Die Zu­kunft des Laut­spre­cher­baus:

Digital Tested - - Inhalt - TO­BI­AS HECKLAU

In­klang bie­tet ähn­li­che Be­stell­mög­lich­kei­ten wie bei ei­nem Au­to­kauf

Ha­ben Sie sich schon ein­mal ge­fragt, wie man sich in Zu­kunft Laut­spre­cher kau­fen wird? Durch un­se­ren Test der 10.2 AdvancedLine von In­klang sind wir auf die Ant­wort ge­sto­ßen.

In­klang ist ei­ne recht jun­ge Fir­ma, ein Art Au­dio-Star­t­up, das es mit in­no­va­ti­ven Mit­teln ver­steht, den Platz­hir­schen der Bran­che ge­hö­rig Angst ein­zu­ja­gen. Der Ein­falls­reich­tum des Ham­bur­ger Her­stel­lers of­fen­bart sich be­son­ders im In­klang Kon­fi­gu­ra­tor: In­spi­riert von der Pro­duk­ti­ons­me­tho­dik der Au­to­mi­bil­in­dus­trie, kann der Kun­de sei­nen Laut­spre­cher nach sei­nen Wün­schen on­line zu­sam­men­stel­len, die Pro­duk­ti­on be­ginnt erst nach­dem er die Be­stel­lung ab­ge­sen­det hat (sie­he Kas­ten). Un­ser Test­modell, die 10.2 AdvancedLine fand in ei­ner et­was auf­ge­mot­zen Aus­füh­rung den Weg in un­se­re hei­li­gen Hal­len. La­ckiert ist sie in der at­trak­ti­ven In­klang-Ak­zent­far­be Pe­trol (19,95 Auf­schlag), ei­nem ins Blau ten­die­ren­den Tür­kis, das in Na­tu­ra viel freund­li­cher strahlt als auf dem Vor­schau­bild im In­ter­net. Am meis­ten freu­ten wir uns über die ein­ge­bau­te Re­fe­renz-Fre­quen­zwei­che un­se­res Test­kan­di­da­ten, die mit hoch­wer­ti­gen Ma­te­ria­li­en für op­ti­ma­le Klang-Erlebnisse sor­gen soll. Vi­bra­ti­ons­freie Spu­len, nied­ri­ge Vor­wi­der­stän­de, Su­pre­me-Fo­li­en­kon­den­sa­to­ren und -wi­der­stän­de – al­les auf höchs­tem Ni­veau. Üb­ri­gens kommt der Na­me AdvancedLine nicht von un­ge­fähr, denn tat­säch­lich wur­den al­le Mo­del­le der Rei­he bis ins kleins­te De­tail durch­dacht. So ist die Fre­quen­zwei­che in ei­ner ei­ge­nen Kam­mer luft­dicht un­ter­ge­bracht, das Ge­häu­se mit Schwer­fo­lie aus­ge­klei­det und mit strö­mungs­op­ti­mier­ten Ge­häu­se­ver­stre­bun­gen und Bass­re­flex­ka­nä­len aus­ge­stat­tet. Das al­les hat na­tür­lich sei­nen Preis. Der On­line-Shop zeigt für un­ser Test­modell in die­ser Kon­fi­gu­ra­ti­on ei­nen Paar­preis von 2007,70 Eu­ro an. In der Gr­und­aus­stat­tung kos­ten die 10.2 AdvancedLine 1798 Eu­ro. Was auf den Bil­dern nicht auf­fällt: Die 10.2 AdvancedLine ist mit 33,4 Zen­ti­me­tern (cm) Hö­he, 14,2 cm Brei­te und 28,9 cm Tie­fe ziem­lich klein. Klein aber se­xy! Mit den sty­li­schen ab­ge­run­de­ten Ecken und ab­ge­flach­ten Kan­ten be­kommt der Laut­spre­cher von uns ei­ne glat­te 10.0 in der B-No­te. Ei­ne Be­son­der­heit ist die An­ord­nung der Wand­ler, bei der der Tief­tö­ner oben und der Hoch­tö­ner un­ten ver­baut wur­de. Ei­ne läng­li­che Bass­re­flex­öff­nung be­fin­det sich zu­un­terst an der Vor­der­sei­te, was die Box für ei­ne Auf­stel­lung im Re­gal oder Si­de­board prä­des­ti­niert, da un­güns­ti­ge Wel­len­über­la­ge­run­gen durch Rück­wand­re­fle­xio­nen mi­ni­miert wer­den.

Auf der Rück­sei­te fin­den wir ein hoch­wer­ti­ges Bi-Wi­ring-Ter­mi­nal. Ei­ne Brü­cke ver­bin­det stan­dard­mä­ßig die bei­den An­schluss­paa­re mit­ein­an­der, kann aber ein­fach und oh­ne Werk­zeug ent­fernt wer­den.

Be­vor es los­geht, müs­sen Rän­del-Stand­fü­ße in den Bo­den ein­ge­schraubt wer­den. Die ha­ben den Vor­teil, dass sich die Laut­spre­cher im Stand be­quem und oh­ne Werk­zeug jus­tie­ren las­sen. Üb­ri­gens ste­hen die 10.2 Ad­van­ceLi­ne auf­grund ih­res über­ra­schend ho­hen Ge­wich­tes von knapp 9 Ki­lo­gramm je Laut­spre­cher sehr si­cher. Für 359 Eu­ro Auf­preis kann üb­ri­gens ein pas­sen­der De­sign-Stand­fuß ge­or­dert wer­den.

Sound

Der ers­te Hör­ein­druck ist durch­weg po­si­tiv, die 10.2 AdvancedLine weiß so­gar zu über­ra­schen.

Denn was aus die­sen schuh­kar­ton­gro­ßen Kis­ten kommt, ist al­ler Ach­tung wert. Selbst hin­ter grö­ße­ren Laut­spre­chern müs­sen sie sich nicht ver­ste­cken. Al­ler­dings kön­nen sie die Phy­sik nicht über­lis­ten, und so ist der Bass zwar gut durch­hör­bar, fällt aber in den tiefs­ten Fre­quen­zen et­was ab. Abra­ham La­bo­ri­el, ei­ner der be­rühm­tes­ten E-Bas­sis­ten der USA, setzt sein In­stru­ment im Song „Knock Out!“vir­tu­os als So­lo-In­stru­ment ein. Es klingt da­bei durch­weg druck­voll, im­pul­siv und ganz und gar nach E-Bass. Da stört es kaum, dass das Fun­da­ment nicht aus dem tiefs­ten Kel­ler kommt. Dreht man die Laut­stär­ke zu weit auf, kann es zu Ne­ben­ge­räu­schen und Ver­zer­run­gen im Bass­be­reich, kom­men wes­we­gen man es nicht über­trei­ben soll­te. Am bes­ten klin­gen die Laut­spre­cher ir­gend­wo im Be­reich zwi­schen „fast laut“und „laut“, wo­bei man sich nur be­hut­sam an „sehr laut“her­an­tas­ten soll­te. Auf­grund der ge­rin­gen Grö­ße eig­nen sich die 10.2 AdvancedLine als al­lei­ni­ge Voll­be­reichs­laut­spre­cher für klei­ne bis mitt­le­re Räu­me bis zu 20 Qua­drat­me­tern, bei grö­ße­ren Räu­men soll­te ein Sub­woo­fer zur Un­ter­stüt­zung hin­zu­ge­zo­gen wer­den. Be­geis­tert ha­ben uns die li­nea­ren Mit­ten, die im Ge­gen­satz zum Tief­bass sehr kräf­tig da­her­kom­men. Ro­cki­ge Gi­tar­ren, wie im Klas­si­ker „No­vem­ber Rain“von Guns N’ Ro­ses, klin­gen da­durch kna­ckig, grif­fig und den­noch rund. Wie üb­ri­gens auch Sän­ger Axel Ro­ses spe­zi­el­le Stim­me, de­ren guä­ken­des Tim­bre stets un­ter Kon­trol­le ge­hal­ten wird. Von der sau­be­ren Mit­ten­wie­der­ga­be über­zeug­te uns au­ßer­dem das von Ro­se ge­spiel­te Pia­no, das an Na­tür­lich­keit kaum zu über­bie­ten ist. Die Hö­hen – in den Song er­zeugt durch Hi­hat, Be­cken und Schel­len­ring – klin­gen na­tür­lich und nicht über­mä­ßig spitz. Das­sel­be gilt für die hin und wie­der er­klin­gen­de stahl­be­sai­te­te Akus­tik­gi­tar­re. Da Dy­na­mik- und Lo­ka­li­sa­ti­ons­fä­hig­keit an glatt­kom­pri­mier­ter Pop­mu­sik we­ni­ger gut nach­voll­zieh­bar sind, neh­men wir uns als nächs­tes ein klas­si­sches Stück zur Brust. Die Wahl fällt auf ei­ne Auf­nah­me des Flie­gen­den Hol­län­ders von Richard Wa­gner. Hier las­sen sich die Blech­blä­ser trotz ih­rer ho­hen Laut­stär­ke ganz hin­ten im Orches­ter­gra­ben ver­or­ten, wäh­rend sich die Holz­blä­ser ein­deu­tig da­vor ab­zeich­nen. Auch die Tie­fen­staff­lung klappt al­so vor­züg­lich, was wohl un­ter an­de­rem an der hoch­wer­ti­gen Fre­quen­zwei­che liegt, die un­ser Test­ge­rät be­inhal­tet. Bei die­sem Stück wird zu­dem deut­lich, dass die 10.2 AdvancedLine für ei­nen Kom­pakt­laut­spre­cher enorm dy­na­misch auf­spielt, will hei­ßen, dass sie For­te­und Pia­no-Pas­sa­gen mit der mög­li­chen Ef­fi­zi­enz aber auch al­ler nö­ti­gen Zu­rück­hal­tung wie­der­gibt.

Zu­sam­men­fas­send lässt sich fest­hal­ten, dass sich die 10.2 AdvancedLine trotz ih­rer ge­rin­gen Ab­mes­sun­gen in klei­nen bis mitt­le­ren Räu­men als al­lei­ni­ger Laut­spre­cher zum Mu­sik­hö­ren eig­net. Al­lein schon we­gen des ein­ma­li­gen On­line-Kon­fi­gu­ra­tors, mit dem der Kun­de das Äu­ße­re und das In­nen­le­ben nach sei­nen Vor­stel­lun­gen ge­stal­ten kann, lohnt sich ein Blick auf die In­klang-Home­page. Als Vor­rei­ter nutzt In­klang kon­se­quent die Vor­tei­le des In­ter­nets um die Kun­den­freund­lich­keit auf ein bis­her un­er­reich­tes Ni­veau zu he­ben. Wir sind uns ziem­lich si­cher, dass dies die Zu­kunft des Laut­spre­cher­baus und -kaufs ist.

Un­se­re Bo­xen ha­ben Stand­fü­ße. Ge­gen 19,95 Eu­ro Auf­schlag kann man statt­des­sen Rän­del-Spi­kes be­stel­len. Bei die­sen ist die Stand­flä­che klei­ner und die Ent­kopp­lung vom Bo­den grö­ßer

Edel, auf­ge­räumt und sty­lisch wirkt auch die Rück­sei­te mit dem hoch­wer­ti­gen Bi-Wi­ring-Ter­mi­nal. Die Brü­cke zwi­schen den bei­den An­schluss­paa­ren lässt sich oh­ne Werk­zeug ab­schrau­ben

Die hoch­wer­ti­gen Re­fe­renz-Fre­quen­zwei­chen von Mundorf gibt es für ei­nen Auf­schlag von 84,90 Eu­ro. Hoch­wer­ti­ge Bau­tei­le ver­spre­chen bes­ten Klang

Der Hoch­tä­ner der Kom­pakt­box von In­klang ist mit ei­nem sta­bi­len Git­ter ge­schützt

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