Star­ker Hel­fer in der Kü­che: Tech­ni­sat Di­gi­tra­dio 20 CD

Digital Fernsehen - - Inhalt - MIKE BAUERFEIND

Der Markt ist mitt­ler­wei­le voll von Di­gi­tal­ra­di­os für ver­schie­dens­te An­wen­dungs­zwe­cke. Da ist es auch kein Wun­der, dass ei­ni­ge Her­stel­ler die Kü­che als in­ter­es­san­tes Auf­ga­ben­ge­biet für sol­che Ge­rä­te ent­deckt hat. Be­son­ders in­ter­es­sant sind da­bei Un­ter­bau­ge­rä­te, die auf Wunsch di­rekt in die Kü­chen­zei­le in­te­griert wer­den kön­nen.

Mit dem Di­gi­tra­dio 20 CD hat auch der Her­stel­ler Tech­ni­sat ein sol­ches Un­ter­bau­ra­dio im Pro­gramm. Schon an der Form er­kennt man hier, dass es für die­se ganz spe­zi­fi­sche An­wen­dung kon­zi­piert wur­de. So lie­fert Tech­ni­sat ei­ne spe­zi­el­le Hal­te­rung mit, wel­che un­ter ei­nen Kü­chen­schrank mon­tiert wer­den kann und in wel­che das Ra­dio dann ein­fach ein­ge­klinkt wird. Prak­ti­scher­wei­se sind die Be­dien­ele­men­te an der Front und al­le An­schlüs­se an ei­ner Aus­spa­rung an der Rück­sei­te an­ge­bracht. Das er­laubt so­wohl die Mon­ta­ge un­ter dem Schrank als auch ein Auf­stel­len des Ra­di­os. Letz­te­res ist al­ler­dings dann et­was ge­wöh­nungs­be­dürf­tig, da in die­sem Fall al­le Be­dien­ele­men­te oben sind, wäh­rend der ein­ge­bau­te Laut­spre­cher nach vor­ne zeigt. Die­ser be­fin­det sich näm­lich bau­art­be­dingt auf der Un­ter­sei­te des Ra­di­os und ist mit ei­ner sta­bi­len Alu­mi­ni­um­ab­de­ckung gut ge­gen äu­ße­re Ein­flüs­se ge­schützt, was in der Kü­che na­tür­lich ei­ne wich­ti­ge Gr­und­vor­aus­set­zung ist. Als Emp­fangs­an­ten­ne lie­fert Tech­ni­sat nur ei­ne Wur­f­an­ten­ne mit. Was in gut ver­sorg­ten Ge­bie­ten pro­blem­los aus­rei­chen wird, kann in Rand­ge­bie­ten dann schon grenz­wer­tig sein. In die­sem Fall be­steht aber dank An­ten­nen­ein­gang auch die Mög­lich­keit, ei­ne grö­ße­re Zim­mer­an­ten­ne oder so­gar ei­ne Au­ßen­an­ten­ne am Ra­dio zu be­trei­ben.

Aus­stat­tung

Wir ge­hen da­von aus, dass Käu­fer das Ge­rät auch tat­säch­lich als Un­ter­bau­ra­dio in der Kü­che ein­set­zen wol­len und

ha­ben uns da­her vor al­lem diesen An­wen­dungs­zweck an­ge­schaut. In die­sem Fall ist der Blick stets auf die Front des Ge­rä­tes frei, wel­che al­le Be­dien­ele­men­te inklusive zwei dreh­ba­ren Steu­er­knöp­fen be­her­bergt. Da­mit ist die kom­plet­te Steue­rung des Ge­rä­tes mög­lich, was auch zwin­gend not­wen­dig ist, da Tech­ni­sat kei­ne Fern­be­die­nung bei­legt. Mit­tig fin­den wir hier auch noch ein gro­ßes und gut les­ba­res mo­no­chro­mes OLED-Dis­play mit al­len wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen zum Be­triebs­zu­stand des Kü­chen­ra­di­os von Tech­ni­sat. Dar­über gut ver­steckt gibt es noch ei­nen Slot-In-Ein­schub für CDs. Denn Tech­ni­sat hat dem Ge­rät tat­säch­lich auch ei­nen CD-Play­er spen­diert. Die bei­den Dreh­knöp­fe links und rechts sind üb­ri­gens zu­sätz­lich mit Druck­funk­ti­on aus­ge­stat­tet und kom­men auch bei der Me­nü­steue­rung zum Ein­satz. So ist der Knopf links mit den Funk­tio­nen Vo­lu­me und Mu­te be­legt, wäh­rend der rech­te Knopf zur Me­nü­steue­rung die Funk­tio­nen Scroll und Select er­mög­licht. Ein we­nig ge­wöh­nungs­be­dürf­tig ist der Stand­by-Knopf. Den hät­ten wir ei­gent­lich am Vo­lu­me-Reg­ler er­war­tet. Dort aber ist die Mu­te-Funk­ti­on un­ter­ge­bracht. Statt­des­sen gibt es gleich da­ne­ben ei­nen klei­nen Knopf zum Ein- und Aus­schal­ten des Ra­di­os. Auf der Ober­sei­te in ei­ner Ver­tie­fung fin­den sich schließ­lich noch die An­schlüs­se des Ge­rä­tes. Ne­ben dem Ein­gang für das 9-Volt-Netz­teil und ei­nem An­ten­nen­ein­gang be­ste­hen die­se noch aus ei­nem Kopf­hö­rer­aus­gang und ei­nem Aux-Ein­gang.

Funk­tio­nen

Das Ra­dio kommt für ein Kü­chen­ra­dio mit ei­ner gu­ten Funk­ti­ons­viel­falt da­her. Ne­ben dem ob­li­ga­to­ri­schen di­gi­ta­len und ana­lo­gen Ra­dio­emp­fang kann da­mit CD ge­hört wer­den und auch die Wie­der­ga­be ana­lo­ger Qu­el­len ist mög­lich. Auf­grund feh­len­der Netz­werk­funk­tio­nen sind al­ler­dings kei­ne In­ter­ne­tra­di­os ver­füg­bar und auch ein Zu­griff auf Netz­werk­me­di­en klappt nicht. Da es auch kein Blue­tooth gibt, las­sen sich Strea­m­ing­diens­te auch nicht über ein Smart­pho­ne oder Ta­blet wie­der­ge­ben – es sei denn, man schließt das Ge­rät über den ana­lo­gen Ein­gang an, was tat­säch­lich ei­ne gang­ba­re Al­ter­na­ti­ve ist.

Dis­play

Dreh- und An­gel­punkt ist das Dis­play des Di­gi­tra­dio. Im Stand­by zeigt die­ses die ak­tu­el­le Uhr­zeit an. Im Be­trieb wird es hin­ge­gen die In­for­ma­ti­ons­zen­tra­le des Ra­di­os. Dann kom­men zur Uhr­zeit dann noch wei­te­re In­for­ma­tio­nen zum Wo­chen­tag, dem Emp­fangs­mo­dus und na­tür­lich auch dem ein­ge­stell­ten Sen­der hin­zu. Denn der di­gi­tal mit­ge­sen­de­te Ra­dio­text wird ge­nau­so an­ge­zeigt wie RDS im UKW-Be­triebs­mo­dus. Über die In­fo-Tas­te las­sen sich zu­dem zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen wie bei­spiels­wei­se Gen­re, emp­fan­ge­nes Bou­quet und auch die Emp­fangs­fre­quenz so­wie die Si­gnal­feh­ler an­zei­gen.

Ra­dio­be­trieb

Ei­gent­lich gibt es hier nicht viel zu schrei­ben, denn das Tech­ni­sat ver­hält sich wie je­des an­de­re Di­gi­tal­ra­dio auch. So star­tet das Ge­rät den Di­gi­tal­emp­fang mit ei­nem au­to­ma­ti­schen Such­lauf und legt ge­fun­de­ne Sen­der in ei­ner Lis­te ab. Selbst­ver­ständ­lich lässt sich je nach Be­darf je­der­zeit ein neu­er Sen­der­such­lauf starten. Selbst­ver­ständ­lich gibt es auch Fa­vo­ri­ten­lis­ten – je­weils 6 Stück für DAB Plus und UKW. Ei­ne ge­misch­te Be­le­gung ist wie im­mer nicht mög­lich. Die Spei­che­rung und An­wahl der Fa­vo­ri­ten er­folgt da­bei über die sechs oben an­ge­brach­ten und mit den Zif­fern 1 bis 6 be­leg­ten Tas­ten. Die­se sind üb­ri­gens mit ei­ner Dop­pel­funk­ti­on be­legt und die­nen im CD-Modus zum Skip­pen, An­hal­ten und Aus­wer­fen der CD. Sehr gut ge­fal­len hat uns die in­tui­ti­ve Be­die­nung der Fa­vo­ri­ten­tas­ten. Ein län­ge­res Drü­cken reicht aus und der ak­tu­el­le Sen­der wird dort ab­ge­legt. Ein kur­zes Drü­cken er­laubt wie­der­um das Ab­ru­fen des ge­spei­cher­ten Sen­ders. Das ha­ben wir bei an­de­ren Di­gi­tal­ra­di­os schon deut­lich um­ständ­li­cher er­lebt. Im UKW-Be­trieb ver­fügt das Ge­rät zwar nicht über ei­nen so kom­for­ta­blen

Such­lauf wie bei Di­gi­tal­ra­dio, steu­ert aber dank Sen­der­stär­ken­su­che die lo­ka­len Sen­der den­noch recht prä­zi­se an. Hier reicht ein Druck auf die „Scan“-Tas­te und das Ra­dio sucht au­to­ma­tisch den nächs­ten stär­ke­ren Sen­der. Ma­nu­ell lässt sich die Sen­der­ein­stel­lung mit dem schon er­wähn­ten lin­ken Dreh­reg­ler vor­neh­men.

CD-Modus

Prak­ti­scher­wei­se ver­fügt das Di­gi­tra­dio 20 CD auch über ei­nen ein­ge­bau­ten CD-Play­er, so dass auch die Wie­der­ga­be die­ser mitt­ler­wei­le doch et­was an­ti­quier­ten Da­ten­trä­gern mög­lich ist. Hier leis­tet Tech­ni­sat gu­te Ar­beit und er­laubt ne­ben der Wie­der­ga­be von Kauf-CDs auch das Ab­spie­len selbst­ge­brann­ter Sil­ber­lin­ge. Im Test ver­ar­bei­te­te das Ge­rät pro­blem­los auch wie­der­be­schreib­ba­re CDs. Da­bei ist der Nut­zer nicht nur auf das nor­ma­le CD-For­mat an­ge­wie­sen, son­dern kann auch MP3-Da­tei­en ab­spie­len. Vor­aus­set­zung ist nur, dass beim Bren­nen auf die Kom­pa­ti­bi­li­tät mit ISO 9660 Le­vel 1 oder Le­vel 2 (Ein­stel­lung er­folgt im Brenn­pro­gramm auf dem Com­pu­ter) ge­ach­tet wird. Un­ser Test­me­di­um wur­de je­den­falls pro­blem­los ab­ge­spielt. Im Dis­play zeigt das Ra­dio da­bei ne­ben Track-Num­mer und Ab­spiel­zeit auch den Datei­na­men an. Das klappt al­les flott und oh­ne Schwie­rig­kei­ten. Le­dig­lich der Ein­le­se­vor­gang der MP3-CD dau­ert mit run­den 15 Se­kun­den et­was lan­ge.

Zu­satz­funk­tio­nen

Bei Be­darf kann das Ge­rät auch Mu­sik von ei­nem ana­lo­gen Zu­spie­ler wie­der­ge­ben. Zu­ge­spielt wird das Si­gnal über den ana­lo­gen Ein­gang in Form ei­ner Klin­ken­buch­se. An­schlie­ßend muss das Ra­dio nur noch in den Aux-Modus um­ge­schal­tet wer­den und die Wie­der­ga­be er­folgt. Prak­ti­scher­wei­se gibt es über den Knopf „Ti­mer“auch noch ei­ne ein­ge­bau­te Eier­uhr. Da­hin­ter ver­birgt sich ein Ti­mer, der sich nach der ein­ge­stell­ten Zeit mit ei­nem lau­ten Pie­pen mel­det. Ein­stell­bar sind nur Mi­nu­ten von 1 bis 99. Kurz noch ein paar Wor­te zum Klang: Das Ra­dio klingt für sei­ne Grö­ße tat­säch­lich recht gut. Zur leich­ten Un­ter­hal­tung in der Kü­che ist es da­mit al­so pro­blem­los ge­eig­net. Leich­te Kor­rek­tu­ren kön­nen noch dank des ein­ge­bau­ten Equa­li­zers mit Hö­hen­und Tie­fen­ein­stel­lung vor­ge­nom­men wer­den. Vor­ein­ge­stell­te Klang­pro­fi­le gibt es al­ler­dings nicht. Na­tür­lich kann man kei­ne Hi-Fi-Qua­li­tät er­war­ten, aber der Klang geht schon in Ord­nung. Ein klei­nes Pro­blem stell­ten wir noch bei ma­xi­ma­ler Laut­stär­ke fest: Nach­dem wir das Ra­dio über den Equa­li­zer op­ti­miert hat­ten, spiel­ten wir ei­nen CD-Ti­tel mit ma­xi­ma­ler Laut­stär­ke ab. So­bald dort der Bass et­was stär­ker wur­de, stürz­te das Ra­dio kurz ab und muss­te da­nach die CD neu ein­le­sen. Auch im Ra­dio­mo­dus konn­ten wir ei­nen sol­chen Ab­sturz pro­vo­zie­ren. Un­se­re Ver­mu­tung: Mög­li­cher­wei­se ist das Netz­teil bei der Strom­stär­ke trotz der an­ge­ge­be­nen 2 Am­pe­re et­was zu ge­ring aus­ge­legt. Wenn das Ra­dio nur ein Stück lei­ser ge­stellt wird, gibt es kei­ne Pro­ble­me mehr.

Fazit

Das Di­gi­tra­dio 20 CD von Tech­ni­sat ist ein wirk­lich gut aus­ge­stat­te­tes Di­gi­tal­ra­dio für die Kü­che. Be­son­ders gut ge­fal­len ha­ben uns das gut les­ba­re Dis­play und der recht gu­te Klang des Ge­rä­tes. Po­si­tiv zu be­wer­ten ist auch der vor­han­de­ne An­ten­nen­ein­gang und der CD-Play­er. Gro­ße Män­gel konn­ten wir nicht fest­stel­len, zu er­wäh­nen sind hier le­dig­lich die Ab­stür­ze bei zu ho­her Laut­stär­ke.

Klang­lich lässt sich das Ra­dio von Tech­ni­sat über den ein­ge­bau­ten Equa­li­zer an den per­sön­li­chen Ge­schmack an­pas­sen

Über den ana­lo­gen Au­dio­ein­gang kön­nen bei Be­darf auch Si­gna­le von ana­lo­gen Zu­spie­lern über den AUX-Modus zu­ge­spielt wer­den

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