Be­trifft: Ehe­gat­ten­split­ting

Donauwoerther Zeitung - - Meinung & Dialog - Müns­ter­hau­sen Prof. Dr. Jörg Alt­ham­mer, Kö­nigs­brunn

Zu „Steu­er­vor­tei­le auch oh­ne Ehe­ring?“(Po­li­tik) vom 22. Ok­to­ber: Das Ehe­gat­ten­split­ting ist we­der ein Steu­er­vor­teil noch ei­ne Sub­ven­ti­on, son­dern die sach­ad­äqua­te Be­steue­rung von Ehen und ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaf­ten. In ei­ner gleich­be­rech­tig­ten und part­ner­schaft­li­chen Ehe bzw. ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaft kön­nen bei­de Part­ner glei­cher­ma­ßen über das ge­mein­schaft­lich er­wirt­schaf­te­te Ein­kom­men ver­fü­gen.

Dies wird steu­er­recht­lich da­durch nach­ge­bil­det, dass das ge­mein­sa­me Ein­kom­men je zur Hälf­te auf bei­de Part­ner auf­ge­teilt wird. Ei­ne Ab­schaf­fung des Split­tings wür­de be­deu­ten, dass der Part­ner mit den ge­rin­ge­ren Ein­künf­ten nicht mehr gleich­be­rech­tigt am Ein­kom­men par­ti­zi­piert, son­dern in die Rol­le des blo­ßen Un­ter­halts­emp­fän­gers ge­drängt wird. Ein Fa­mi­li­en­split­ting, wie es von der Mi­nis­te­rin vor­ge­schla­gen wird, wä­re nicht nur ein Bruch mit der Steu­er­sys­te­ma­tik, son­dern wür­de ge­ra­de Be­zie­her nied­ri­ger und mitt­le­rer Ein­kom­men nicht ent­las­ten. Denn die steu­er­li­che Ent­las­tung wird mit dem Kin­der­geld ver­rech­net, so­dass sie erst ab ei­nem hö­he­ren Ein­kom­men wirk­sam wird.

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