VW setzt auf ei­ne Fei­gen­blatt-Po­li­tik

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite -

Den Volks­wa­gen-Ver­ant­wort­li­chen fehlt der Mut für ei­nen wirk­li­chen Neu­an­fang. Nach dem größ­ten Skan­dal der Un­ter­neh­mens­ge­schich­te wur­den die bei­den wich­tigs­ten Po­si­tio­nen lei­der nur mit lang­jäh­ri­gen Ma­na­gern be­setzt. Der neue Kon­zern-Vor­stand Müller und der zum Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den be­stimm­te Pötsch müs­sen als VW-In­si­der den Kar­ren aus dem Dreck zie­hen. Auch wenn bei­de ge­zeigt ha­ben, dass sie Füh­rungs­qua­li­tä­ten be­sit­zen, haf­tet ih­nen ein ent­schei­den­der Ma­kel an: Sie sind Teil der al­ten, pa­tri­ar­cha­li­schen Volks­wa­gen-Fa­mi­lie, in der ei­ne Un­kul­tur der Angst und des Ge­hor­sams er­heb­lich zu dem Ab­gas-Skan­dal bei­ge­tra­gen hat.

Auch nach der Auf­de­ckung des Be­trugs ist die Macht der Fa­mi­li­en Piëch und Por­sche zu groß. Sie wol­len ih­nen ver­trau­te Män­ner an der Kon­zern­spit­ze se­hen. Nur in der zwei­ten Vor­stands­rei­he ho­len die Groß­ak­tio­nä­re mit ei­ner Daim­lerFrau und ei­nem Ex-Opel-Chef Per­so­nen von au­ßen. Die­se Neu­zu­gän­ge sind aber Fei­gen­blät­ter. Die Piëchs und Por­sches ver­hin­dern ei­nen kon­se­quen­ten Neu­start. Dar­in wer­den sie auch von der bei VW über­mäch­ti­gen IG Me­tall un­ter­stützt. Die Ge­werk­schaft glaubt so, ih­ren Ein­fluss wah­ren zu kön­nen.

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