Ka­me­ra im Hand­ge­päck?

Die Trump-ad­mi­nis­tra­ti­on hat die Hand­ge­päckRe­ge­lun­gen ver­schärft: Bei Flug­li­ni­en aus ara­bi­schen Staa­ten dür­fen Rei­sen­de nun nur noch Ge­rä­te im Smart­pho­ne- oder E-book-re­a­derFor­mat mit an Bord neh­men. Für Fo­to­gra­fen heißt das: Die Ka­me­ra bleibt au­ßen vor.

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Ka­me­ra­ver­bot für Flü­ge in die USA

Seit dem 25. März 2017 gibt es für Fo­to­gra­fen ein Pro­blem auf Di­rekt­flü­gen in die USA, wenn sie von be­stimm­ten Zie­len in Nah­ost oder Afri­ka star­ten. Elek­tro­ni­sche Ge­rä­te, die grö­ßer als 16 x 9,3 x 1,5 Zen­ti­me­ter sind, sind nicht mehr als Bord­ge­päck er­laubt. Au­ßer Smart­pho­nes, klei­nen Ta­blets, E-re­a­der und sehr klei­nen Kom­pakt­ka­me­ras darf nichts mehr in die Ka­bi­ne mit­ge­nom­men wer­den (s. da­zu http://ti­nyurl.com/ Ka­me­ra­ver­bot-hand­ge­pa­eck). Vie­le Sys­tem­ka­me­ras und vor al­lem Spie­gel­re­flex-mo­del­le müs­sen drau­ßen blei­ben. Ge­nau wie Lap­tops und vie­le Ta­blets, dar­un­ter auch das ipad. Doch was be­deu­tet das kon­kret für rei­sen­de Fo­to­gra­fen?

Er­höh­te Si­cher­heit

Der Hin­ter­grund der Re­ge­lung: Bei Ge­rä­ten grö­ße­rer Bau­art lie­ße sich, folgt man der Lo­gik der ame­ri­ka­ni­schen Si­cher- heits­be­hör­den, ein Spreng­satz un­ter­brin­gen. Schon seit 2014 muss­ten Flug­rei­sen­de da­her nach­wei­sen, dass der Ak­ku im Ge­rät funk­ti­ons­fä­hig ist. Ge­rä­te mit lee­rem Ak­ku muss­ten auch da­mals drau­ßen blei­ben. Be­trof­fen sind auch Ak­ku-packs, Netz­tei­le und Er­satz­bat­te­ri­en, die eben­falls nicht mehr in die Ka­bi­ne mit­ge­nom­men wer­den dür­fen. Ent­spre­chen­de Ge­rä­te soll­ten beim Check-in auf­ge­ge­ben wer­den – ei­ne Qu­al für Wel­ten­bumm­ler und pro­fes­sio­nel­le Fo­to­gra­fen. Zu­mal sich Stan­dard-fo­to­ta­schen nur sehr schwer si­chern las­sen. Groß­bri­tan­ni­en hat sich die­ser Re­ge­lung be­reits an­ge­schlos­sen und der Lis­te wei­te­re Flug­hä­fen hin­zu­ge­fügt.

Klei­ne Ent­war­nung

Im­mer­hin: Die Bri­ten sind fair ge­nug, Ka­me­ras wei­ter­hin zu

er­lau­ben. Das Ar­gu­ment: Die Grö­ße des Ak­kus er­laubt kei­ne ver­steck­ten Spreng­sät­ze. In den USA ist man da pa­ra­no­ider, al­ler­dings auch (der­zeit) nur bei be­stimm­ten Ab­flu­gFlug­hä­fen aus Nah­ost oder Afri­ka. Be­trof­fen sind da­her tat­säch­lich nur Di­rekt­flü­ge von den ge­lis­te­ten Flug­hä­fen (s. Lis­te rechts). Wer un­ter­wegs um­steigt – et­wa in der EU –, ist da­her (noch) si­cher. Sprich: Wer zum Bei­spiel mit ei­ner be­lie­bi­gen Flug­li­nie von Kai­ro – ei­nem der Flug­hä­fen auf der Lis­te – di­rekt in die USA fliegt, muss sich der Re­ge­lung un­ter­wer­fen. Auch wer von Du­bai nach London fliegt.

Nicht be­trof­fen ist je­doch, wer zum Bei­spiel in London, Pa­ris oder Frank­furt um­steigt und an­schlie­ßend mit ei­ner ara­bi­schen Flug­li­nie in die USA ein­reist: Was zählt, ist der Ab­flug­ha­fen. Be­trof­fen sind aber des­halb vor al­lem ara­bi­sche Flug­li­ni­en, weil nur die­se ent­spre­chen­de Flü­ge an­bie­ten.

Im Fall der Fäl­le

Grund­sätz­lich ha­ben Fo­to­gra­fen da­bei zwei Mög­lich­kei­ten: Die ei­ne ist, sie ge­ben ih­re Ka­me­ra­aus­rüs­tung samt Lap­top nor­mal als Check-in-ge­päck ab, was je­doch das Ri­si­ko von Ver­lust oder so­gar Dieb­stahl mas­siv er­höht. Ein Spre­cher von der dop­pelt be­trof­fe­nen ara­bi­schen Air­line Emi­ra­tes, die den ge­lis­te­ten Hei­mat­flug­ha­fen Du­bai als Haupt-dreh­kreuz für Flü­ge auch in die USA ver­wen­det, er­klär­te auf Nach­fra­ge, dass es aber auch Al­ter­na­ti­ven zum Auf­ge­ben der Aus­rüs­tung gibt: Der Check-in sei nicht zwin­gend not­wen­dig. „Wenn Flug­gäs­te es vor­zie­hen, ih­re Ge­rä­te durch den Si­cher­heits­check mit­zu­neh­men, kön­nen sie die­se bis zum Bo­ar­ding be­nut­zen. Am Ga­te kön­nen sie dann ab­ge­ge­ben wer­den, Emi­ra­tes ver­staut die­se und gibt dem Flug­gast ei­ne zu­sätz­li­che Ge­päck­mar­ke. Die Ge­rä­te flie­gen im sel­ben Flug­zeug mit. Bei An­kunft in den USA kön­nen die Ge­rä­te dann an ei­nem spe­zi­el­len Schal­ter in der Ge­päck­hal­le ab­ge­holt wer­den“(s. Link zum Vi­deo oben).

An­de­re be­trof­fe­ne Flug­li­ni­en dürf­ten das be­reits jetzt oder in na­her Zu­kunft ähn­lich hand­ha­ben. Am stö­rungs­freis­ten, be­ton­te Emi­ra­tes, ist der Flug je­doch, wenn die Ge­rä­te ein­fach als Ge­päck auf­ge­ge­ben wer­den. Wich­tig für flug­rei­sen­de Fo­to­gra­fen ist des­halb, die Hand­ge­päck-­re­ge­lun­gen der je­wei­li­gen Flug­li­nie ge­nau zu stu­die­ren. Auch Eti­had schreibt auf sei­ner Web­site: „Wir emp­feh­len un­se­ren Gäs­ten, nicht mit die­sen Ge­rä­ten zu rei­sen, um ei­ne Kon­fis­zie­rung wäh­rend der Si­cher­heits­kon­trol­le zu ver­mei­den.“

Fa­zit: In­so­fern bleibt vie­len Fo­to­fans nur üb­rig, ei­nen si­che­ren Fo­to­kof­fer als zu­sätz­li­ches Ge­päck auf­zu­ge­ben, wenn sie per ara­bi­scher Flug­li­nie und Di­rekt­flug aus ei­nem der be­trof­fe­nen Län­der ein­rei­sen. Bei Ver­lust zahlt die Flug­li­nie al­ler­dings nicht den Wert der ver­lo­re­nen Ge­gen­stän­de, son­dern nur fes­te Ent­schä­di­gun­gen in der vir­tu­el­len Wäh­rung SZR: Die­se liegt der­zeit bei 1.131 SZR, al­so nach der­zei­ti­gem Kurs bei rund 1.400 Eu­ro – nicht viel für ei­ne Fo­to­aus­rüs­tung plus Note­book. Da­her ist es sinn­voll, sich vor­ab bei der Flug­ge­sell­schaft ge­nau zu in­for­mie­ren, vor al­lem, wenn Sie in ei­nem der be­trof­fe­nen Flug­hä­fen um­stei­gen müs­sen. (cr)

Nicht be­trof­fen ist je­doch, wer in London, Pa­ris oder Frank­furt um­steigt und wei­ter mit ei­ner ara­bi­schen Flug­li­nie in die USA ein­reist. Chris­ti­an Ren­trop, Au­tor

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Auch Flie­gen ist nicht mehr so, wie es frü­her war: Auf­grund der ver­schärf­ten Si­cher­heits­maß­nah­men in den USA soll­ten sich Flug­pas­sa­gie­re ei­ni­ger ara­bi­scher Flug­li­ni­en vor dem Flug be­son­ders gut in­for­mie­ren, was sie als Hand­ge­päck mit­neh­men dür­fen und was nicht. Zum Bei­spiel bzgl. ih­rer Ka­me­ra­aus­rüs­tung.

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