Das W steht für Wow

Digital Tested - - Aktuelles Thema - CHRIS­TI­AN TROZINSKI

Mit dem OLED-Mo­dell 65W7 krönt LG die bis­he­ri­ge OLED-TV-Wei­ter­ent­wick­lung: Erst­mals lässt sich ein XXL-Fern­se­her mü­he­los an die Wand hef­ten, denn das 65-Zoll-Dis­play ist 2,57 Mil­li­me­ter flach und wiegt we­ni­ger als 8 Ki­lo­gramm.

Wenn Sie dem­nächst die neu­en Flach­bild­fern­se­her beim Fach­händ­ler oder im Elek­tro­nik­markt be­wun­dern, dann dürf­te vor al­lem ein Dis­play die Bli­cke ma­gisch auf sich zie­hen: LGs 65W7 ist mit 2,57 Mil­li­me­ter Bau­tie­fe der­art flach, dass selbst Bild­rah­men, Ta­blets oder Smart­pho­nes im di­rek­ten Ver­gleich klo­big er­schei­nen. Das „nack­te“OLED-Pa­nel ist mit 1 Mil­li­me­ter Bau­tie­fe so­gar noch fla­cher, doch um die Sta­bi­li­tät der Bild­flä­che zu ge­währ­leis­ten, ent­schied sich LG für ei­ne et­was groß­zü­gi­ge­re Bau­tie­fe. Da LG kei­ne In­stal­la­ti­on auf ei­nem Stand­fuß vor­sieht, muss das Dis­play mit­tels ma­gne­ti­scher Fi­xie­rung an die Wand ge­hef­tet wer­den.

Dol­by-Qua­li­tät in Bild und Ton

Ver­bun­den wird die hauch­dün­ne Bild­flä­che durch ein spe­zi­el­les ul­traf­la­ches Ka­bel mit der mit­ge­lie­fer­ten Sound­bar: Das Ka­bel trans­por­tiert nicht nur die Bild­da­ten zum Dis­play, son­dern ver­sorgt den OLED-Screen zu­sätz­lich mit Strom. Sound­bar und OLED-Dis­play bil­den so­mit ei­ne un­trenn­ba­re Ein­heit, zu­dem sind ein Groß­teil der An­steue­rungs­elek­tro­nik und sämt­li­che Schnitt­stel­len in der Sound­bar in­te­griert, nur da­durch er­reicht LG beim W7-OLED-Dis­play ei­ne durch­ge­hend ul­trasch­lan­ke Bau­form. Op­tisch ge­fällt uns die Dol­by-At­mos-fä­hi­ge Sound­bar so­gar noch bes­ser als die ein­zeln er­hält­li­che Va­ri­an­te JS9, aber klang­lich soll­ten Sie kei­ne Wun­der er­war­ten. Beim W7 wer­den die Laut­spre­cher nach dem Ein­schal­ten aus­ge­fah­ren, doch der Raum­klang­ein­druck der JS9-Sound­bar kommt nicht auf. In Sa­chen Bild­dar­stel­lung bie­tet der W7 nur im De­tail Ver­bes­se­run­gen im Ver­gleich zum bis­he­ri­gen Pre­mi­um-OLED G6. So soll die Bild­hel­lig­keit auf 900 Nits Weiß­licht­hel­lig­keit im HDR-Mo­dus ge­stei­gert wor­den sein und bei ei­ner voll­flä­chig hel­len Wie­der­ga­be sol­len ins­be­son­de­re Far­ben et­was leucht­stär­ker er­schei­nen. Gleich vier HDR-For­ma­te wer­den vom W7-OLED un­ter­stützt, ne­ben HDR-10- und Dol­by-Vi­si­on- wer­den auch HLG- und Tech­ni­co­lor-HDR-Si­gna­le ver­ar­bei­tet. Vi­deo­spie­ler sol­len durch ei­ne ver­rin­ger­te Ein­ga­be­ver­zö­ge­rung im Spiele­mo­dus auf ih­re Kos­ten kom­men. Ei­ne Stei­ge­rung ver­spricht LG auch bei der Darstel­lung her­kömm­li­cher SDR-Bild­si­gna­le: Die HDRSi­mu­la­ti­on soll im Ver­gleich zum Vor­jahr prä­zi­ser ar­bei­ten und nicht mehr zum De­tail­ver­lust in hel­len Bild­be­rei­chen nei­gen. In Kom­bi­na­ti­on mit dem UHD-Blu-ray-Play­er UP970 wer­den Fil­me je nach Disc im HDR10o­der Dol­by-Vi­si­on-For­mat an­ge­zeigt, al­ter­na­tiv ste­hen Apps wie Net­flix, Ama­zon und Goog­le Mo­vies be­reit. Zu­gleich wen­det LG ei­ne ad­ap­ti­ve Kon­tras­t­op­ti­mie­rung auf HDR-10-Qu­el­len an, um den Kon­tras­t­ab­gleich Sze­ne für Sze­ne dy­na­misch zu ver­bes­sern, selbst wenn die Qu­el­le nur ei­nen sta­ti­schen Ab­gleich vor­sieht.

Schwarz er­schafft Kon­trast

LG setzt mit OLED den Fo­kus auf ei­ne op­ti­ma­le Schwarz­dar­stel­lung oh­ne künst­li­che Auf­hel­lung, Ein­leucht­ef­fek­te oder Clou­ding. Da sämt­li­che Pi­xel selbst­leuch­tend sind, las­sen sich ins­be­son­de­re HDR-Film­bil­der mit ei­nem enor­men Kon­trast­um­fang wie­der­ge­ben. Far­ben blei­chen auch bei ei­ner seit­li­chen Be­trach­tung nicht aus und der Ki­no­farb­raum wird in den meis­ten Hel­lig­keits­be­rei­chen fast zu 100 Pro­zent er­reicht. Nur in Sa­chen 3D bleibt der 65G6-OLED des Vor­jah­res füh­rend, denn wie al­le an­de­ren 2017er-TV-Mo­del­le, so wird auch der 65W7 kei­ne 3D-Wie­der­ga­be un­ter­stüt­zen. Au­ßer­ge­wöhn­li­che Tech­nik kos­tet meist au­ßer­ge­wöhn­li­che Prei­se und LG ver­langt für das neue OLED-Top-Mo­dell stol­ze 8000 Eu­ro. Ei­ne noch grö­ße­re 77-Zoll-Va­ri­an­te ist eben­falls in Pla­nung, doch an­ge­sichts des un­er­schwing­li­chen 77G6-Mo­dells des Vor­jah­res (30000 Eu­ro in Deutsch­land, 20000 Dol­lar in den USA) dürf­te auch der 77W7 ein Fall für Lotto-Ge­win­ner wer­den, der Preis soll hier­zu­lan­de bei cir­ca 20 000 Eu­ro lie­gen.

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