Aber auch ex­ter­ne ana­lo­ge Si­gna­le las­sen sich ein­spei­sen. Op­tisch be­son­ders auf­fal­lend ist na­tür­lich das Dop­pel­kas­set­ten­deck. Die­ses er­in­nert an die Über­spiel­re­kor­der der 1980er Jah­re, wo noch auf dem Schul­hof Songs von Kas­set­te auf Kas­set­te über­spielt wur­den. Doch der Schein trügt, es han­delt sich le­dig­lich um zwei Ab­spie­ler. Ei­ne Auf­nah­me auf Kas­set­te ist dem­nach nicht mög­lich. Auch Au­to-Re­ver­se wie bei frü­he­ren hoch­wer­ti­gen Ge­rä­ten gibt es nicht, die Kas­set­te muss dem­nach noch von Hand ge­dreht wer­den. Im­mer­hin lässt sich ein au­to­ma­ti­sches Ab­spie­len ein­stel­len, so dass bei zwei ein­ge­leg­ten Ta­pes bei­de hin­ter­ein­an­der ab­ge­spielt wer­den. Der Plat­ten­spie­ler ver­fügt über al­le not­wen­di­gen Ein­stel­lun­gen, um Singles, Ma­xis und LPs ab­zu­spie­len. Ne­ben den hier­für üb­li­chen Ge­schwin­dig­kei­ten 33 und 45 gibt es mit 78 so­gar ei­ne Ein­stel­lung für Schel­lack­plat­ten. Der Ton­arm ist er­war­tungs­ge­mäß ma­nu­ell zu be­die­nen. Na­tür­lich darf kei­ner von so ei­nem Sys­tem Hi-Fi-Qua­li­tä­ten in Per­fek­ti­on er­war­ten.

Auf­nah­me­funk­ti­on

Wie be­reits er­wähnt ist ein Auf­neh­men auf Kas­set­te nicht mög­lich. Das wür­de aber auch we­nig Sinn ma­chen. Statt­des­sen ste­hen hier­für di­gi­ta­le Me­di­en in Form ei­nes pas­sen­den USB-Sticks oder SD-Kar­ten zur Ver­fü­gung. Auf­ge­nom­men wer­den kann von al­len Qu­el­len des Ge­rä­tes. Im Fal­le ei­ne MP3-CD wer­den die Ti­tel nur auf den Stick ko­piert, in al­len an­de­ren Fäl­len funk­tio­niert dies über ei­ne Ana­log-Di­gi­tal-Wand­lung. Lei­der lässt sich die Da­ten­ra­te nicht än­dern, auf­ge­zeich­net wird im­mer in MP3 in nicht ganz so op­ti­ma­len 128 kBit/s. Wird ei­ne CD di­gi­ta­li­siert, trennt das Ge­rät au­to­ma­tisch die Ti­tel, falls die ge­sam­te CD ge­rippt wird. Bei den an­de­ren Si­gnal­quel­len gibt es die­se au­to­ma­ti­sche Ti­teltren­nung na­tür­lich nicht, statt­des­sen wird in ein Fi­le auf­ge­zeich­net. Ma­nu­ell las­sen sich die Auf­nah­men aber über die Fern­be­die­nung mit­tels der Tas­te TS eben­falls tren­nen. Das muss dann aber di­rekt wäh­rend der Auf­zeich­nung in Echt­zeit er­fol­gen.

Sound­qua­li­tät

Lei­der kann die An­la­ge hier nicht über­zeu­gen. Trotz ver­schie­de­ner Equa­li­zer-Ein­stel­lun­gen und se­pa­ra­ter Ton-Re­ge­lung kommt kein ech­tes Hi-Fi-Fee­ling auf. Es feh­len die Bäs­se, aber auch die Hö­hen sind nicht wirk­lich klar struk­tu­riert. Hier kann das Sound­mas­ter MCD5500 nicht wirk­lich mit an­de­ren Sys­te­men, ins­be­son­de­re mit hö­her­wer­ti­gen rei­nen Di­gi­tal­ra­di­os mit­hal­ten. Das trifft lei­der auch auf Auf­nah­men zu, die bei­spiels­wei­se von Schall­plat­te an­ge­fer­tigt wur­den. Die­se klin­gen auch an gu­ten Sys­te­men ble­chern und nicht wirk­lich gut. So las­sen sich kei­ne hoch­wer­ti­gen Di­gi­ta­li­sie­run­gen an­fer­ti­gen.

Fa­zit

Das MCD5500 ist in ers­ter Li­nie ein in­ter­es­san­tes Ab­spiel­ge­rät für Kas­set­ten und Schall­plat­ten, eig­net sich aber zum Di­gi­ta­li­sie­ren die­ser Me­di­en – wenn auch mit Ab­stri­chen bei der Qua­li­tät. Dar­über hin­aus ver­fügt es über ein ein­ge­bau­tes Di­gi­tal­ra­dio und ei­ni­ge wei­te­re Funk­tio­nen. Nicht wirk­lich über­zeu­gen konn­te uns die Wie­der­ga­be­qua­li­tät. Das dürf­te zum ei­nen an ei­nem ein­fach ge­strick­ten Ver­stär­ker, aber auch den mit­ge­lie­fer­ten Bo­xen lie­fern. Für den Gar­ten oder das Hob­by­zim­mer könn­te es aber ge­ra­de so noch rei­chen.

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