Un­se­riö­se Rech­nun­gen

Donauwoerther Zeitung - - Politik -

Ralf Steg­ner ist we­der Mit­glied des Deut­schen Bun­des­tags noch ge­hört er der Bun­des­re­gie­rung an, son­dern sitzt im fer­nen Kiel als Par­tei- und Frak­ti­ons­chef der Schles­wig-Hol­stein-SPD. Doch im Ge­gen­satz zu den Bun­des­po­li­ti­kern in Berlin scheint er über die sel­te­ne Ga­be der Pro­phe­tie zu ver­fü­gen. Je­den­falls weiß er schon jetzt ziem­lich ge­nau, dass die Un­ter­brin­gung und In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge ei­nen zwei­stel­li­gen Mil­li­ar­den­be­trag kos­ten wird, und for­dert schon ein­mal forsch ein In­ves­ti­ti­ons­pa­ket des Bun­des von 20 Mil­li­ar­den Eu­ro. Wolf­gang Schäu­b­le sol­le an­ge­sichts die­ser Her­aus­for­de­rung vom Ziel ei­nes aus­ge­gli­che­nen Haus­halts abrü­cken. An­de­re So­zi­al­de­mo­kra­ten wie die Ju­so-Che­fin Jo­han­na Ue­ker­mann se­hen die Chan­ce, die Uni­on doch noch von ih­rem zen­tra­len Wahl­ver­spre­chen – kei­ne Steu­er­er­hö­hun­gen in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode – ab­zu­brin­gen.

Rich­tig ist, zum Null­ta­rif wird das Pro­blem nicht zu lö­sen sein, auch die Por­to­kas­se reicht nicht aus. Doch schon jetzt kon­kre­te Sum­men in den Raum zu wer­fen und ei­nen Über­bie­tungs­wett­lauf zu star­ten, ist eben­so un­se­ri­ös wie un­sen­si­bel. Hin­ter Steg­ners Rech­nung ver­birgt sich in Wahr­heit le­dig­lich der üb­li­che Ruf der Län­der nach mehr Geld vom Bund und nach ei­ner Rück­kehr zur Schul­den­po­li­tik.

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