Donau Zeitung

„Le­wy ist der bes­te Stür­mer der Welt“

Gio­va­ne El­ber spricht über Ro­bert Le­wan­dow­ski, das Du­ell der Bay­ern beim VfB Stutt­gart und dar­über, wem er am Sams­tag die Dau­men drü­cken wird

- In­ter­view: Ro­land Wie­de­mann Darm­stadt 98 – E. Braun­schweig FC St. Pau­li – VfL Osnabrück VfL Bochum – Fort. Düs­sel­dorf KFC Uer­din­gen – SC Verl Sports · Soccer · Sidney L. Stürmer · VfB Stuttgart · Stuttgart · FC Bayern Munich · Munich · Bavaria · Bavaria · Fredi Bobic · Brazil · Cottbus · Hollywood · Germany national football team · Lisbon · Thomas Müller · Dortmund · Robert Lewandowski · Gerd Müller · Olympique Lyonnais · Lyon · SV Sandhausen · FC Erzgebirge Aue · Aue · SSV Jahn Regensburg · Regensburg · Wurzburg · South Carolina · SC Paderborn 07 · Paderborn · Hamburger SV · 1. FC Nürnberg · 1. FC Nuremberg II · SpVgg Greuther Fürth · Fürth · Hannover 96 · Hanover · Holstein Kiel · Kiel · VfL Osnabrück · Osnabruck · VfL Bochum · Bochum · Darmstadt · SV Darmstadt 98 · Duesseldorf · Braunschweig · FC St. Pauli · Gerhard Mayer-Vorfelder · Giovanni Trapattoni · Mönchengladbach · Belo Horizonte · 1. FC Heidenheim · Nuremberg · Cruzeiro Esporte Clube

Herr El­ber, Sie ha­ben so­wohl für den VfB Stutt­gart als auch für den FC Bay­ern Mün­chen ge­spielt. Für wen schlägt am Sams­tag Ihr Herz? Gio­va­ne El­ber: Für Bay­ern – so schön die drei Jah­re in Stutt­gart mit dem ma­gi­schen Drei­eck auch wa­ren. Ich bin als Mar­ken­bot­schaf­ter An­ge­stell­ter des FC Bay­ern und ha­be als Spie­ler sehr vie­le Er­fol­ge mit die­sem Ver­ein ge­fei­ert. Der FC Bay­ern Mün­chen ist mir da­her noch nä­her.

Da­bei woll­ten Sie an­fangs gar nicht von Stutt­gart zum da­mals schon gro­ßen FC Bay­ern Mün­chen wech­seln. El­ber: Das stimmt. Ich wä­re ger­ne in Stutt­gart ge­blie­ben. Der da­ma­li­ge Prä­si­dent, Ger­hard May­er-Vor­fel­der, hat­te die Ver­trä­ge mit Fre­di Bo­bic und Kras­si­mir Ba­la­kov schon ver­län­gert, be­vor es in die Win­ter­pau­se ging. Ich bin dann nach Bra­si­li­en ge­flo­gen und dach­te, dass mein Ver­trag da­nach ver­län­gert wird. Aber als ich zu­rück­kam, hat man mir ge­sagt, dass ich nach Mün­chen wech­seln soll. Bay­ern hat­te ei­ne sehr ho­he Ab­lö­se­sum­me an­ge­bo­ten.

Ruft der gro­ße FC Bay­ern, gibt es doch als Spie­ler ei­gent­lich nichts zu über­le­gen ...

El­ber: Die Stim­mung beim VfB war sehr fa­mi­li­är. Ich ha­be das ge­nos­sen. Zum Bei­spiel hat uns Herr May­erVor­fel­der ein­mal im Mo­nat im­mer zum Es­sen ein­ge­la­den – mit un­se­rer gan­zen Fa­mi­lie. Das wa­ren sehr schö­ne Aben­de. Wir ha­ben ein, zwei Glä­ser Wein ge­trun­ken, aber nicht ge­sof­fen. Die­se Tref­fen ha­ben den Zu­sam­men­halt un­ge­mein ge­för­dert. Wenn du die Fa­mi­lie dei­nes Mit­spie­lers kennst, ver­stehst du dich mit ihm auch auf dem Platz bes­ser.

Beim FC Bay­ern ging es Mit­te der 90er Jah­re nicht so har­mo­nisch zu ... El­ber: Der FC Bay­ern, das war ja der FC Hol­ly­wood. Ich hat­te wirk­lich Zwei­fel und Angst, ob ich in Mün­chen wirk­lich Fuß fas­sen kann. Es gab vor mir vie­le Spie­ler mit gro­ßen Na­men, die den Ver­ein nach zwei Jah­ren schon wie­der ver­las­sen ha­ben. Sie wa­ren in Mün­chen ge­schei­tert. Mei­ne Frau mein­te: ,Gio­va­ne, du willst Na­tio­nal­spie­ler wer­den. Dann musst du zu Bay­ern ge­hen. Beim VfB gut zu spie­len, hat da­für of­fen­bar nicht aus­ge­reicht.‘ ,Okay, dann ma­che ich das halt‘, ha­be ich schließ­lich ge­sagt.

Letzt­lich war es der rich­ti­ge Schritt. Sie wur­den Na­tio­nal­spie­ler, ge­wan­nen mit Bay­ern vier­mal den Meis­ter­ti­tel, 2001 die Cham­pi­ons Le­ague und wur­den Pu­bli­kums­lieb­ling.

El­ber: Aber an­fangs war es schon ei­ne Um­stel­lung. Beim VfB ha­ben wir im­mer nur nach vor­ne ge­spielt. Al­le hat­ten Spaß, wir auf dem Platz und die Zu­schau­er auf den Rän­gen.

Bei Bay­ern hat­test du al­le drei Ta­ge ein Spiel und muss­test im­mer ge­win­nen. Ha­ben wir 1:0 ge­führt, hat mich der Trai­ner aus­ge­wech­selt und ei­nen De­fen­siv­mann ge­bracht. Da ver­lierst du schon ein biss­chen die Lust am Fuß­ball. Ich er­in­ne­re mich noch an die Wor­te von Tra­pat­to­ni: Gio­va­ne, für ein 1:0 gibt es drei Punk­te, für ein 2:0 gibt es drei Punk­te und für ein 3:0 gibt es auch nur drei Punk­te.

Die Aus­rich­tung der heu­ti­gen Bay­ernMann­schaft ist ganz an­ders, viel of­fen­si­ver. Ein Traum für je­den Stür­mer. Sie wä­ren be­stimmt ger­ne da­bei ... El­ber: (Lacht) Oh ja. Das wä­re ein Spaß. Aber in die­ser Mann­schaft wür­de wohl je­der ger­ne mit­spie­len.

Das Team schießt To­re am Fließ­band, zeigt aber Ab­wehr­schwä­chen.

El­ber: Ja, wir ha­ben in den letz­ten Spie­len ein paar To­re kas­siert. Das hängt aber auch mit der Spiel­wei­se zu­sam­men. Ver­lie­ren wir den Ball, sucht sich je­der gleich ei­nen geg­ne­ri­schen Spie­ler, geht drauf und ver­sucht, den Ball zu­rück­zu­er­obern. In der Re­gel klappt das auch. Wenn nicht, wird es ge­fähr­lich. Die Mann­schaft weiß das. Ich war beim Cham­pi­ons-Le­ague-End­tur­nier in Lis­s­a­bon da­bei. Dort hat Tho­mas Mül­ler zu mir ge­sagt: ,Wir wis­sen, auch wenn wir mal in Rück­stand ge­ra­ten, dann kön­nen wir das Spiel auf je­den Fall noch ge­win­nen.‘ Die­se Men­ta­li­tät zeich­net die Mann­schaft aus.

Mit ei­ner Tor­ma­schi­ne wie Le­wan­dow­ski an sei­ner Sei­te fällt es auch leicht, im­mer an den Sieg zu glau­ben. El­ber: Le­wy ist für mich der der­zeit bes­te Stür­mer auf der Welt. Als er von Dort­mund zu Bay­ern kam, dach­te er noch: Es reicht aus, wenn ich hier mei­ne To­re schie­ße. Aber er hat ge­merkt, dass er beim FC Bay­ern auch nach hin­ten, für die Mann­schaft ar­bei­ten muss. Wenn du das tust, be­kommst du von den an­de­ren den Ball. Le­wy hat das ver­stan­den.

Ei­gent­lich ist Ro­bert Le­wan­dow­ski mit sei­nen 32 Jah­ren längst aus dem bes­ten Stür­me­r­al­ter raus.

El­ber: Ich bin mir si­cher, dass er noch ein paar Jah­re auf die­sem Ni­veau spie­len wird. Le­wy ist kaum ver­letzt, ob­wohl er kei­nen Zwei­kampf scheut. Er hat gu­te Mus­keln und ver­hält sich ex­trem pro­fes­sio­nell – auch ab­seits des Plat­zes. Er ach­tet sehr auf sei­ne Er­näh­rung. Und Le­wy trai­niert so­gar im Ur­laub. So ein Spie­ler war ich nicht. Ich woll­te den Ur­laub ge­nie­ßen – kein Lauf­trai­ning, nicht ein­mal zehn Mi­nu­ten. Ein­fach Bei­ne hoch­le­gen.

Trau­en Sie Le­wan­dow­ski zu, den Ur­alt-Re­kord von Gerd Mül­ler mit 40 Sai­son­to­ren zu kna­cken?

El­ber: Wenn das ei­ner schafft, dann er. Er hat nach acht Spie­len schon elf To­re ge­schos­sen. Wenn man das auf 34 Spiel­ta­ge hoch­rech­net, wür­de es rei­chen. Aber in den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat Le­wy ge­gen En­de der Sai­son nicht mehr so oft ge­trof­fen.

Dort­munds Er­ling Haa­land ist mit zehn Bun­des­li­ga-To­ren Le­wan­dow­ski dicht auf den Fer­sen und glänz­te auch un­ter der Wo­che wie­der mit ei­nem Dop­pel­pack in der Cham­pi­ons Le­ague. El­ber: Un­glaub­lich die­ser Jun­ge. Er setzt sei­ne Schnel­lig­keit per­fekt ein. Aber er ist vor dem Tor noch nicht so eis­kalt wie Le­wy. Der ist für mich mo­men­tan ein­fach der kom­plet­tes­te Stür­mer. Ein su­per Kopf­ball­spie­ler, der rechts und links schie­ßen kann. Haa­land hat nur ei­nen star­ken lin­ken Fuß. Aber er ist ja noch jung und ent­wick­lungs­fä­hig.

Könn­te Haa­land der Nach­fol­ger von Le­wan­dow­ski bei Bay­ern wer­den? El­ber: Das ist schwer zu sa­gen. Kann durch­aus mal sein. Aber ich bin mir si­cher, dass Ro­bert noch vie­le Jah­re spielt und To­re für Bay­ern schießt.

Gio­va­ne El­ber kam als 22‰Jäh­ri­ger zum VfB Stutt­gart. Nach dem Wech­sel zum FC Bay­ern schoss der Bra­si­lia­ner in 169 Bun­des­li­ga­spie‰ len 92 To­re. 2004 wech­sel­te er zu Olym­pi­que Lyon. Nach ei­ner wei‰ te­ren Sta­ti­on in Mön­chen­glad­bach be­en­de­te El­ber 2006 bei Cru­zei­ro Be­lo Ho­ri­zon­te sei­ne Pro­fi­kar­rie­re. Der 48‰Jäh­ri­ge be­treibt heu­te in sei­ner Hei­mat ei­ne Rin­der­farm. El­ber ist zu­dem Vor­sit­zen­der der Gio­va‰ ne‰El­ber‰Stif­tung, ein Ver­ein zur För‰ de­rung bra­si­lia­ni­scher Stra­ßen­kin‰ der (www.gio­va­ne‰el­ber‰stif‰ tung.de). Und er kämpft ge­gen die wei­te­re Ab­hol­zung von Re­gen­wäl‰ dern in Bra­si­li­en. (row)

2. BUN­DES­LI­GA Frei­tag, 27. No­vem­ber

Sams­tag, 28. No­vem­ber, 13 Uhr

SV Sand­hau­sen – Erz­ge­bir­ge Aue Jahn Re­gens­burg – Kick. Würz­burg Karls­ru­her SC – SC Pa­der­born Sonn­tag, 29. No­vem­ber, 13.30 Uhr FC Hei­den­heim – Ham­bur­ger SV

1. FC Nürn­berg – Greu­ther Fürth Han­no­ver 96 – Hol­stein Kiel Mon­tag, 30. No­vem­ber, 20.30 Uhr 1 Ham­bur­ger SV 8521 17:11 2 VfL Osnabrück 9441 13:11 3 Greu­ther Fürth 8431 16:8 4 SC Pa­der­born 8422 14:7 5 VfL Bochum 8422 12:9 6 Hol­stein Kiel 8341 10:8 7 Erz­ge­bir­ge Aue 8332 10:8 8 Darm­stadt 98 9333 16:18 9 Fort. Düs­sel­dorf 8323 8:10 10 Karls­ru­her SC 8314 13:10 11 1. FC Nürn­berg 8242 14:12 12 Han­no­ver 96 8314 12:10 13 FC Hei­den­heim 8233 12:11 14 Jahn Re­gens­burg 8233 11:13 15 SV Sand­hau­sen 8224 8:12 16 E. Braun­schweig 9225 9:21 17 FC St. Pau­li 9144 12:17 18 Kick. Würz­burg 8116 8:19 3. LI­GA VOM FREI­TAG 4:0 0:1 17 16 15 14 14 13 12 12 11 10 10 10 9 9 8 8 7 4

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Fo­to: Ni­co­las Ar­mer, dpa Gio­va­ne El­ber freut sich auf das Spiel des FC Bay­ern in Stutt­gart. Der Bra­si­lia­ner hat für bei­de Klubs schon ge­spielt.

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