Dir­ty Dan­cing – 30th An­ni­vers­a­ry Edi­ti­on

Digital Tested - - Inhalt - INES MANNTEUFEL

Es ist wohl mü­ßig, an die­ser Stel­le „Dir­ty Dan­cing“vor­stel­len oder um­ständ­lich sei­nen In­halt nach­er­zäh­len zu wol­len. Drei­ßig Jah­re nach dem Ki­no­start kennt man den Film ent­we­der oder man will ihn gar nicht ken­nen­ler­nen. Eben­so we­nig scheint es ei­ne sinn­vol­le Nut­zung des spär­li­chen Plat­zes im Heft zu sein, sich heut­zu­ta­ge noch kri­tisch mit dem Strei­fen aus­ein­an­der zu set­zen. Wer den Film hasst, der hasst ihn auch oh­ne Auf­zäh­lung der Ma­kel. Wer ihn liebt, der liebt ihn den Ma­keln zum Trotz. Denn was kann schon ein nüch­ter­nes An­mer­ken des Um­stan­des, dass der Film zwar in den 50er Jah­ren spielt, aber den­noch feis­tes 80s-Am­bi­en­te ver­sprüht, aus­rich­ten ge­gen die Wel­len woh­li­gen Krib­belns, die Patrick Sway­zes Hüft­schwung aus­löst? Was soll ein Hin­weis auf die ten­den­zi­ell ob­jek­ti­fi­zie­ren­de Darstel­lung Ba­bys wäh­rend der Tanz­stun­den, wenn doch ihr männ­li­cher Ge­gen­part ge­nau­so of­fen­sicht­lich zum Ob­jekt der Pu­bli­kums­be­gier­de ge­macht wird und da­mit sehn­suchts­vol­le Seuf­zer ge­ne­ra­ti­ons­über­grei­fend aus er­reg­ten Keh­len ent­fleu­chen lässt? Was über­haupt soll die Su­che nach Un­stim­mig­kei­ten, wenn doch al­le tat­säch­li­chen und even­tu­el­len Schwä­chen des Fil­mes spä­tes­tens in dem Mo­ment aus dem Be­wusst­sein ge­bla­sen und aus der Er­in­ne­rung ge­tilgt wer­den, in dem „I‘ve Had The Ti­me Of My Li­fe“aus den Laut­spre­chern tönt? Denn „Dir­ty Dan­cing“, die­se un­ver­wüst­li­che, kit­schig-schö­ne Kul­troman­ze aus dem Jah­re 1987, die­ser un­ver­hoff­te Kas­sen­schla­ger, der Patrick Sway­ze zum Kinostar mach­te, ist kein Film, der in­tel­lek­tu­ell er­schlos­sen und durch­ge­grü­belt wer­den möch­te. Son­dern es ist ei­ne ge­fühls­schwe­re und doch be­schwing­te Roman­ze, die im Her­zen ge­fühlt wer­den will.

Ju­bi­lä­ums-Edi­tio­nen

Auch ge­fühlt sind ei­gent­lich erst Ta­ge ver­gan­gen, seit „Dir­ty Dan­cing“an­läss­lich des letz­ten Jah­res­tags sei­ne Auf­war­tung als Ju­bi­lä­ums-Blu-ray ge­macht hat­te, doch in der Tat sind be­reits wie­der fünf Jah­re seit die­ser Ver­öf­fent­li­chung ver­gan­gen. Was bie­tet nun al­so die Neu­ver­öf­fent­li­chung dem ge­neig­ten Fan?

Beim Bild hat sich trotz neu­en Mas­ters we­nig ge­tan, Schär­fe und Kom­pres­si­on stel­len zu­frie­den, der all­ge­mei­ne Bild­ein­druck trotz ge­le­gent­li­chen Rau­schens auch. Die Far­ben er­schei­nen mi­ni­mal sat­ter als bei frü­he­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen, der Kon­trast wur­de sehr de­zent er­höht, bei­des Ve­rän­de­run­gen, die man aber lo­cker selbst auch am Fern­seh­ge­rät vor­neh­men kann, al­so kein Grund für ei­ne Neu­an­schaf­fung. Ähn­lich sieht es beim Ton aus, noch im­mer bie­tet die DTS-HD MA 7.1-Spur ei­nen front­las­ti­gen Klang oh­ne gro­ße Ste­reo-Spie­le­rei­en, nur die zahl­rei­chen Songs er­wei­tern das Sound­pan­ora­ma in die Brei­te. Pu­ris­ten er­freu­en sich an der erst­mals auf die Schei­be ge­bann­ten deut­schen Ori­gi­nal-Ste­reo-Spur, die noch et­was fla­cher als der 7.1-Ton klingt. Prin­zi­pi­ell sind je­doch we­der von den bei­den deut­schen Tracks noch von der eng­li­schen Ton­spur akus­ti­sche Wun­der zu er­war­ten, ge­nau­so we­nig ech­te Ver­bes­se­run­gen im Ver­gleich zur 25 Jah­re-Edi­ti­on. Im Bo­nus­ma­te­ri­al tum­meln sich al­le bis­he­ri­gen Ex­tras. Da­zu ge­sel­len sich ei­ni­ge we­ni­ge neue Seg­men­te wie ei­ne „Ge­burts­tags­do­ku“. Hard­core-Fans fin­den hier noch am ehes­ten ei­nen Grund für den Neu­kauf, man muss „Dir­ty Dan­cing“aber wirk­lich schon über­mä­ßig lie­ben. Die­se Fans grei­fen dann am Bes­ten auch gleich zur „Fan-Edi­ti­on“, die in ei­nem hüb­schen Papp­schu­ber steckt, der zu­dem noch Post­kar­ten und ei­nen Pro­spekt des fik­ti­ven Ur­laubs-Re­sorts aus dem Film be­inhal­tet. Und wem selbst das nicht reicht, kauft sich die li­mi­tier­te „Fi­gu­ri­ne-Edi­ti­on“, de­ren Haupt­at­trak­ti­on ei­ne knapp 30 cm ho­he Sta­tue der bei­den Prot­ago­nis­ten wäh­rend der He­be­fi­gur ist. Die­se wird vor­aus­sicht­lich am 7. De­zem­ber er­schei­nen.

Not so fun fact: Patrick Sway­ze kämpf­te wäh­rend des Drehs mit ei­ner al­ten Knie­ver­let­zung

Nach wie vor das cha­ris­ma­ti­sche Mäd­chen aus gu­tem Hau­se: Jen­ni­fer Grey als Ba­by

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